Fremde in unserem Land

In Levitikus (3. Mose 19, 33 und 34) steht geschrieben:

Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.

Im Deuteronomium (5. Mose 10, 19) steht noch kürzer:

Darum sollt ihr auch die Fremdlinge lieben; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland.

In beiden Fällen ist die Stoßrichtung gleich und gleichermaßen klar. Wenn das Volk Israel an seine Geschichte denkt, kennt es viele unangenehme und schwierige Situationen – immer wieder wird an die Zeit der Knechtschaft in Ägypten erinnert. Wer solches erlebt hat, kann einem anderen Leidenden gegenüber nicht kaltherzig sein.

Die Menschen, die in Freital und anderswo gegen Asylbewerber demonstrieren, sollten auch einmal in sich gehen und nachforschen, was nach Flutkatastrophen passiert ist, wer die Renten zahlt für Menschen, die zu DDR-Zeiten gearbeitet und nicht in des bundesrerpublikanischen System eingezahlt haben, wer die Flüchtlinge aus ehemals deutschen Ostgebieten aufgenommen hat.

Der deutsch-jüdische Impressionist Max Liebermann (1847–1935), der in vier Tagen Geburtstag hat, sprach 1933 einen legendären Satz, als er einen Fackelzug der Nationalsozialisten über den Pariser Platz marschieren sah, welche die sogenannte Machtergreifung feierten:

Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.

Diesem Satz möchte ich mich vollumfänglich anschließen.

Link
wie-kann-ich-helfen.info – ein privater Blog von Birte Vogel, der Informationen zu Hilfsprojekten für Flüchtlinge in Deutschland sammelt
perlen-aus-freital.tumblr.com – ein privater Blog, der Kommentare aus Sozialen Netzwerken sammelt, die häufig den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen


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