Die Schönheit in der Welt

Vor vier Jahren hatte ich die Gelegenheit, in die Welt der professionellen Musikproduktion hinein zu schnuppern. Ich habe den Klassiker What a Wonderful World für das Gesangsensemble Adoro ins Deutsche übertragen dürfen. Es pinselt doch das eigene Ego, auf einer CD von Sony-Music erwähnt zu werden. Vor einigen Tagen habe ich das Lied einem Freund vorgespielt, der ebenfalls Musiker und auch Übersetzer ist (nämlich meines Buches Wenn du nicht da bist …). Das ist ein guter Anfang für diesen Post:

Im Film American Beauty (1999) wird der Schönheitsbegriff hinterfragt, gewendet und dem individuellen Leid gegenübergestellt. Am Ende hören wir den gerade erschossenen Lester Burnham (Kevin Spacey) im Voice-over:

I guess I could be pretty pissed off about what happened to me, but it’s hard to stay mad when there’s so much beauty in the world. Sometimes I feel like I’m seeing it all at once, and it’s too much. My heart fills up like a balloon that’s about to burst. And then I remember to relax, and stop trying to hold on to it, and then it flows through me like rain, and I can’t feel anything but gratitude for every single moment of my stupid little life. You have no idea what I’m talking about, I’m sure. But don’t worry. You will someday.

Der schwedische Musiker Jens Lekman bezieht sich wohl auf dieses Filmzitat, wenn er sieben Jahre später in der melancholischen Sommerbetrachtung Another Sweet Summer’s Night on Hammer Hill (nicht zu verwechseln mit dem äußerst tanzbaren A Sweet Summer’s Night on Hammer Hill) nach Schilderungen von Mobbing bis hin zur Folter singt:

Oh, but it’s hard to stay mad when there’s so much beauty
An open window, someone’s playing Tutti Frutti
It’s a summer’s night on Hammer Hill

Über die Jahre habe ich immer wieder geschwankt, ob Jens Lekman es eben genau so meint, wie er es sagt und wie es auch in American Beauty gemeint ist, oder aber ob das Filmzitat ironisch-zynisch brechen möchte. So oder so, auch hier soll lieber das YouTube-Video sprechen. Leider gibt es nur ein Standbild. Es ist eben keine Single-Auskopplung:

Endlich habe ich es geschafft, die vier Staffeln der US-amerikanischen Serie Ugly Betty (2006–2010) zu sehen, die eine Adaption einer kolumbianischen Telenovela ist und von der großartigen Salma Hayek produziert wurde. Sie und eine ganze Reihe weiterer Größen des Business beehrten die Serie mit Gastauftritten; z.B. das Golden Girl Betty White und eine ganz charmante Adele.

Getragen wird die Serie aber von der Schauspielerin America Ferrera, welche die Titelfigur Betty spielt. Als Tochter eines illegal aus Mexiko eingewanderten verwitweten Vaters bewirbt sich die intelligente aber unbedarfte Betty bei der Modezeitschrift Mode als persönliche Assistentin des jungen Chefs Daniel Meade. Sie bekommt die Stelle lediglich, weil sie eben nicht in das Beuteschema Meades passt und somit nicht von der Arbeit ablenkt.

Als hässliches Entlein kämpft sich Betty durch die Ränke und Peinlichkeiten von 85 Episoden, bis sie endlich ihre Zahnspange verloren, Stilsicherheit bei der Bekleidung gewonnen und einen Job im London, England angenommen hat. In der der letzten Szene der Serie hat der große Daniel Meade seine Stellung im großen Familienunternehmen augegeben, um seiner erfolgreichen Angebeteten hinterherzureisen. Er sitzt auf einer Treppenstufe am Trafalgar Square, sie geht zur Arbeit und langsam blendet sich ein Lied von Macy Gray ein: Beauty In The World. Damit möchte ich den heutigen Blogeintrag kommentarlos beenden.

Kalender Jahresklänge 2019

Der J. F. Steinkopf Verlag hat gerade Jahresklänge, seinen spirituellen Wochenkalender für das Jahr 2019, herausgebracht. An den Festen des Kirchenjahres orientiert haben die Autoren des Verlags kurze Textmeditationen erstellt, die jeweils mit einer Fotografie illustriert sind. Da auch ich zu dem Autorenkreis dieses Verlags gehöre (meine Erzählung Lucias Aufbrüche ist hier verlegt worden), ist einer der 52 Texte aus meiner Feder.

Heute sind meine Belegexemplare mit der Post gekommen. Ich freue mich, dass ich bei dieser Kollaboration dabei sein durfte. Noch habe ich nicht alle Texte gelesen; aber was ich gelesen habe, gefällt mir sehr gut. Also, eine allgemeine Kaufempfehlung: ISBN 978-3-7984-0847-0 😉

Jahresklänge2019Link
https://www.glaubenssachen.de/jahresklange-2019.html

Andreas Weißgerber in der Galerie Koenitz

Ein besonders giftiges Bonmot weiß die Welt der Künstler in bis zu drei Gruppen zu unterscheiden. Ganz oben stehen selbstverständlich die echten und großartigen Künstler, die wie der Dichter in Friedrich Schillers Teilung der Erde jederzeit beim Göttervater verweilen dürfen und beständig von einer der hingebungsvollen Musen geküsst werden. Darunter kommt dann erst einmal nichts, bis wir schließlich – irgendwo in der Unterwelt – die zwei anderen Gruppen treffen, die sich unter dem Sammelbegriff Verhinderte Künstler und Frustrierte subsumieren lassen: Kunstkritiker und Kunstlehrer.

Solche Worte sind geeignet, bei einer Party und am besten einer Vernissage den einen oder anderen Lacher zu ernten. Die Kunstwelt beschreiben sie aber nicht. Es gibt einfach zu viele Gegenbeispiele. Aber eines lässt sich mit Sicherheit sagen: ein guter Künstler ist noch lange kein auch nur brauchbarer Kunstlehrer.

Hier soll es nun eigentlich um einen Menschen gehen, den ich quasi in allen drei Disziplinen (Schaffen, Vermitteln und Bewerten) erleben durfte: Andreas Weißgerber. Als Kollegen im Werk 2 haben wir uns kennengelernt. Dort leitete er bis zu seinem sozialversicherungsrechtlichen Ruhestand die Grafikwerkstatt, deren Kurse sich sowohl an Menschen jeden Alters in ihrer Freizeit richten, als auch an angehende Kunststudenten zur Erstellung einer Bewerbungsmappe und aktive Künstler ohne eigene Druckwerkstatt. Ich persönlich habe einiges von Andreas Weißgerber gelernt. Und in Gesprächen über die Großen des Fachs und kommende Ausstellungen tauschten wir damals wie heute Meinungen und Erkenntnisse aus.

Andreas Weißgerber war aber immer auch selbst bildender Künstler. Und nun, nach seiner Zeit im Werk 2, hat er wieder mehr Zeit für die Schöpfung eigener Werke. Und diese kann man unter dem Titel Magnolia noch bis zum 27. Juni in der Galerie Koenitz bewundern – und kaufen. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

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Das Foto zeigt mich in der Galerie vor Bildern von Andreas Weißgerber.

Links
http://www.werk-2.de/
http://andreas-weissgerber.de/
http://www.galerie-koenitz.de/

Sharing Ramadan in der VILLA

Für gestern Abend hatte eine Gruppe vom Forum Dialog zum gemeinsamen Fastenbrechen in die VILLA geladen. Das abendliche Fastenbrechen nennt sich Iftar und ist ein Festmahl, das gern auch im großen Kreis eingenommen wird. Nichtmuslime können so islamische Traditionen und Gebräuche kennenlernen – ohne übrigens missioniert zu werden. Ich habe gern teilgenommen. Tieftheologisches muss ich jetzt nicht schreiben. Aber zwei Fotos von mir möchte ich ergänzen (Vielen Dank an Caner Uzun für die schönen Bilder!).

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20150601 VILLA Iftar 3

Links
https://www.facebook.com/pg/SharingRamadanDE/
http://forumdialog.org/project/sharing-ramadan/
http://www.caneruzun.com/

Kalender 2018 – Ein Jahr mit dir – Juni

K18_06_Juni

Allein auf weiter Flur und immer weiter reisen, reisen, reisen
Immer auf der Suche nach dem Schlüssel für das Schloss, das mich noch hält
Ach der Neid, die Gier, die Missgunst – das Denken, ja das Denken
Das macht vieles kaputt, was sonst hier wär’
Ich will Spaß und Wonne, strahlen wie die Sonne
Ich will der sein, mit dem du sein willst
Ich will bei dir bleiben, will dir Liebesbriefe schreiben
Ich will, dass du dich besser fühlst – und frei

Der Ramadan beginnt

Durch das Soziokulturelle Zentrum „Die VILLA“ und meine Arbeit bei der Deutschen Angestellten-Akademie habe ich in den letzten zwei bis drei Jahren viele Menschen kennengelernt, die muslimischen Glaubens sind. Seitdem beschäftige ich mich verstärkt mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der drei Abrahamitischen Religionen. Und gerade in der ostdeutschen Diaspora überwiegen für mich die Gemeinsamkeiten; oder um es pointiert zu sagen: Es muss doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir nicht bald einen Weg finden, friedlich miteinander zu leben!

Heute ist der erste Tag des Fastenmonats Ramadan. Ich wünsche all meinen muslimischen Freunden eine Zeit der Einkehr, Ruhe und Besinnung. Uns allen wünsche ich den Frieden auf Erden, den auch in der Weihnachtserzählung der Engel den Hirten wünscht.

Ramadan Mubarak 2018

Spendenrallye in der VILLA – jetzt auch analog

Eine neue Tradition in unseren VILLA e.V. – Förderverein für Jugend, Kultur und Soziales ist die Spendenrallye. Zum dritten Mal wird das Sammeln von Spenden für das Soziokulturelle Zentrum „Die VILLA“ zu einem spielerischen Wettkampf einzelner Projekte untereinander.

In drei Kategorien werden die Kombattanten zu drei Stichtagen miteinander verglichen: die höchste Einzelspende, die höchste Spendensumme und die meisten Spender. Den Siegern gibt der Förderverein jeweils noch 150 EUR dazu. Da wir aber auch immer wieder die Erfahrung gemacht haben, dass Menschen unsere Projekte gern unterstützen aber nicht mit Online-Spendentools hantieren wollen, gibt es in diesem Jahr eine neue Möglichkeit:

Neben der digitalen Online-Spende ermöglichen die neuen Spendensäulen das analoge Spenden. Im Café der VILLA gibt es nun die Möglichkeit, die neun Projekte der Spendenrallye auf ganz natürliche und handelsübliche Weise mit realen Münzen und Scheinen zu unterstützen. Für jedes Projekt ist eine Plexiglassäule aufgestellt. Dabei werden die Spender mit dem Anblick eines wachsenden Spendensäulendiagramms belohnt. Auch hier möchte der Förderverein den spielerischen Wettlauf fördern. In zwei Kategorien wird am 17. Juni 2018 zur Zuckertafel bewertet, wie erfolgreich die Projekte Spenden einwerben konnten: Die Höhe der Geldsäule in Zentimetern einerseits und die Höhe des Betrages in EUR andererseits. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.

[Wer mitgezählt hat: es sind zehn Säulen aufgestellt. Die 10. Säule dient dem Förderverein zum Sammeln allgemeiner Spenden.]

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Die Spendensäulen sind eine Idee von mir. Aber ohne das Know-how und die tatkräftige Unterstützung des Makerspace wäre dieser spielerische Weg der Analogspende nicht möglich geworden. Vielen Dank dafür!

Links:
https://villa-leipzig.de/spendenrallye/
http://makerspace-leipzig.de/

Kalender 2018 – Ein Jahr mit dir – Mai

K18_05_Mai

In einer kleinen Datsche am Stadtrand, da ist gut sein.
Dort treff’ ich dich heut Abend. Ich lad dich ein.

Dort entzünd’ ich eine Kerze; es gibt kein elektrisches Licht.
Und ich flüster’ in dein Ohr ein kurzes Gedicht.

Und fängt es an zu regnen, geh’n wir noch einmal raus.
Um uns nicht zu erkälten, zieh’n wir die Kleider lieber aus.

Wenn du dann plötzlich frierst, komm ruhig etwas näher heran.
Ich werd’ dich wärmen und dein Freund sein, dein Partner und Mann.