Todestage großer Anfänger

Bevor ich mich meinem eigentlichen Thema widme, möchte ich Tim Curry zum Geburtstag gratulieren. 74 Jahre wird der Darsteller des Doktor Frank N. Furter in The Rocky Horror Picture Show. Und gerade wird mir bewusst, wie nah an der Kinopremiere 1975 mein Erstkontakt im NDR 1985 war. Ich war 12 und habe bei weitem nicht alles verstanden. Aber mich faszinierte dieses schillernde sexuelle Mischwesen. Seitdem bin ich ein Fan.

Heute ist auch – in einer Häufung der Ereignisse, die mir die Nahrung für meine Blog-Einträge bietet – der Todestag von Daphne du Maurier, der Grande Dame des edlen Schreckens. Drei ihrer Erzählungen wurden von Alfred Hitchcock zu filmischen Meisterwerken veredelt: Rebecca (1938), Riff-Piraten (1939) und – last but not least – Die Vögel (1963). Noch beeindruckender finde ich aber den Film Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973), der ebenfalls auf einer Erzählung du Mauriers beruht. Wahrscheinlich würde sie heute als selbstbewusste Lesbierin leben. Damals nannte sie sich verschämt einen the boy in the box.


Doch nun zu einer Top-Five-Liste von Todestagen berühmter Männer des Beginnens. Spätestens seit Ostern wissen wir ja, dass der Tod nicht immer ein Ende sein muss, sondern vielmehr einen Anfang darstellt.

  • Ulrich Fugger der Ältere (1441–1510) – Hier mache ich schon den ersten Kompromiss. Er ist nicht der Begründer großen Familie der Fugger von der Lilie, aber er ist der älteste Sohn. Sein um 18 Jahre jüngerer Bruder, der auch den Namen des Vater erbte, wurde später von Albrecht Dürer porträtiert und wurde Jakob der Reiche genannt. Beider Großneffe, der Kunstmäzen Hans Fugger starb übrigens auch an einem 19. April. Wenn hier etwas angefangen hat, dann der Kapitalismus und kaufmännische Familiendynastien.
  • Philipp Melanchthon (1497–1560) – Er war nicht einfach Wegbegleiter Martin Luthers. Man kann ihn gut und gerne den zweiten Wittenberger Reformator nennen. Auch er wurde von Albrecht Dürer porträtiert; bekannter aber ist sein Abbild aus der Werkstatt Lucas Cranachs. Seine Allgemeinen Grundbegriffe der Theologie sind 1521 die erste Dogmatik der entstehenden evangelischen Kirche.
  • Charles Robert Darwin (1809–1882) – Über den Begründer der Evolutionstheorie muss ich wohl nicht viel schreiben. Aber es ließe sich anmerken, dass Darwin in Cambridge Theologie studierte, dass er Gott als höchste regelgebende Instanz ansah. Sein Zweifeln an Gott hatte übrigens weniger mit der Evolutionstheorie als mit dem frühen Tod seiner Tochter Annie 1851. Für die vor allem in den USA verbreiteten Grabenkämpfe zwischen Creationisten und Darwinisten hätte er wohl nur ein Kopfschütteln übrig.
  • Pierre Curie (1859–1906) – Er bekam gemeinsam mit seiner Frau Marie eine Hälfte des Physiknobelpreises 1903 zugesprochen, währen die andere Hälfte an Henri Becquerel ging. Dass seine Frau 1911 noch einen zweiten Nobelpreis (für Chemie) bekommen sollte, erlebte er nicht mehr, da er mit 46 Jahren bei einem Unfall mit einem Pferdefuhrwerk starb. Seine Tochter Irène Joliot-Curie bekam 1935 den Nobelpreis für Chemie zugesprochen. Pierre Curie ist somit Nobelpreisträger, Ehemann einer doppelten und Vater einer weiteren Nobelpreisträgerin. Dass seine Forschung den Anfang zu einer neuen Massenvernichtungswaffe und einer langfristig problematischen Energienutzung wurde, wollen wir ihm nicht anlasten.
  • Konrad Hermann Joseph Adenauer (1876–1967) – Mit ihm beginnt die Bundesrepublik Deutschland ihren erfolgreichen Weg aus der Nazizeit zu einem wachsend selbstbewussten Staat innerhalb westlicher Bündnisse. Ich wäre als Zeitgenosse wohl nicht auf seienr Seite gewesen. Rückblickend muss man seine historische Leistung doch anerkennen.

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