Die christliche Welt bleibt stehen in Andacht vor der Krippe. Hier hat ein unbekannter Künstler aus Antwerpen 1535 einen Hausaltar gefertigt. Im Zentrum die Geburtsszene. Mir gefällt der geschäftige Hintergrund sehr.

Heute ist Heiliger Abend. Heute Abend beginnt die Weihnachtszeit. Heute Abend werden in vielen Familien die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum im Mittelpunkt stehen. Das soll auch so sein. Doch das erste Geschenk der Weihnacht ist die Menschwerdung Gottes. Den Hirten wurde es auf den Weiden Bethlehems als erstes bekannt gegeben durch den Verkündigungsengel. Danach sangen die Himmlischen Heerscharen:
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
Lukas 2, 14

Guido Reni (1575–1642), den man auch den göttlichen Guido nannte, hat diese Szene im Stil der Bologneser Schule abgebildet. Im oberen Ausschnitt sieht man die Himmlischen Heerscharen, im unteren die Krippe und die tatsächliche Anbetung der Hirten.

In diesem Jahr zeige ich Bilder, die ich bei meinem Englandaufenthalt im September 2022 gesehen habe. Es werden also englische Weihnachten in diesem Jahr. Ich wünsche all meinen Freunden und Verwandten und auch den gelegentlichen Blog-Besuchern ein gesegnetes Weihnachtsfest und ihre ganz persönlichen Engelsbegegnungen.
Das letzte halbe Jahr war arbeitsintensiv – und äußerst produktiv. Mit meinem neuen Kalender für 2023 stelle ich die Spieler des FC Mohajer Leipzig e.V. vor und ihnen orientalische Märchengestalten zur Seite. Manche davon sind weitläufig bekannt. Von anderen haben wir hier in Europa noch kaum etwas gehört.
Nach dem Kalender kam mir der Gedanke, ich sollte die Märchen, auf die ich mich im Kalender und erweitert in der Ausstellung (zu sehen im Dezember/Januar im Café des Soziokulturellen Zentrums „Die VILLA“) beziehe, in einem kleinen Büchlein herausgeben. Wie so oft, hat sich das Projekt ausgewachsen. Letzten Freitag habe ich also ein 372 Seiten starkes Buch veröffentlicht, mit dem Titel „Orientalische Märchen Gestalten“ kurz OMG.
Orientalische Märchen Gestalten – Gruppiert von Fabian W. Williges
Herausgegeben im Dezember 2022; ISBN 978-3-7565-5743-1
für 19,95 EUR bestellen über epubli.de oder im statonären Buchhandel

Als kleinen Appetizer gebe ich hier den Klappentext wieder:
Wo liegt der Orient?
Eigentlich ist alles ganz einfach: Der Orient ist ein aus dem Lateinischen kommender Ausdruck für den Osten. Wörtlich bedeutet es [Sonnen-]Aufgang. Dem entspricht die lutherische Wortschöpfung Morgenland. Die passenden Antonyme lauten: Westen, Okzident und Abendland.
Aber wie so oft, wenn etwas ganz einfach ist, liegt der Teufel im Detail. Das geht schon damit los, dass die Erde rund ist und sich nur um eine Achse dreht. Es gibt je einen Nord- und Südpol. Osten und Westen bleiben aber relative Ortsangaben so wie links und rechts.
Ich habe den Begriff für meinen Buchtitel bewusst gewählt. So ungenau er an den Rändern ist, beschreibt er für mich sehr klar eine Sehnsucht zu eben diesem Ungenauen, die uns alle immer wieder anstachelt und veranlasst, ins Ungewisse aufzubrechen, vielleicht gar einen westlichen Seeweg zum Orient zu suchen.
Wir suchen Abenteuer in unseren altbekannten Bahnen. Wir forschen im Fremden nach dem Vertrauten. Das kann uns in den hier versammelten Märchen gut gelingen. Sie halten uns einen Spiegel vor, in den wir ganz tief blicken, in dem wir beides finden können.
Ich glaube, der Orient ist in uns. Ein Sehnsuchtsort, ein Ort imaginierter Herkunft, zu dem es uns stets drängt, während der Zug der Siedler beständig nach Westen weiterzieht. Wenn es Gott gefällt, werden wir eines Tages ankommen. Vielleicht hat er ja genau dafür die Erde rund erschaffen.
Fabian W. Williges

Freitag und Samstag waren Edris Bahrami und ich für den Vorstand des FC Mohajer Leipzig e.V. zu Gast beim Deutschen Olympischen Sportbund in Frankfurt am Main. Da waren wir nicht allein. Versammelt waren die Akteure aus dem Projekt Bewegte Zukunft aus den Ländern Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Es wurden uns die ersten Projektergebnisse vorgestellt und wir konnten uns über Ländergrenzen hinweg kennenlernen und vernetzen.
Und Edris und ich konnten unseren Kalender 2023 vorstellen und den DOSB-Mitarbeiter*innen und Projektteilnehmer*innen als vorweihnachtliche Gabe überreichen. Stimmungen von Arbeitstreffen lassen sich so schwer fotografisch einfangen. Manchmal war ich im Gespräch und habe genau dann eben kein Foto geschossen. Aber ich glaube, man ahnt doch, dass es ein produktiven und einfach schönes Treffen war.













Heute findet der Adventsmarkt in der Friedenskirche in Leipzig Gohlis statt. In den letzten zwei Jahren ist er coronabedingt ausgefallen. Es sind nur vier Stunden an einem Sonnabend; aber mir hat der Adventsmarkt gefehlt. Ich freue mich auf die nächsten Stunden.
Neben meinen Büchern werde ich auch den Kalender 2023 unter dem Titel ORIENTALISCHE MÄRCHEN GESTALTEN anbieten. Den gibt es aber nciht zu kaufen, sondern gegen eine Spende an den FC Mohajer Leipzig e.V. – empfohlen werden 10 EUR.

Im Sommer war ein Fernsehteam bei unserem Fußballverein, dem FC Mohajer Leipzig e.V.
Es ging um migrantische Geschichten, also wie Menschen, die zu verschiedenen Zeiten nach Deutschland gekommen sind, heute hier leben, wie sie auf ihr bisheriges Leben zurückschauen und was sie von Deutschland erhoffen und erwarten.

Als ein Beispiel wurde Edris Bahrami, Spieler und Vorstand des FC Mohajer, vorgestellt und interviewt. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen. In der Mediathek der ARD ist diese Serie unter dem Titel #unterAlmans – migrantische Geschichte(n) zu finden. In Folge 1 – Hoffnung und kurz in Folge 5 – Deutschsein ist Edris Bahrami mit Frau und Kind und dem FC Mohajer zu sehen.
https://www.ardmediathek.de/sendung/unteralmans-migrantische-geschichte-n/staffel-1
Mein neuer Kalender ist fertig. Er zeigt die Spieler des FC Mohajer Leipzig e.V. Jeden Spieler ist eine Figur, ein Tier, ein Element aus einem orientalischen Märchen zugesellt. Die Bilder sind im Soziokulturellen Zentrum Die VILLA (Lessingstraße 7) den ganzen Dezember ausgestellt.
Den Kalender 2023 und ein Poster mit allen 30 Spielern zum Saisonstart kann man dort oder bei mir gegen Spende an den FC Mohajer erhalten. Empfohlen werden 10 EUR für den KAlender und 2 EUR für das Poster.

Heute wird Joni Mitchell 79 Jahre alt. Sie ist – bei weitem – die bedeutendste Singer/Songwriterin für mich. Ihr Lieder begleiten mich seit Jahrzehnten. Ich schreibe jetzt keine lange Würdigung. Stattdessen möchte ich hier eine Übersetzung veröffentlichen, die ich bereits vor 13 Jahren niedergeschrieben habe. Es ist eines meiner Lieblingslieder von Joni: You turn me on (I’m a radio)
Fährst du gerade in die Stadt über dir ne Regenwolke?
Wähl die Nummer von dem Typen, der dich immer lieben wollte
Baby, du machst mich an! Ich bin ein Radio
Ich bin ein Sender vom Land, manche Sprüche sind hohl
Ich bin ein Weizenfeld – siehst du mich winken?
Ich bin ein Funkturm – siehst du mich blinken?Und ich schicke dir jetzt ein Signal
Ich hoffe es geht laut und deutlich durch den Kanal
Ein Mann für dich darf nicht stark sein das ödet dich an
Doch er darf auch nicht zu schwach sein; denn dann ist er kein Mann
Und eine Hand wäscht die andere, wie du mir so ich dir
Ich kann so sein, wie du mich willst, schenkst du mir Liebe dafürDoch bist du dir nicht sicher, zweifelst du wieder mal
Ist der Empfang einfach zu schlecht, ändere deine Senderwahl
Denn atmosphärisches Rauschen, wer hört das gern?
Dann sind Kopfschmerz und Sausen im Ohr nicht mehr fern
Von einem Frühstück mit Freunden bis zum Scheidungsantrag
Und was du für ein Gesicht machst an diesem schönen TagFährst du gerade in die Stadt über dir ne Regenwolke?
Joni Mitchell (Deutsch von Fabian W. Williges)
Wähl die Nummer von dem Typen, der dich immer lieben wollte
Liegst du gerade an ’nem Strand neben dir Lautsprecherboxen
Feg den Sand noch mal beiseite, meine Liebe wird noch Tropfen
Dein Kopf sagt wieder nein, doch dein Herz wär’ gern dabei
Ruf doch beim Sender an: alle Leitungen sind frei
Der Mensch verliert sich oft in fröhlichem Gelaber.
Ein schwarzer Vogel fliegt herbei und krächzt ein ABER.Im Leben strebt der Mensch nach Reichtum – Geld und Ware.
Was nützt ihm wohl dereinst im Himmel all das BARE?Geriert er sich vor andren streng als ein Entbehrer,
Lebt er doch insgeheim wie einst der König BERA.Und schließlich ruht der Mensch allein in seinem Grabe;
Vom Stein darauf erhebt sich brüsk ein großer RABE.