Archiv der Kategorie: Selbstbezogen

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Pfingsten – Der Geburtstag der Kirche

Von den drei wichtigsten Festen im Christentum ist das Pfingstfest wohl das am wenigsten prominente. Weihnachten und Ostern haben ihren festen Platz im Kalender der Familienfeiern. Zu Pfingsten kann man alles mögliche unternehmen. Die ursprüngliche Bedeutung dieses Tages stört da wenig.

Das ist schade; denn das Pfingstfest ist der Augenblick, zu dem wir endgültig in dei Pflicht genommen werden. Es ist das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Die Apostel, die nun 40 Tage mit dem Auferstandenen gelebt haben, sich dann von ihm zur Himmelfahrt endgültig verabschieden mussten, werden heute – 10 Tage später – durch den Heiligen Geist befähigt, in vielen Sprachen zu sprechen. Es ist als eine Aufhebung der Sprachverwirrung von Babel zu verstehen.

Dargestelt wird dieser Augenblick der Ausgießung oft mit Flammen über den Häuptern der Apostel, wie in diesem Relief aus dem Erfurter Dom zu sehen ist.

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Wer nunvom Heiligen Geist beseelt ist, steht in der Nachfolge Christi. Deshalb nennt man das Pfingstfest auch den Geburtstag der Kirche. Die erste Gemeinde bildet sich gleich nach der ersten Predigt Petri:

Als sie aber das hörten, ging’s ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.

Apostelgeschichte 2, 37–39

Das zweite Bild stammt aus Konstantinopel im 11. Jahrhundert und ist in den Staatlichen Museen zu Berlin zu sehen. Hier werden nicht nur die Apostel, sondern auch gleich der byzantinische Kaiser Basileus zum Gefäß des Heiligen Geistes.

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00 Online Titel ohne Text

Kalender 2022.06 – Konferenz der Vögel

06 Die Taube

Noah streckt die Arme aus der Gaube.
Er lässt aus seinen Händen eine Taube.
Nun reingewaschen von dem alten Staube,
Nährt ihn sein unerschütterlicher Glaube.
Bald liegt er bloß und trunken in der Laube,
Berauscht vom Wein der ersten neuen Traube
Und jede alte Planke dient als Daube.
Noch aber schaut er suchend nach der Taube.

Mein Eintrag beim BAfmW

Das Bundesamt für magische Wesen ist, da muss ich hier auf meinem Blog die Illusion gleich zerstören, natürlich kein offizielles Bundesamt. Hier beginnt auch nicht eine wilde Verschwörungserzählung.

Das BAfmW ist eine Plattform im Netz, ein Verlag (?) und auf jeden Fall eine lustige Idee, im Bereich Horror und Fantasy den Umsatz zu steigern. Der Auftritt im Netz, die Firmenwagen und der Stand auf der Leipziger Buchmesse (wenn es denn mal wieder eine geben wird) erwecken den Eindruck eines offiziellen Amtes, mit Drachen statt Bundesadler als Wappentier. Auf der Website des Bundesamts gibt es ein Autorenverzeichnis. Und gestern habe ich gesehen, dass ich drin gelsitet bin: Fabian W. Williges

Der Eintrag beginnt stilsicher aus magischer Sicht: Fabian W. Williges veröffentlicht Bücher und Romane, die das Bundesamt für magische Wesen als FMSK 18 klassifiziert hat. Zu den Veröffentlichungen gehören Publikationen wie „Lucias Aufbrüche „. Die Bücher erscheinen im Steinkopf, J F und sind im Onlinebuchshop des Bundesamtes für magische Wesen bestellbar.

Später heißt es noch folgerichtig: Das Bundesamt für magische Wesen weist im Sinne des Schutzes von Jugendlichen magischer wie nichtmagischer Herkunft darauf hin, dass Bücher wie „Lucias Aufbrüche “ die geistige, seelische und körperliche Unversehrtheit junger Hexen, Vampire, Elfen und Werwölfe sowie queerer Jugendlicher gefährden können.

Vielleicht hätte des Bundesamt etwas weiter recherchieren sollen. Dann hätte es auch andere Bücher oder Einzelbeiträge von mir gefunden, wie z.B. meine Ballade Der Knappe von Schloss Champtocé, in dem es schließlich um einen historischen Satanisten geht.

Zu finden ist diese Ballade in der 7. Geisterspiegel-Antologie Dark Creatures und in meinem Gedichtband Zeitenwende.

Links
http://www.bafmw.org/
https://www.geisterspiegel.de/
https://www.epubli.de/shop/buch/Zeitenwende

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Weißer Sonntag

Der erste Sonntag nach Ostern wird auch Weißer Sonntag genannt. In der evangelischen Kirche ist er unter dem Namen Quasimodogeniti bekannt, d.h. wie die Neugeborenen. Denn durch die Taufe werden wir neu geboren in Christus.

Legt also alle Bosheit ab, alle Falschheit und Heuchelei, allen Neid und alle Verleumdung! Verlangt wie neugeborene Kinder nach der unverfälschten, geistigen Milch, damit ihr durch sie heranwachst und Rettung erlangt! Denn ihr habt gekostet, wie gütig der Herr ist.

  1. Petrus 2, 1–3

Vielleicht nicht ganz passend ist hier die Christus-König-Statue aus dem polnischen Świebodzin, die 2010 errichtet wurde. Aber sie ist nun einmal ganz weiß. Und die Farbsymbolik ist einfach bestechend. Im Petrusbrief, den ich hier zitiere, geht es um die Nachfolge Christi und – hier passt es dann doch besonders – ein königliches Priestertum.

Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist! Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen! Denn es heißt in der Schrift: Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten Stein, einen Eckstein, den ich in Ehren halte; wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde. Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für jene aber, die nicht glauben, ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden, zum Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt. Sie stoßen sich an ihm, weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt. Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. Einst wart ihr kein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; einst gab es für euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden.

  1. Petrus 2, 4–10

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Dass wir zur Nachfolge Christi auserwählt sind, stellt auch Ansprüche an uns. Wir müssen uns in unserem Tun und Denken immer wieder dieser Gnade würdig erweisen.

 

Anschlag in Kabul

Heute Mittag gab es einen Doppelanschlag auf Bildungseinrichtungen in Kabul. Es ist nicht der erste Anschlag und leider wird es wohl auch nicht der letzte sein. Und gerade haben wir mit der Ukraine einen Krieg direkt vor der Haustür. Aber wir dürfen das Leid in Afghanistan nicht vergessen.

Aus der Ferne lässt sich so wenig machen. Ich sitze hier im sicheren Leipzig, klage über Speiseölverfügbarkeit und Benzinpreise; doch dort sterben Schüler, die sich mit höherer Bildung eine bessere Zukunft versprachen. Mindestens sechs von ihnen haben nun gar keine Zukunft mehr.

Der Anschlag wurde wahrscheinlich von Anhängern des IS verübt. Ziel waren Schüler, die der Volksgruppe der Hasara angehören. Ich habe viele Freunde, die Hasara sind. Das gibt einem solchen Anschlag eine besondere, beängstigende Nähe.

In solchen Situationen der Hilflosigkeit greife ich zur Kunst. Ein Bild in meinem typischen Stil habe ich den Schülern Afghanistans gewidmet:

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Links
https://www.bbc.com/news/world-asia-61148248
https://tolonews.com/afghanistan-177645

Der FC Mohajer zu Gast bei den Forster Löwen

Der FC Mohajer Leipzig e.V. war am Karsamstag zu Gast bei den Forster Löwen. Auch sie sind ein Team, in dem hauptsächlich Afghanen spielen. Auch sie gehören zum Projekt Integration durch Sport des DOSB, bzw. der Brandenburgischen Sportjugend und des Landessportbundes Sachsen.

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Es ist nicht so einfach, den richtigen Augenblick für ein Foto oder eine Fotoreihe abzupassen. Oft denke ich, dass jetzt was Großartiges kommt, und dann passiert gar nichts. Und von den zehn Toren des Tages (wir haben 6:4 gewonnen) habe ich gerade mal zwei für die Ewigkeit bewahren können. Die Folge aus zwei Bildern zeigt leider kein Tor, aber eine wunderbare Chance mit großem Einsatz.

Schwierig ist es übrigens auch, ein ordentliches Mannschaftsbild zu schießen. Einer blinzelt immer. Und manchmal geht jemand schon wieder, während ein anderer gerade noch ankommt. Aber die meisten Spieler sind drauf und gut zu erkennen.

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Ostermontag

Wenn ein christliches Fest besonders wichtig ist, hat es zwei Feiertage hintereinander: Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Also heute der Ostermontag, der uns die Bedeutung der Auferstehung unterstreicht.

Aber die Auferstehung ist auch der Punkt am Christentum, der für die meisten Menschen am schwersten zu fassen ist. Durch Thomas, den zweifelnden Jünger, werden aber auch wir modernen Menschen abgeholt. Er wollte erst an die Auferstehung glauben, wenn er seine Finger in die Wundmale Jesu halten dürfe.

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Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Johannes 20, 24–29

Die Figurengruppe findet sich im Nationalmuseum in Breslau. Dort habe ich sie 2016 fotografiert. Die Figuren sind überlebensgroß.

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Ostersonntag

Der Ostersonntag ist einer der wichtigsten Tage im Kirchenjahr. Hier liegt der wichtige Kipppunkt zwischen der Bewegung eines Wunderheilers und em Beginn einer Weltreligion. Das leere Grab am dritten Tag, das nun die Nachfolger Jesu umso stärker in die Verantwortung nimmt. Sie sollen Jesu Weg fortsetzen, handeln, wie er es getan hat.

Als Symbol eignet sich das Licht. Es ist auch so schwer greifbar wie das Wunder der Auferstehung und doch eine Quelle für das Leben auf der Erde. Im Januar 2018 war ich in Rom für eine Hochzeitsfeier. Natürlich habe ich diesen Besuch auch genutzt, um meine Erinnerungen an wichtige Stätten aufzufrischen; mit dabei das Pantheon. Dieser antike Rundbau fasziniert durch seine Kuppel, in deren Scheitelpunkt und Mitte ein Opäum (eine Öffnung von neun Metern Durchmesser), das Sonnenlicht hereinlässt.

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Das zweite Bild ist 2016 in Breslau entstanden. Die Stiftskirche zum Heiligen Kreuz und St. Bartholomäus ist eine backsteingotische Doppelkirche auf der Dominsel. Im unteren Kirchenraum ist alles naturgemäß etwas gedrungener. Oben entfaltet die Gotik dann ihre volle Kraft. Mir war im düsteren Gewölbe das eindringende Tageslicht aufgefallen.

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Karsamstag

Der Karsamstag führt ein Nischendasein. Viele nennen gar schon Ostersamstag. Doch das ist nicht richtig. Wenn Ostern das Fest der Auferstehung ist, ist der Karsamstag ein Tag der Trauer und des Stillstands. Jesus ist tot. Die Bewegung scheint am Ende.

Erst vor wenigen Jahren lernte ich ein Figurenthema kennen, das diese Karsamstagsstimmung einfängt: der tote Jesus im Grab. Das obere Foto habe ich 2016 in Breslau gemacht. Es zeigt eine Arbeit vom Barockbildhauer Balthasar Permoser (1651–1732).

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Der Jesus im Sarg steht im Erfurter Dom. Dort habe ich ihn 2017 fotografiert.

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