Archiv der Kategorie: Selbstbezogen

Quasimodogeniti

In der Nachfolge Christi sind wir alle Kinder Gottes und somit auch Erben des Reiches. Gott schenkt uns diesen Neubeginn. Wir dürfen auf ihn vertrauen wie die neugeborenen Kinder (quasi modo geniti infantes).

In der Bremer Kunsthalle habe ich ein lichtdurchflutetes Idyll gesehen, was ich für diesen Tag ausgewählt habe: Auf dem Ausschnitt von Im Waisenhaus (1886) von Gotthard Kuehl (1850–1915) sind zwei Waisenjungen mit einem Brief zu sehen. Meldet sich dort ein Wohltäter, ein entfernter Verwandter? Es scheint keine schlechte Nachricht zu sein, aber vielleicht eine, die der Ältere noch nicht recht glauben mag.

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https://www.kunsthalle-bremen.de/

Ostermontag

Die Geschichte von Jesus ist voll von feministischen Ansätzen, bevor die katholische Kirche zu einem Klub von alten Männern gerann und diese über Jahrhunderte unterdrückte. Ein besonderes Beispiel ist Maria Magdalena, die als Erste den Auferstandenen am Ostermorgen sah. Ihre Frömmigkeit kann uns ein Beispiel sein.

1626 haben Peter Paul Rubens (1577–1640) und Jan Breughel der Jüngere (1601–1678) diesen Augenblick eingefangen. Rubens malte die Personen, Breughel die Pflanzenwelt.

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https://www.kunsthalle-bremen.de/

Ostersonntag

Jesus ist nicht tot. Jesus lebt. Und wenn wir ihn bei den Toten suchen, werden wir ihn nicht nur nicht finden können, sondern auch unser eigenes Leben vertun. In der Nachfolge des Auferstandenen aber liegt die Hoffnung auf ein sinnerfülltes Leben.

Dieser Ausschnitt aus einem unbetitelten Werk, welches 2022 von der Ulmer Künstlerin Elif Celik (*1997) geschaffen wurde, drückt für mich dieses österliche Wunder aus, den Wandel vom Toten zum Lebendigen. Mehr schreibe ich heute nicht.

Links
https://www.kunsthalle-bremen.de/
https://www.elifcelik.de/

Karsamstag

Der Karsamstag heute ist so ein schmuckloser Tag dazwischen – noch nicht Ostern, aber auch nicht mehr der Karfreitag als Todestag. Es ist ein stiller Tag, an dem wir eingeladen sind, die Trauer und Leere Jesu Jünger nachzuspüren.

Es gibt seltene Darstellungen Jesu im Grab, die zu diesem Tag passend sind, und Darstellungen Jesu als Schmerzensmann wie diese von Lucas Cranach dem Älteren (1472–1553). Es ist weniger konkret in die Erzählung eingebettet als der Ecce homo, dem der titelstiftende Pilatus zur Seite gestellt sein kann, sondern eher eine entrückte Meditationshilfe mit allen Marterwerkzeugen und den Wunden der Kreuzigung.

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https://dommuseum-bremen.de/
https://stpetridom.de/

Karfreitag

Karfreitag, der traurige Höhepunkt der Karwoche: Kreuzigung und Tod Jesu Christi. Der Triumphzug zum Palmsonntag verkehrt zum Leidensweg, der Via Dolorosa.

In einem Saal der Kunsthalle Bremen sah ich viele verschiedene Plastiken in einem merkwürdigen Zug aufgereiht. Ich kann nicht sagen, was die Kuratoren der Kunsthalle mit diesem Zug aussagen wollten. Von hinten fotografiert, erinnert es mich an den Leidensweg Jesu durch die Straßen von Jerusalem – gegeißelt, verspottet, gekrönt mit einer Dornenkrone. Und die Schaulustigen erfreuen sich an fremdem Leid, ohne zu ahnen, was hier gerade Weltbewegendes geschieht.

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https://www.kunsthalle-bremen.de/

Palmsonntag

Mit Palmsonntag beginnt die letzte und zentrale Woche der Fastenzeit, welche auch die Karwoche genannt wird. Kar kommt vom althochdeutschen chara und bedeutet Wehklage oder Trauer. Das englische Verb care ist damit verwandt und das deutsche Adjektiv karg.

Heute beginnt es also, das Leiden Jesu Christi, mit dem Einzug in Jerusalem. Doch der Anfang ist triumphal! Wie ein König wird Jesus begrüßt, Palmenzweige und Tücher werden vor ihm auf dem Boden ausgebreitet. Freude und Erwartung, wie wir sie aus dem Frühling immer wieder kennen.

Mein Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Gemälde Blaugrüner Klang, das 1917 von Johannes Itten (1888–1967) in Wien gemalt wurde. Das Bild ist ein Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem Zwölfton-Komponisten Josef Matthias Hauer. Sie fragten sich, ob man Klänge und Farben auf ähnliche, gar gemeinsame Grundprinzipien zurückführen könne. Zwei Jahre nach der Entstehung dieses Gemäldes wurde Itten ein wichtiger Mitstreiter und Gestalter des Bauhauses in Weimar. Bis heute wird sein Farbkreis in der Kunstpädagogik verwendet.

Das vollständige Bild ist heute in der Kunsthalle Bremen zu sehen.

Links
https://www.kunsthalle-bremen.de/
https://www.klassik-stiftung.de/bauhaus-museum-weimar/
https://bauhaus-dessau.de/

Eid Al-Fitr Mubarak!

Eid Mubarak! Ich wünsche all meinen muslimischen Freunden ein gesegnetes Ramadan-Fest, das man in Deutschland auch als Zuckerfest kennt.

Auch meine Fastenzeit geht bald zu Ende. In diesem Jahr werde ich die wichtigen Feiertage von Palmsonntag bis Pfingsten mit Bildern meiner Bremen-Reise im letzten Frühjahr illustrieren. Den Anfang macht hier die Ravza-Moschee des KAMU e.V. – Kulturverein Achimer Muslime. Achim ist eine kleine Stadt südöstlich von Bremen. Die Moschee entdeckte ich von der Autobahn aus und bin einfach abgefahren, um sie mir genauer anzuschauen. Im Gebetsraum sah ich diesen wunderschönen Leuchter. Ich hatte auch ein angenehmes Gespräch in der Moschee, für das ich mich noch einmal bedanken möchte.

Ein herzliches Eid Mubarak nach Achim!

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https://kamu-achim.de/

Kerzenpatenschaft des VILLA e.V.

Im Rahmen des Lichtfests Leipzig fand zum sechsten Mal die Aktion Kerzenpatenschaft statt. In diesem Jahr gingen die Spenden in Höhe von 5.000 Euro an den VILLA e.V.

Am 17. November 2025 überreichte Oberbürgermeister Burkhard Jung gemiensam mit Marit Schulz, der Leiterin des Lichtfests Leipzig, den symbolischen Spendenscheck an Oliver Reiner, unseren Geschäftsführer und mich als Vorsitzenden des Fördervereins.

Das »Kuratorium Friedliche Revolution 1989« hatte im Vorfeld entschieden, dass der Spendenerlös aus den Kerzenpatenschaften in diesem Jahr uns zugutekommt.

Oliver Reiner zeigte sich begeistert von der Summe und betonte: »Es braucht diese Orte, wo Menschen wieder zusammenkommen können, wo man Zugehörigkeit erleben kann. Das machen wir – und dafür werden wir auch diese Summe nutzen.«

Neben der Möglichkeit, eine Kerzenpatenschaft zu übernehmen, waren wir am Lichtfest-Abend am 9. Oktober mit einem eigenen Informations-Stand präsent und führten viele anregende Gespräche.

Wir danken allen Unterstützern für ihre Spende! Man kann auch weiterhin spenden.

Kalender 2025-12

Vor fünf Jahren lebte Muzamil im Erzgebirge.
Heute spiel er bei uns im Mittelfeld.
In fünf Jahren, inschallah, wird er noch an der Uni in Halle (Saale) studieren.

Am 17. Juli 2020 wurde der FC Mohajer Leipzig e.V. gegründet. In diesem Jahr feiern wir sein fünfjähriges Jubiläum. Unsere Spieler nehmen dies zum Anlass innezuhalten, auf ihr eigenes Leben vor fünf Jahren zurückschauen und einen hoffenden Ausblick fünf Jahre in die Zukunft wagen.

Wo warst du vor fünf Jahren? Inschallah, wo wirst du in fünf Jahren sein?

Spenden für den VILLA e.V.

Während ich an meinem Kalender für 2026 gearbeitet habe, kam mir die Idee für ein Postkartenmotiv, um für Spenden für den VILLA e.V. zu werben. Die Karte liegt seit heute im Café der VILLA in der Lessingstr. 7 aus. Dort kann man mit einer kleinen Umfrage auch sein restliches Bargeld spenden.

BTW: Im Café hängen nun auch meine Kalenderbilder aus. Wenn das kein Grund ist, dort mal eine gute Tasse Kaffee zu trinken…

Link
https://villa-leipzig.de/spenden