Todestag bedeutender Autoren

Heute ist vor allem der Geburtstag zweier für mich sehr wichtiger Menschen. Da aber deren Bedeutung – vorerst – nur persönlicher Natur ist und nicht kulturgeschichtlichen Rang besitzt, sollen sie hier nicht Gegenstand eines Blog-Eintrags werden. Stattdessen kümmere ich mich um Todestage bedeutender Autoren in einer Top-Five-Liste in zeitlicher Reihenfolge:

  1. Gottfried Keller (1819–1890) – Der gebürtige Züricher wurde erst Landschaftsmaler, dann politisch Bewegter Lyriker des Vormärz und schließlich einer der wichtigsten Vertreter des bürgerlichen Realismus. Der grüne Heinrich, Kleider machen Leute und Romeo und Julia auf dem Dorfe sind bis heute weit bekannt.
  2. Anton Pawlowitsch Tschechow (1860–1904) – Umfasst das Œuvre Tschechows auch hunderte von Novellen und Erzählungen, kennt man heute vor allem die letzten vier Theaterstücke des russischen Dramatikers, Autors und Arztes: Die Möwe, Onkel Wanja, Drei Schwestern, Der Kirschgarten. Und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich lediglich den Kirschgarten gesehen habe. Aber dafür habe ich außerdem den Roman Gletschertheater der isländischen Steinunn Sigurdardóttir gelesen, in dem eine Leienspielgruppe den Kirschgarten zur Aufführung bringt.
  3. Hugo von Hofmannsthal (1874–1929) – Er ist ein wichtiger Protagonist der Wiener Moderne, Mitbegründer der Salzburger Festspiele, ein Freund Stefan Georges und der Librettist von Richard Strauß. Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes wird seit 1920 jedes Jahr in Salzburg aufgeführt. Seit 1922 in einer Mundartfassung auch in Mondsee. Dort habe ich es 1989 sehen können.
  4. Roberto Bolaño Ávalos (1953–2003) – Ich hätte diesen chilenischen Autoren wohl nie kennengelernt, hätte nicht Patti Smith bei ihrem Konzert von der Bühne herab seinen letzten und großen, postum veröffentlichten Roman 2666 zur Lektüre empfohlen. Ein aufmerksamer und guter Freund schenkte mir daraufhin ein Exemplar. Leider befindet es sich noch in dem Regal der zu lesenden Werke. Was ich über das Buch weiß, klingt aber vielversprechend.
  5. Otto Häuser (1924–2007) – Einen ganz anderen Ton bekommen wir mit dem Fünften in der Liste, der aus der erzählerischen Perspektive des 12-jährigen Ottokar Domma den DDR-Alltag beschrieb. Der Diplom-Pädagoge und Oberstudienrat bekam dafür noch 2006 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Nicht mit in der Liste, aber heute im stolzen Alter von 105 Jahren gestorben ist der argentinische Autor Juan Filloy (1894–2000). Ich kenne ihn nicht. Bei meinen Recherchen bin ich auf ihn gestoßen. Und die Tatsache, dass er 14.000 Palindrome verfasste bzw. sammelte, lässt mich ihn doch noch erwähnen. Palindrome sind Wörter oder Sätze, die man Zeichen für Zeichen von vorne wie von hinten lesen kann. Kurt Schwitters rühmte seine Anna Blume dafür; Erich Fried zog seine Anna Emulb vor. Dazu kommt noch der Gag, dass die Angst vor Palindromen Eibohphobie genannt wird.

Geburtstag von Paul Dano und Tod von Anton Yelchin

Heute ist der Schauspieler Anton Yelchin bei einem Autounfall ums Leben gekommen.  Ich habe ihn zum ersten Mal gesehen in Alpha Dog (2006), dann noch einmal in der Titelrolle des Charlie Bartlett (2007). 2009 spielt er in einer Episode von New York, I Love You mit. Dann kamen die kommerziell erfolgreichen Jahre. In den neuen Star-Trek-Filmen spielte er Pavel Chekov. Nun wurde Anton Yelchin von seinem eigenen zurück rollenden Auto überfahren. Er wurde 27 Jahre alt.

Paul Dano hat dieses kritische Lebensjahr bereits hinter sich gelassen. Der Charakterdarsteller wird heute 32 Jahre alt. Zu seinem Geburtstag möchte ich eine schnelle Top-Five-Liste meiner Lieblingsfilme mit Dano präsentieren (in zeitlicher Reihenfolge):

  1. L.I.E. – Long Island Expressway (2001)
  2. Little Miss Sunshine (2006)
  3. There Will Be Blood (2007)
  4. The Good Heart (2009)
  5. Love & Mercy (2014)
  6. und weil es heute sein Geburtstag ist: Youth (2015)

Todestag von Adolph Frank

Heute ist der 100. Todestag des deutschen Chemikers Adolph Frank. Er ist ein Paradebeispiel dafür, dass die Chemie unser aller Leben prägt, auch wenn wir das meist nicht so mitkriegen.

Geboren wurde Frank 1834 in Klötze, was heute in Sachsen-Anhalt liegt. Er brach eine kaufmännische Ausbildung ab wendete sich dann erst dem universitären Studium in Berlin zu, wurde erst Apotheker, um dann seine weitere Zeit an der Universität Göttingen durch Nachtdienste in Apotheken zu finanzieren.

Nachdem er sich in seiner Dissertation mit der Zuckergewinnung aus der Zuckerrübe beschäftigte, wendete er sich der Düngung von Pflanzen zu. Er ist der Begründer des Kali-Industrie. Kalisalze werden bis heute in der Pflanzendüngung verwendet. Meine Heimat ist durch Abraumhalden geprägt.

Wer sich dafür nicht so interessiert, dem sei von einem anderen wichtigen Verdienst berichtet. Adolph Frank veranlasste die Braunfärbung von Bierflaschen, um das kostbare Getränk vor dem Sonnenlicht zu schützen.

Ein Prosit auf Adolph Frank!

Todestag von Magnus Hirschfeld

Heute ist der Geburts- und Todestag von Magnus Hirschfeld (1868–1935), dem Arzt und Sexualforscher, dem die heutige LGBT-Bewegung viel zu verdanken hat. Es bemühte sich, die Sexualwissenschaften zu einer eigenständigen Wissenschaft im Netz von Medizin und Psycholgie werden zu lassen. Sein in Berlin privat gegründetes Institut für Sexualwissenschaft wurde von den Nazis geschlossen.

Von ihm stammt der Begriff Drittes Geschlecht, den er später zugunsten des Begriffs der Zwischenstufen aufgab. Diese Aufhebung der geschlechtlichen Dualität ist einer der erste Schritte zu den Queer- und Genderstudies der letzten Jahre. Er prägte außerdem den Begriff Transvestit.

Auf seinem Grabstein in Nizza steht sein Lebensmotto: Per Scientiam ad Justitiam (Durch die Wissenschaft zur Gerechtigkeit). Er kämpfte darum, die Homosexualität aus dem Bereich des Strafgesetzbuches herauszuhalten. Aber er ging dabei einen vorsichtigen, besonnenen Weg, den manche Kritiker auch für einen Pakt mit den teuflischen Mächten hielten. So war er als Sachverständiger zu Fragen der Homosexualität auch immer wieder vor Gericht tätig, u.a. während der Harden-Eulenburg-Affäre vor dem ersten Weltkrieg, in der Hirschfeld beurteilen sollte, ob das Verleihen einen Stofftaschentuches Ausdruck von inniger aber heterosexueller Freundschaft sei oder Zeichen einer homosexuellen Beziehung. Der Kabarettist Otto Reutter (1870–1931) dichtete dazu das Couplet Der Hrischfeld kommt:

Herr Dr. Magnus Hirschfeld ist ein Sachverständiger,
ja dieser Herr ist in Berlin jetzt riesig populär.
Der Hirschfeld hat, das geb ich zu, in manchen Punkten recht,
jedoch mir scheint beinah, er glaubt, die ganze Welt sei schlecht.
Er wittert überall Skandal.
Er hält fast keinen für normal.
Drum sieht man täglich in Berlin
Herrn Hirschfeld durch die Straßen ziehn.

Und jeder kriegt ’nen Schreck,
kommt Hirschfeld um die Eck!
Der Hirschfeld kommt!
Der Hirschfeld kommt!
Dann rücken alle aus.
Er holt aus allen Dingen sich noch was Verdecktes raus.
Der Hirschfeld sagt, selbst die Natur blamiert sich kolossal,
denkt an den letzten Sommer nur: Auch der war nicht normal!

Zur Köchin geht der Grenadier mit traurigem Gesicht.
Sie sagt zu ihm: Was ist mit dir? Du isst ja heute nicht!
Er sagt: Es schimpfen manche jetzt auf unser deutsches Heer.
So schlimm stehts doch noch lange nicht mit unserm Militär.
Das stimmt, sagt sie da inniglich,
für dich da garantiere ich!
Sei wieder froh, gib mir ’nen Kuß!
Heut nicht, sagt er da voll Verdruß.

In dem Moment, oh Schreck,
kommt Hirschfeld um die Eck.
Der Hirschfeld kommt!
Der Hirschfeld kommt!
Nun schwindet sein Verdruß.
Er geht auf seine Köchin los und gibt ihr einen Kuß.
Zum Hirschfeld sagt er ich bewies: Ich bin noch ganz normal!
Und Sie sagt Fritz, er zweifelt noch, beweis es schnell noch mal.

Wer heut nicht jedes Mädchen küsst, der kommt gleich in Verdacht,
bleibt heut ’ne Ehe kinderlos, dann wird er ausgelacht,
wer einen Buckel heutzutag, wer etwas lang und schmal
oder wer so dick ist als wie ich, der ist schon nicht normal.
Meinen kleinen Neffen Friederich,
den traf ich heut, dem schenkte ich,
’ne Zuckertüte, welche Pracht.
Doch grad, als er sie aufgemacht,

in dem Moment, oh Schreck,
kommt Hirschfeld um die Eck.
Der Hirschfeld kommt!
Der Hirschfeld kommt!
Steck schnell die Tüte ein!
Das Süße in der Tüte könnte sehr verdächtig sein.
Friß ganze Zuckertüten auf, das ist dem Mann egal,
aber pust nicht in die Tüte, sonst biste nicht normal.

’ne alte Jungfer sitzt vergnügt auf einer Bank im Freien,
hat auf dem Schoß ihren Mops, der schaut phlegmatisch drein,
er ist gesättigt und gepflegt, das Asthma plagt ihn sehr,
was sonst ein Hundeherz bewegt, das rührt ihn gar nicht mehr.
Zwei Hunde stelln sich zu ihm ran,
doch er schaut nur die Herrin an,
als wollte sagen er zu ihr:
Sei unbesorgt, ich bleib bei dir!

In dem Moment, oh Schreck,
kommt Hirschfeld um die Eck.
Der Hirschfeld kommt!
Der Hirschfeld kommt!
Nun springt der Mops vom Schoß,
jetzt läuft er wie der Deibel gleich auf beide Hunde los.
Den einen, den erwischt er noch, an ’nem Laternenpfahl.
Sonst schreibt ihn Hirschfeld auf und sagt: Der Mops ist nicht normal.

Ich hab mal früher nen Freund gehabt, jetzt sehn wir uns fast nie.
Wir haben früher „Du“ gesagt, jetzt sagen wir wieder „Sie“.
Wir gingen als Freunde Hand in Hand, das tun wir jetzt nicht mehr.
Nur kürzlich, an nem Regentag, kam er mir in die Quer.
Er war verschnupft und sprach:
Ich such vergebens nach ’nem Taschentuch!
Ich sprach: Nimm meins! Du tust mir leid.
Nimms schnell, es wird die höchste Zeit.

In dem Moment, oh Schreck,
kommt Hirschfeld um die Eck.
Der Hirschfeld kommt!
Der Hirschfeld kommt!
Das Tuch schnell wieder her!
Denn so ein Taschentuch vom Freund, das ist verdächtig sehr.
Das Taschentuch wird nicht benutzt, laß loofen, ’s ist egal,
wenn du dir jetzt die Neese putzt, dann biste nicht normal!

Todestag wichtiger Mathematiker und Physiker

Immer mal wieder, wenn ich mir die Liste von Geburts- und Todestagen auf der Wikipedia anschaue, fällt mir eine Häufung auf, die selbstverständlich eine zufällige ist, die in mir aber trotzdem das Gefühl der Besonderheit des Tages für ein bestimmtes Themenfeld entstehen lässt. Heute ist ein solcher Tag, nämlich ein Tag der Mathematik und Physik. Das liegt selbstverständlich vor allem am Todestag Albert Einsteins vor nunmehr 61 Jahren. Aber seht selbst in meiner Top-Five-(+4)-Liste bedeutender Mathematiker und Physiker, die an einem 18. April starben (aufsteigend in zeitlicher Reihenfolge):

  1. John Graunt (1620–1674) – Unter dem englischen König Charles II. versuchte der Kurwarenhändler, aus den Sterberegistern Londons eine Frühwarnsystem für Pestepedemien zu entwickeln. Das gelang ihm nicht. Aber er ist ein früher Vertreter der systematischen Datenauswertung, schlicht der modernen Statistik.
  2. Édouard Albert Roche (1820–1883) – Nach diesem französischen Mathematiker und Astronom ist unter anderem die Roche-Grenze benannt, das ist die Schwelle, an der die Gravitationskraft eines Himmelskörpers der Gezeitenkraft eines anderen erliegt.
  3. John Ambrose Fleming (1849–1945) – Auf den Erkenntnissen Edisons aufbauend ist der Brite Fleming der eigentliche Erfinder der Elektronenröhre. Mit dieser Erfindung begann das Elektronikzeitalter.
  4. Albert Einstein (1879–1955) – Fast berühmter als seine Arbeiten innerhalb der Physik sind heute wohl seine wirren Haare, seine herausgestreckte Zunge und ein paar Sätze über die Unendlichkeit der menschlichen Dummheit, die gerne immer wieder auf Facebook zitiert werden.
  5. Piet Hein (1905–1996) – Er studierte an der Kopenhagener Universität theoretische Physik. Seine wohl bekannteste Leistung hat allerdings eine ganz praktische Auswirkung: die Superellipse. Im Auftrag der Stadt Stockholm entwickelte er die Superellipse als Kompromiss zwischen Kreis und Quadrat, bzw. Ellipse und Rechteck beim Straßenbau. Der Kreisverkehr auf dem Sergels torg in Schwedens Haupstadt ist also rein mathematisch keiner …
  6. Gian-Carlo Rota (1932–1999) – Die moderne Kombinatorik ist von diesem US-Amerikaner italienischer Abstammung geprägt. Seitdem ist die Kombinatorik als mathematisches Fach anerkannt und nicht mehr nur eine Sammlung von Einzelproblemen. Das brachte ihm zahlreiche Ehrendoktorwürden ein. Die längste Zeit arbeitete er am berühmten MIT.
  7. István Vincze (1912–1999) – Vincze ging den beruflichen Umweg über eine Versicherungsgesellschaft und das Bildungsministerium, bevor er sich als Professor in Budapest mit Lehre und Forschung beschäftigte. Seine Themen waren u.a. die parameterfreie Statistik und die Informationstheorie.
  8. Edgar Frank Codd (1923–2003) – Der Brite leistete Entscheidendes für die heute allgegenwärtige Arbeit mit Datenbanken. Das System R stammt von ihm, das auch die Grundlage für SQL und Oracle lieferte. Mit 70 Jahren setzte er mit dem OLAP-Begriff noch einmal Maßstäbe. Er formulierte 12 (später 18) Regeln für ein On-Line Analytical Processing.
  9. Curt Meyer (1919–2011) – Bei Meyer tue ich mich ein wenig schwer, sein Schaffen in kurzen, griffigen Worten zu beschreiben, allein schon, weil ich es nicht verstehe. Es bleibt dabei, dass er ein Mathematiker mit Wikipedia-Eintrag ist. Und heute ist die fünfte Jährung seines Todestages.

Dazu kämen jetzt eigentlich noch die Schachmeister: Rudolf Charousek, Leonid Iwanowitsch Kubbel, Klaus Junge. Auch der Chemiker Justus von Liebig starb an einem 18. April, sowie die Botaniker Léon Dufour und Nicolas-Théodore de Saussure. Aber irgendwo muss man ja die Grenze ziehen. Schließlich erwähne ich ja auch nicht den deutschen Barockdichter Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau oder den norwegischen Anthropologen Thor Heyerdahl.

Todestag von Leo Fender

Heute vor 25 Jahren starb Clarence Leonidas Fender. 1909 wurde Leo geboren.1950 baute er die erste Gitarre mit angeschraubtem Hals, der dadurch sehr leicht austauschbar wurde. Im Folgejahr baute er seinen ersten E-Bass. Im Februar 2009 wurde ihm postum für sein die gesamte Rock- und Pop-Musik prägendes Lebenswerk ein Grammy verliehen.

Leo Fender konnte übrigens nicht Gitarre spielen.

Und jetzt gehe ich zur OpenStage in der VILLA. Das passt ja auch irgendwie zu mindestens einem der oben genannten Tatsachen.

60. Todestag von James Dean

Heute vor 60 Jahren starb James Dean bei einem Autounfall. Er war gerade 24 Jahre alt. Häufig folgt an dieser Stelle der Satz, dass er in nur drei Filmen gespielt hat und doch Weltruhm errang. Das stimmt nicht ganz so. James Dean hat in drei Hollywoodproduktionen für das Kino eine Hauptrolle gespielt. Nur einer davon, nämlich East of Eden, kam zu seinen Lebzeiten heraus. Ein Monat nach seinem tragischen Tod erschien Rebel Without a Cause. Bei dem letzten der drei Filme Giant musste der Dean-Intimus Nick Adams einige Szenen nachsynchronisieren.

Vor diesen drei Filmen hat James Dean in anderen Kinoproduktionen kleine Nebenrollen gespielt, ohne allerdings im Abspann erwähnt worden zu sein. Außerdem sind mir zwei Werbespots mit ihm bekannt. Einer dieser Spots wurde zwei Wochen vor seinem Tod aufgenommen und ist ein Aufruf des National Safety Council zu Vorsicht im Straßenverkehr. Des Weiteren ist James Dean in einigen TV-Produktionen mit dabei gewesen. Einige davon habe ich auch schon sehen können.

Ich trat mit 11, 12 Jahren in meine persönliche James-Dean-Phase. Ich habe ihn verehrt. Er war für mich die vollendete Kombination aus Rebellion, Coolness und Anmut. Die Phase habe ich dann gemeinsam mit meiner Pubertät überwunden. Aber ein James-Dean-Fan bin ich trotzdem noch. 1954 war James Dean am Broadway in einer Theateradaption des Immoralisten von André Gide auf der Bühne. Da hätte ich sehr gern im Publikum gesessen.

Geburts- und Todestage am heutigen Tag

Der September kommt mir immer besonders vollgepackt vor mit Geburts- und Todes- und Gedenktagen. Das sieht man meinen Posting-Aktivitäten hier nicht an. Der Englandurlaub und die Zeit des Auf- und Nacharbeitens haben ihren Tribut gefordert. Doch an diesem Wochenende hat mich eine gefährliche Männergrippe niedergestreckt. Ich werde den leichten Schnupfen, gepaart mit einem rauen Hals, wahrscheinlich überleben. Also bitte noch keine Blumen schicken! Aber diese kleine Atempause (in dem Wort ist auch ein wenig Ironie versteckt) gibt mir die Gelegenheit mit einer doppelten Top-Five-Liste den Posting-Rückstand aufzuarbeiten.

Die fünf wichtigsten Geburtstage des 26.09. sind:

  1. In Rouen im Jahre 1791 wurde einer der wichtigsten Vertreter der französischen Romantik geboren: Jean-Louis André Théodore Géricault. Er malte beispielsweise 1818/19 Das Floß der Medusa, welches heute im Louvre zu sehen ist.
  2. 1849 erblickte Iwan Petrowitsch Pawlow im russischen Rjasan das Licht der Welt. Manchmal wird auch der 14.09. als sein Geburtstag notiert; denn damals galt in Russland noch der Julianischer Kalender. Pawlow erhielt 1904 für seine Arbeiten als Physiologe den Nobelpreis für Medizin. Heute kennen wir ihn vor allem als Verhaltensforscher, bzw. seinen Hund und seine Klingel.
  3. Thomas Stearns Eliot wurde 1888 in St. Louis geboren. Mit 60 Jahren bekam er den Nobelpreis für Literatur. Ich kann jetzt nicht jedes bedeutende Werk von ihm aufzählen. Old Possum’s Book of Practical Cats lieferte die Vorlage für das Musical Cats. Und das Drama An Elder Statesman ist eine moderne Adaption des antiken Oidipus auf Kolonos.
  4. Ein Jahr später (1889) wird diese Welt um Martin Heidegger bereichert. Der heute vor allem wegen seines Verhältnisses zum Nationalsozialismus in die Kritik geratene Philosoph zählt mit seinem Werk Sein und Zeit (1927) zu den herausragenden Denkern des 20. Jahrhunderts. Jean-Paul Sartre las Heidegger, was ihn zu einem Wegbereiter des Existenzialismus macht.
  5. In Brooklyn wurde 1898 George Gershwin geboren. Der Pianist und Komponist ist heute wohl vor allem durch das Werk Rhapsody in Blue (1924) und die erste eigentliche Oper Nordamerikas Porgy und Bess (1935) bekannt. Aus Porgy und Bess stammt das Lied Summertime, welches ich immer mit der Stimme von Janis Joplin in meinem inneren Ohr höre.

Es war nicht leicht, mich auf fünf Geburtstage zu beschränken. Weglassen musste ich zum Beispiel die Exfrau Nelson Mandelas Winnie Mandela (1936), den britischen Songschreiber und Sänger Bryan Ferry (1945), den deutschen Schauspieler Richy Müller (1955), den Staatspräsidenten der Ukraine Petro Poroschenko (1965), den Christusdarsteller der Passion Christi von Mel Gibson James Caviezel (1968), den sympathischen aber etwas glücklosen Nationalspieler der Einheit Michael Ballack (1976) und die US-amerikansiche Tennisspielerin Serena Williams (1981).

Die fünf wichtigsten Todestage des 26.09. sind:

  1. 1868 starb in Leipzig der Mathematiker und Astronom August Ferdinand Möbius. Er war Gründungsmitglied der Königlich Sächsischen Gesellschaften der Wissenschaften. Heute kennt fast jedes Kind seinen Namen in Verbindung mit einer verdreht verklebten Papierschlaufe, die quasi eine unendlich große Oberfläche hat.
  2. In San Francisco entschlief 1902 ein erfolgreicher amerikansicher Industireller, der 1829 im oberfränkischen Buttenheim das Licht der Welt erblickt hatte. Heute tragen wir alle seine Erfindung an den Beinen: die Jeans von Levi Strauss.
  3. Der Maler und Blaue Reiter August Macke fiel 1914 als Infantrist in der Champagne mit 27 Jahren. Er hatte sich wie viele andere auch freiwillig für den Großen Krieg gemeldet.
  4. Die große Bluessängerin Bessie Smith starb 1937 in Clarksdale, Mississippi unter nicht zweifelsfrei geklärten Umständen. Offiziell starb sie in einem Krankenhaus für Schwarze, nachdem sie einen Autounfall hatte. Andere behaupten, sie wäre am Unfallort verblutet, weil man sich lediglich um Weiße Verletzte kümmerte.
  5. Der deutsche Philosoph und Übersetzer Walter Benjamin, Teil des informellen Kreises der Frankfurter Schule, nahm sich auf der Flucht vor den Nazis im spanischen Portbou 1940 das Leben.

Auch hier sind wieder eine ganze Menge durch das letzte Raster gefallen, zum Beispiel der Heidedichter Kriegsfreiwillige Hermann Löns (1914), der ungarische Komponist Béla Bartók (1945), der englische Popmusiker Robert Palmer (2003) und der US-amerikansiche Schauspieler Paul Newman (2008).