Kalender Jahresklänge 2019

Der J. F. Steinkopf Verlag hat gerade Jahresklänge, seinen spirituellen Wochenkalender für das Jahr 2019, herausgebracht. An den Festen des Kirchenjahres orientiert haben die Autoren des Verlags kurze Textmeditationen erstellt, die jeweils mit einer Fotografie illustriert sind. Da auch ich zu dem Autorenkreis dieses Verlags gehöre (meine Erzählung Lucias Aufbrüche ist hier verlegt worden), ist einer der 52 Texte aus meiner Feder.

Heute sind meine Belegexemplare mit der Post gekommen. Ich freue mich, dass ich bei dieser Kollaboration dabei sein durfte. Noch habe ich nicht alle Texte gelesen; aber was ich gelesen habe, gefällt mir sehr gut. Also, eine allgemeine Kaufempfehlung: ISBN 978-3-7984-0847-0 😉

Jahresklänge2019Link
https://www.glaubenssachen.de/jahresklange-2019.html

Exakte Übereinstimmung der Attitüden

Auf der Website von Vestoj – the plattform for critical thinking on fashion las ich heute einen Artikel aus der Ausgabe #6 On Failure über den Zigeuner-Look. An dieser Stelle nutzt auch die gebürtige Roma aus Rumänien im Englischen den Begriff Gypsy; denn es geht um den romantisch verklärten Blick auf das lustige Zigeunerleben, das die Autorin dann kontrastiert mit den Realitäten in Rumänien und den anderen Ländern der EU. Es ist ein sehr lesenswerter Artikel, der aus den Werbebotschaften einiger Modehäuser zitiert und dies in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext stellt. Ich habe in dem Artikel neue Worte kennengelernt, wie den Gypset, den Bloomingdale erfunden haben soll. In einer Anzeige im New Yorker heißt es wörtlich: Are you a gypset? Part Gypsy, part Jet Set, all chic?

Auf die Zigeuner haben wir schon immer aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven gesehen. Das Wildromantische fasziniert uns, die Unabhängigkeit, die heiße Liebesglut. Doch wer möchte mit echten Zigeunern umgehen? – Da ist es ganz egal, ob es sich um Angehörige der Sinti und Roma handelt, Jenische, moderne Schausteller oder mexikanische Wanderarbreiter auf US-amerikanischen Obstplantagen; sie alle könnte man für Zigeuner halten, sie alle können als Projektionsfläche für unsere ungelebten Träume dienen, und wir wollen sie alle nicht in unseren echten Leben haben.

Die Bewunderung ist alt: das Zigeunerschnitzel mit Zigeunersauce existiert bereits über hundert Jahre. Den Zigeuner-Look soll es dem Artikel nach seit den 60er Jahren geben. Sogar im modernen Arbeitsalltag orientieren wir uns am Ideal des Zigeuners. Das Leben und Arbeiten als Digitaler Nomade – nur mit einem Laptop bewaffnet in einem Café sitzend – scheint uns das Paradies unter den Erwerbsarten.

Doch die Bigotterie unserer Gesellschaft sollte gar nicht das Thema dieses Blog-Eintrags werden. Der Artikel ist nur der Aufhänger für ein anderes Thema. Er wurde illustriert mit einer Arbeit der Fotografen Ari Versluis und Ellie Uyttenbroek: Zwölf ältere Zigeunerfrauen. Man ahnt, dass das, was diese authentisch tragen, nicht der Zigeuner-Look der Modebranche ist.

Ari Versluis und Ellie Uyttenbroek stammen aus den Niederlanden und erstellen bereits seit 1998 sogenannte Exactitudes. Das Wort ist eine Neuschöpfung aus Exact Attitudes. Die beiden Künstler staffieren ihre Modelle nicht aus. Sie porträtieren Menschen in ihrer typischen Bekleidung, achten allerdings auf eine bestimmte Haltung, sortiert nach ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe, Subkultur, Modewelle. Es entstehen überwältigende Porträtreihen, die einen das Wort Individualismus vergessen lassen.

Ist es so einfach, mich einer Gruppe zuzuordnen? Warum sieht man es selbst nicht so klar wie die anderen? Eltern bemerken den Wandel der Teenager-Kinder von „normalen“ Menschen zu Fans einer bestimmten Band, eines Musikstils oder anderer Unterscheidungsmerkmale. Der Teenager fühlt sicherlich beides, den vermeintlich ausgedrückten Individualismus im Vergleich zur angenommenen oder tatsächlichen Konformität in der Schulklasse, sowie das Erfüllen eines Dresscodes, um von der ersehnten Gruppe aufgenommen zu werden. Wie gesagt, er fühlt es; aber ganz und gar bewusst ist es ihm nicht.

Ich kenne einige der Arbeiten schon seit fast zwei Jahren. Heute sind sie mir wieder über den Weg gelaufen. Darüber freue ich mich. Ein Besuch ihrer Website ist auf jeden Fall lohnenswert.

Links
http://vestoj.com/dressing-like-a-gypsy/
http://www.exactitudes.com/
http://www.flatlandgallery.com/artists/exactitudes/

Geburtstag von Yoko Ono

Heute wird Yoko Ono 83 Jahre alt. In der deutschen Jugendkultur ist ihr Name immer noch lediglich mit dem John Lennons verbunden. Sie gilt als die Hexe, welche die Beatles auseinander getrieben haben soll. In meinem Freundeskreis ist bekannt, dass ich – obwohl auch großer John-Lennon- und Beatles-Fan – diese Ansicht nicht vertrete.

Yoko Ono ist eine der bedeutendsten Aktionskünstlerinnen, welche bisher auf dieser Erde wandelten. Das ist zugegeben ein wenig schwärmerisch und überschwänglich geraten, dient damit aber nur als Gegengewicht zu all den Schmähungen, welche Ono bisher ertragen musste.

Auf ihre künstlerische Arbeit möchte ich in diesem Beitrag gar nicht eingehen. Mir ist aber am Montag etwas Interessantes passiert, was ich hier kurz schildern möchte. Beim Überprüfen meines Spamordners fiel mir eine E-Mail auf, in der ich als Blogger mit künstlerischem Interesse auf eine Website aufmerksam gemacht werden sollte – speziell auf den Beitrag über Yoko Ono. Das gebe ich hier gerne weiter. Follower bin ich nicht gleich geworden, aber die Beiträge sind tatsächlich gut.

Links
https://www.artsy.net/artist/yoko-ono
https://www.artsy.net/

Menschen, mit denen ich keinen Tee mehr trinken kann

Gestern Abend war in der VILLA wieder die OpenStage, die ich in alter Verbundenheit immer noch den Gitarrenabend nenne. Und ein Lied habe ich gestern auch wieder gehört: Hotel California, dessen Co-Autor und Eagles-Mitglied Glenn Frey am gestrigen Tag in New York City im Alter von 67 verstorben ist. Nun bin ich kein ausgesprochener Eagles-Fan, aber Hotel California gehört doch zum internationalen All-Zeit-Repertoire von Klassikern.

Jeden Tag werden Menschen geboren und jeden Tag sterben welche. Sicherlich gibt es auch tragischere Schicksale als den Tod eines Rockstars, wie zum Beispiel im Mittelmeer ertrinkende Flüchtlinge. Doch Tode aufzuwiegen bringt ebenfalls nichts. Menschen, die wie Glenn Frey im Lichte einer wohlwollenden Öffentlichkeit stehen, sind bequem von zuhause aus zu betrauern. Und niemand wird als Reaktion auf seinen Tod eine Gesetzesänderung verlangen.

Aber ich schweife ab. In den letzten Tagen und Wochen, sind einige berühmte Menschen von uns gegangen, die mir durchaus viel bedeutet haben. In Momenten der Selbstüberschätzung stelle ich mir gerne vor, wie ich z.B. – nicht ein Konzert besuche, sondern – mit einer musikalsichen Berühmtheit gemeinsam ein Konzert gebe. Mehr noch gefiele es mir, mich bei einer Tasse Tee mit großen Künstlern in einem Gespräch auszutauschen oder ein gemeinsamen Projekt zu planen. Solchen Träumen sind ja keine Grenzen gesetzt. Und bevor es in die Kommentare kommt: Mir selbst ist klar, wie unrealistisch solche Vorstellungen oft, fast immer sind.

Besonders fragwürdig werden solche Phantasien, wenn die Person des Verlangens verstorben ist. Das schreit nach einer neuen Top-Five-Liste der Personen, die ich leider nicht mehr zum Tee einladen kann. Ich nehme auf diese Liste nicht John Lennon, der erschossen wurde, als ich sieben Jahre alt war; denn als ich anfing Musik zu machen, war er bereits einige Jahre tot. Auch Thomas Mann kommt nicht mit auf die Liste. Der starb ja noch vor meiner Geburt. Bob Dylan, Leonard Cohen, Joni Mitchell und Yoko Ono sind ebenfalls nicht vertreten. Es ist zwar äußerst unwahrscheinlich, dass ich bald einen Status erreiche, der ein Treffen mit einer dieser Personen ermöglicht, aber es ist immerhin theoretisch möglich.

Hier nun die Top-Five-Liste der Menschen, mit denen ich leider keinen Tee mehr werde trinken können, in der aufsteigenden Reihenfolge ihrer Sterbedaten:

  1. Michael Ende († 28. August 1995) – Von Jim Knopf über Bastian B. Bux zu Momo hat er meine Kindheit nicht nur begleitet sondern ausgestaltet. Als Jugendlicher hat mich der Spiegel im Spiegel so fasziniert, dass er zu einem wichtigen Teil für den Wunsch verantwortlich ist, selbst solche Texte zu schreiben. Jetzt ist Michael Ende schon über 20 Jahre tot, aber an seine Qualität komme ich lange noch nicht heran.
  2. Lou Reed († 27. Oktober 2013) – The Velvet Underground haben mich früh begeistert. Und am Walk on the Wildside kommt man als Teenager in Verwirrung der Gefühle wohl auch kaum vorbei. Aber besonders hat mich sein 1973er Album Berlin umgehauen. Es war ein regelrechter Zufallskauf aus einem Ausflug nach Hannover. Die Melancholie diese Albums fiel bei mir auf fruchtbaren Boden.
  3. Will McBride († 29. Januar 2015) – Sein Tod ist für mich besonders tragisch. Will McBride habe ich tatsächlich bei einer Ausstellung seiner Fotos von Romy Schneider getroffen. Nach einem Gespräch gab er mir seine Telefonnummer. Ich habe mich nie getraut, ihn anzurufen.
  4. David Bowie († 10. Januar 2016) – Ziggy Stardust, Major Tom und überhaupt dieser Mann, der im Kleid wie im Anzug einfach umwerfend aussah. Time takes a cigarette, puts it in your mouth. Als ich das zum ersten Mal hörte, war ich selbst noch ein Raucher und verstand ihn sofort, fühlte mich verstanden. Ich hätte ihn gern gefragt, ob Wild-Eyed Boy from Freecloud tatsächlich, wie ich vermute, durch das Gedicht Mai von K. H. Macha inspiriert ist.
  5. Alan Rickman († 14. Januar 2016) – Ein Freundin hatte vor mir Robin Hood – Prince of Thieves mit Kevin Costner gesehen. Sie sagte zu mir, dass mir der Sheriff von Nottingham gefallen würde. Er sähe aus wie Cat Stevens. Das ist natürlich nicht alles, was es zu Alan Rickman zu sagen gäbe. Aber ich möchte es an dieser Stelle einfach mal so stehen lassen.

Nachtrag
In der Tagesschau um 20:00 Uhr muss ich erfahren, dass gestern auch der französische Schriftsteller Michel Tournier gestorben ist. Sein bekanntestes Buch heißt Der Erlkönig aus dem Jahre 1970. Es ist 1996 von Volker Schlöndorff unter dem Titel Der Unhold mit John Malkovich verfilmt worden. Er erhält nun einen nicht nummerierten Ehrenplatz in meiner heutigen Top-Five-Liste.

VISIONALE 2015 in Leipzig (Rückschau)

Morgen vor einer Woche fand im Schauspiel Leipzig die VISIONALE 2015 statt. Der Arbeitskreis Medienpädagogik der Stadt Leipzig präsentierte unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Burkhard Jung die Nominierten und Sieger aus der Menge von 81 Medienproduktionen aus ganz Sachsen gezeigt. Als Moderator führte August Geyler durch das Programm. Ich wurde als Teil der Foto-Jury auch auf die Bühne gebeten, um kurz zu umreißen, warum die zwei Preisträger in unserer Kategorie den Sieg davontrugen. Ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig aufgeregt war, auf der Bühne des Schauspiels zu sein.

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Die Fotografien habe ich von der offiziellen Website der VISIONALE. Den Urheber kenne ich leider nicht.Da ich auf diesen Bildern aber selbst dargestellt bin, erlaube ich mir einfach die Übernahme.

Links (Berichterstattung)
visionale-leipzig.de
info-tv-leipzig.de
mephisto976.de

Earth Day 2015

Seit 25 Jahren wird am 22. April international der Earth Day gefeiert. Die Geschichte um diesen Tag ist tatsächlich noch ein bisschen länger. Der 2012 verstorbene Friedensaktivist John McConnell schlug bereits 1969 bei einer UNESCO-Konferenz vor, einen Tag im Jahr der Erde und dem Frieden zu widmen. Mittlerweile ist dieser Tag recht gut verankert – in den Kalendern, die sich mit Namens- und Gedenktagen beschäftigen. Unsere Aufmerksamkeit bezüglich dieser zwei lebenswichtigen Themen braucht allerdings weiteren und eben wiederholten Anstoß.

Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts stärkte die Raumfahrt auch in der breiten Bevölkerung das Bewusstsein für die Erde als eine Gesamtheit. Bekannt ist in diesem Zusammenhang ein Foto unseres Planeten, welches während der Apollo-17-Mission am 7. Dezember 1972 aufgenommen wurde. Es zeigt die Antarktis und Afrika mit der Arabischen Halbinsel. Dieses Bild ist als Blue Marble in das kollektive ikonografische Gedächtnis der Menschheit eingegangen. John McConnell schlug vor, dieses Bild als Erdflagge zu nutzen.

Die NASA verneigte sich 2014 vor dem Earth Day mit einem Global Selfie, das wie viele Veröffentlichungen der NASA zur allgemeinen nicht-kommerziellen Verwendung freigegeben ist. Daher möchte ich es hier auch zeigen:

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Global Selfie der NASA zum Earth Day am 22.04.2014

In diesem Jahr ist der konkrete Schwerpunkt des Earth Day auf das rückstandslose Recycling gelegt. Unter dem Motto „Cradle to Cradle – Nie wieder Müll. Heute Abfall, morgen Nährstoff.“ soll der industrielle Mensch wieder Eingang in den Zyklus finden, der ohne ihn so gut funktioniert.

Den Earth Song schrieb Michael Jackson übrigens nicht für diesen Gedenktag. Er hatte den World Environment Day im Sinn, als er sich die Seele aus dem Leib schrie. In Deutschland begeht auch diesen unter dem Namen Tag der Umwelt am 5. Juni jeden Jahres. Aber ich glaube, auch heute darf man Michael Jackson hören.

Der Kommandant von Apollo 17 Eugene Cernan, der auch als der letzte Mensch auf dem Mond bekannt werden sollte, hat seine Erinnerungen an die zahlreichen Einsätze bis hin zum Mondflug in Interviews und Büchern geteilt.  Aus diesen Erinnerungen haben Paul und Ralph Colwell gemeinsam mit Herbert Allen das Lied Moon Rider geschrieben, das bei den Musik-Shows von Up with People aufgeführt wird. Up with People ist eine 1965 in den USA gegründete Non-Profit-Organisation, die Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Musik-Show um die Welt schickt in dem Gedanken, dass Menschen, die sich privat kennengelernt haben, keine Kriege mehr gegeneinander führen werden.

Es muss Ende der 80er Jahre gewesen sein, dass Up with People auch in meiner Heimatstadt Peine zu Gast waren. Wir nahmen einen der Sänger als Gast auf, und ich besuchte die Show zweimal. Das Lied Moon Rider hat mich besonders fasziniert. Ich habe noch das Songbook von der Tour mit den Unterschriften der Sängerinnen und Sänger darin. Ab und zu spiele ich Moon Rider, doch die Qualität des oben eingebetteten YouTube-Videos verfehle ich deutlich.

 

Links
earthday.de
earthday.org
nasa.gov
upwithpeople.org

Wann ist Frühling?

Wir warten in jedem Jahr wieder und immer ein wenig ungeduldiger als im Jahr zuvor auf den Frühling. Fast könnte man die ungeduldige Vorfreude der Erwachsenen in diesen Wochen mit der kindlich-adventlichen Erwartung des Weihnachtsfestes vergleichen, wenn sich dies nicht aus jahreszeitlichen und theologischen Gründen ausschlösse. Weihnachten und Ostern fallen eben tatsächlich niemals auf den selben Tag!

Da uns aber der Frühling so wichtig ist, können wir gleich mehrere Frühlingsanfänge feiern. Da bietet sich doch meine geliebte Form der Top-Five-Liste an:

  1. Frühlingsanfang im Kirchenjahr
    Für die Berechnung des Osterfestes ist der Frühlingsanfang wichtig. Der Sonntag nach dem Frühlingsvollmond, also dem Vollmond nach Frühlingsanfang, ist der Ostersonntag. Bereits beim Konzil von Nicäa wurde das so festegelegt und der Frühlingsanfang auf den 21. März gesetzt. In Abhängigkeit des Monzykluses kann das Osterfest also schon am 22. März beginnen oder aber erst am 25. April. In diesem Jahr wird der Frühlingsvollmond am 4. April sein. Der 5. April ist dann Ostersonntag.
  2. Der phänologische Frühlingsanfang
    Wenn man einen Spaziergang macht, interessieren einen nicht unbedingt Kalender und Berechnungen von bestimmten Terminen. Man schaut in die Natur. Und was man sieht, bestimmt auch, wie man sich fühlt. Brechen die ersten Schneeglöckchen durch den Schnee, beginnt der Vorfrühling. Die gelben Blüten der Forsythie ordnet man dem sogenannten Erstfrühling zu. Die Apfelblüte zeigt uns schließlich gemeinsam mit dem ersten Flieder den Beginn des Vollfrühlings in Mitteleuropa an.
  3. Der astronomische Frühlingsanfang
    Die erste Tag-und-Nacht-Gleiche des Jahres bestimmt den astronomischen Beginn des Frühling; die zweite dann übrigens den Herbstanfang. In diesem Jahr hat der astronomische Frühling bereits gestern am 20. März begonnen.
  4. Der meteorologische Frühlingsanfang
    Die Meteorologen lieben Statistiken. Damit man diese sauber erstellen kann, braucht es klare Zuordnungen. Daher hat die unter dem Dach der UN arbeitende World Meteorological Organization die drei Monate März, April und Mai dem Frühling zugeorndet. Wir sind heute also schon drei Wochen tief im meteorologischen Frühling. (Die Aufteilung der übrigen neun Monate erspare ich mir, um nicht die Intelligenz meiner Leser zu kränken.)
  5. Der ökonomische Frühlingsanfang
    Böse Zungen behaupten, man erkenne den Beginn des Frühlings am Beginn des Sommerschlussverkaufs, da ja im Handel vieles überpünktlich bis absolut unzeitig angeboten würde. So schlimm ist es allerdings noch nicht um uns gestellt. Obwohl saisonale Schlussverkäufe seit 2004 nicht mehr gesetzlich bestimmt werden, haben sich doch bestimmte Zeiten bewahrt (Juli/August für den SSV und Januar/Februar für den WSV). Das Ende des Winterschlussverkaufs ist also eine Art ökonomischer Frühlingsanfang. Ungefähr zur gleichen Zeit halten dann auch Schokoladenosterhasen und Nugateier Einzug in die deutschen Supermärkte.

Ich möchte den heutigen Blogeintrag auch nutzen, um einen anderen Blog kurz vorzustellen. Unter dem Namen Neues aus Philly stellt Anne Sophie Heisig ihre temporäre Wahlheimat Philadelphia vor. Während ihrer ersten Semester der Theologie habe ich sie in Leipzig, genauer beim Gitarrenabend in der VILLA kennengelernt. Sie spielt nämlich Gitarre und hat – nebenbei bemerkt – eine wunderbare Stimme. Nun ist sie für ein Studienjahr in den USA.

In diesem Sommer aber wird sie zurückkommen. Darauf freue ich mich. Gestern hat sie auf ihrem Blog einem Artikel den Titel Warten auf den Frühling gegeben. Dem schließe ich mich an. Der Blog beinhaltet übrigens deutlich weniger Worte und mehr Bilder als mein Blog. Ein kurzer Besuch lohnt sich also.

Link
neues-aus-philly.blogspot.de

Staring at the sun

Eigentlich wollte ich beginnen mit: Dieser Tag steht ganz im Schatten der Sonne. Aber das ist nicht ganz logisch. Im Schatten des Mondes vielleicht – aber das dann nicht ganz, sondern nur partiell. Also, nochmal.

Dieser Tag steht ganz im Schatten eines Ereignisses: der partiellen Sonnenfinsternis. Und damit verbunden die Angst vor einem Zusammenbruch der bundesrepublikanischen Stromversorgung, was, wie ich jetzt bereits schreiben kann, ganz offensichtlich nicht eingetreten ist. Da haben Atom- und Kohlelobby wohl zu Unrecht Panik geschürt. Gut. Aber das soll jetzt hier nicht zu politisch werden.

Während die Sonne mehr und mehr vom Mond verdeckt wurde und ich mich vor dem Weiterarbeiten am Vatermörder-Projekt drückte, wuchs in mir der halbherzige Wunsch, vielleicht doch ein Foto von diesem Ereignis zu schießen. Klarer Himmel über Leipzig begünstigte dies. Doch was dabei herauskommt – ohne weitere Filter und mit einer Ausrüstung, die für die Erstellung von Porträts angeschafft wurde –, kann man an diesem kläglichen Bildchen ablesen, welches ich in Paint wohl besser hinbekommen hätte.

Na ja, jetzt hält mich ja nichts mehr von meiner Schreibtischarbeit ab. Obwohl ich natürlich noch den Einkauf für das Wochenende erledigen könnte …

Die Sonne mit Mond und Schlieren auf der Linse