Kalender 2018 – Ein Jahr mit dir

Der erste Tag des neuen Jahres. Es müssen nicht die notorischen guten Vorsätze sein. Die wirft man ja gerne ein paar Tage später wieder über Bord. Und doch ist der Neujahrstag ein Anstoß, das Lebensmotto umzusetzen: nicht eines Tages, sondern Tag eins!

Für das Jahr 2018 habe ich einen Kalender mit dem Titel Ein Jahr mit dir gestaltet. Arbeitskollegen, Freunde und natürlich die Familie haben ihn zu Weihnachten geschenkt bekommen. Zu jedem Monatsersten möchte ich das Kalenderbild mit dem entsprechenden Gedicht hier auf meinem Blog posten.

K18_01_Januar

Ein Jahr beginnt! Und eins hört auf.
Es kommt in jüng’re Hände
Der Staffelstab im Jahreslauf
Zum Anfang nach dem Ende.

Ein tiefer Wunsch und auch ein Plan,
Wie dieses Jahr soll werden:
Ich will dich lieben, wie ich kann,
Und Friede sei auf Erden!

Wenn du nicht da bist … – mittlerweile in 5 Sprachen

Wiedermal war ich lange nicht aktive auf dieser Website. Das heißt aber nicht, dass ich insgesamt untätig gewesen wäre. Mein Bilderbuch „Wenn du nicht da bist …“ ist mittlerweile in fünf Sprachen erhältlich. Weitere Sprachen sollen noch folgen. Aber da möchte ich nicht vorgreifen.

DSC_9385_ediert

DSC_9383_ediertDas Buch ist im klassischen Buchhandel erhältlich wie auch über Amazon oder direkt beim Verlag epubli.de, wo ich die Bände herausgebracht habe.

Thinking Day und Todestage

Heute ist der Thinking Day. Seit 1932 feiern Pfadfinder weltweit den Geburtstag ihres Gründervaters Robert Stephenson Smyth Baden-Powell (22. Februar 1857). Heute ist also sein 160. Geburtstag. Roberts Frau Olave hat übrigens auch am 22. Februar Geburtstag. Nur nicht im selben Jahr. Sie war 32 Jahre jünger und starb, als ich bereits auf der Welt und schon vier Jahre alt war. Vor zehn Jahren wurde der Thinking Day größer angelegt. Neben dem 150. Geburtstag Baden-Powells gab es da noch das 100-jährige Bestehen der Pfadfinderbewegung zu feiern. Heute ist er wohl eher eine vereinsinterne Angelegenheit.

Heute vor 74 Jahren wurden Hans und Sophie Scholl gemeinsam mit Christoph Probst in München hingerichtet. Sie bildeten die studentische Widerstandsgruppe Weiße Rose. Ein Satz von Sophie Scholl hat sich mir besonders eingeprägt: Man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben. Dazu brauchen wir einen harten Geist und ein weiches Herz. Wir haben alle unsere Maßstäbe in uns selbst, nur suchen wir sie zu wenig.

Die Hauptsache meines heutigen Blogeintrags ist aber eine Top-Five-Liste runder Todestage in zeitlicher Reihenfolge:

  • Heute vor 220 Jahren starb Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen (1720–1797), der als Lügenbaron in den Texten von Gottfried August Bürger weiterlebt, sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zieht und auf Kanonenkugeln reitet.
  • Vor 30 Jahren starb eine ähnlich schillernde Persönlichkeit. Andy Warhol (1928–1987). Ich war bereits 14 Jahre alt blieb aber damals vom Tod des großen Pop-Artisten unbeeindruckt. Heute weiß ich um den des Werkes, das die Digitalisierung traumwandlerisch vorwegnahm.
  • Vor 15 Jahren starb der Zeichner, Regisseur und Drehbuchautor Chuck Jones (1912–2002). Den Namen kennt wohl kaum einer. Seine Looney Tunes kennt fast jeder. Zahlreiche Oscarnominierungen erhielt Jones für seine Arbeiten. Dreimal gewann er den Oscar. Ein vierter kam für sein Lebenswerk hinzu.
  • Vor 10 Jahren starb Lothar-Günther Buchheim (1918–2007). Er war Maler, Fotograf, Filmemacher, Autor und Verleger. In Erinnerung bleibt er uns für den Roman Das Boot, der in meinem Geburtsjahr 1973 herauskam. Aber wer liest schon so einen Schinken? 1981 verfilmte Wolfgang Petersen den Roman mit Jürgen Prochnow, Herbert Grönemeyer und vielen anderen bekannten Schauspielern.
  • Vor 5 Jahren starben die US-amerikanische Journalistin Marie Colvin (1956–2012) und der französische Fotograf Rémi Ochlik (1983–2012) bei einem Artillerieangriff im syrischen Homs. Der Bürgerkrieg in Syrien hat zigtausende unschuldige Opfer gefordert. Diese beiden stehen für Menschen aus unserem Umfeld. Dadurch rückt das Geschehen näher an uns heran.

Exakte Übereinstimmung der Attitüden

Auf der Website von Vestoj – the plattform for critical thinking on fashion las ich heute einen Artikel aus der Ausgabe #6 On Failure über den Zigeuner-Look. An dieser Stelle nutzt auch die gebürtige Roma aus Rumänien im Englischen den Begriff Gypsy; denn es geht um den romantisch verklärten Blick auf das lustige Zigeunerleben, das die Autorin dann kontrastiert mit den Realitäten in Rumänien und den anderen Ländern der EU. Es ist ein sehr lesenswerter Artikel, der aus den Werbebotschaften einiger Modehäuser zitiert und dies in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext stellt. Ich habe in dem Artikel neue Worte kennengelernt, wie den Gypset, den Bloomingdale erfunden haben soll. In einer Anzeige im New Yorker heißt es wörtlich: Are you a gypset? Part Gypsy, part Jet Set, all chic?

Auf die Zigeuner haben wir schon immer aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven gesehen. Das Wildromantische fasziniert uns, die Unabhängigkeit, die heiße Liebesglut. Doch wer möchte mit echten Zigeunern umgehen? – Da ist es ganz egal, ob es sich um Angehörige der Sinti und Roma handelt, Jenische, moderne Schausteller oder mexikanische Wanderarbreiter auf US-amerikanischen Obstplantagen; sie alle könnte man für Zigeuner halten, sie alle können als Projektionsfläche für unsere ungelebten Träume dienen, und wir wollen sie alle nicht in unseren echten Leben haben.

Die Bewunderung ist alt: das Zigeunerschnitzel mit Zigeunersauce existiert bereits über hundert Jahre. Den Zigeuner-Look soll es dem Artikel nach seit den 60er Jahren geben. Sogar im modernen Arbeitsalltag orientieren wir uns am Ideal des Zigeuners. Das Leben und Arbeiten als Digitaler Nomade – nur mit einem Laptop bewaffnet in einem Café sitzend – scheint uns das Paradies unter den Erwerbsarten.

Doch die Bigotterie unserer Gesellschaft sollte gar nicht das Thema dieses Blog-Eintrags werden. Der Artikel ist nur der Aufhänger für ein anderes Thema. Er wurde illustriert mit einer Arbeit der Fotografen Ari Versluis und Ellie Uyttenbroek: Zwölf ältere Zigeunerfrauen. Man ahnt, dass das, was diese authentisch tragen, nicht der Zigeuner-Look der Modebranche ist.

Ari Versluis und Ellie Uyttenbroek stammen aus den Niederlanden und erstellen bereits seit 1998 sogenannte Exactitudes. Das Wort ist eine Neuschöpfung aus Exact Attitudes. Die beiden Künstler staffieren ihre Modelle nicht aus. Sie porträtieren Menschen in ihrer typischen Bekleidung, achten allerdings auf eine bestimmte Haltung, sortiert nach ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe, Subkultur, Modewelle. Es entstehen überwältigende Porträtreihen, die einen das Wort Individualismus vergessen lassen.

Ist es so einfach, mich einer Gruppe zuzuordnen? Warum sieht man es selbst nicht so klar wie die anderen? Eltern bemerken den Wandel der Teenager-Kinder von „normalen“ Menschen zu Fans einer bestimmten Band, eines Musikstils oder anderer Unterscheidungsmerkmale. Der Teenager fühlt sicherlich beides, den vermeintlich ausgedrückten Individualismus im Vergleich zur angenommenen oder tatsächlichen Konformität in der Schulklasse, sowie das Erfüllen eines Dresscodes, um von der ersehnten Gruppe aufgenommen zu werden. Wie gesagt, er fühlt es; aber ganz und gar bewusst ist es ihm nicht.

Ich kenne einige der Arbeiten schon seit fast zwei Jahren. Heute sind sie mir wieder über den Weg gelaufen. Darüber freue ich mich. Ein Besuch ihrer Website ist auf jeden Fall lohnenswert.

Links
http://vestoj.com/dressing-like-a-gypsy/
http://www.exactitudes.com/
http://www.flatlandgallery.com/artists/exactitudes/

Geburtstag von Yoko Ono

Heute wird Yoko Ono 83 Jahre alt. In der deutschen Jugendkultur ist ihr Name immer noch lediglich mit dem John Lennons verbunden. Sie gilt als die Hexe, welche die Beatles auseinander getrieben haben soll. In meinem Freundeskreis ist bekannt, dass ich – obwohl auch großer John-Lennon- und Beatles-Fan – diese Ansicht nicht vertrete.

Yoko Ono ist eine der bedeutendsten Aktionskünstlerinnen, welche bisher auf dieser Erde wandelten. Das ist zugegeben ein wenig schwärmerisch und überschwänglich geraten, dient damit aber nur als Gegengewicht zu all den Schmähungen, welche Ono bisher ertragen musste.

Auf ihre künstlerische Arbeit möchte ich in diesem Beitrag gar nicht eingehen. Mir ist aber am Montag etwas Interessantes passiert, was ich hier kurz schildern möchte. Beim Überprüfen meines Spamordners fiel mir eine E-Mail auf, in der ich als Blogger mit künstlerischem Interesse auf eine Website aufmerksam gemacht werden sollte – speziell auf den Beitrag über Yoko Ono. Das gebe ich hier gerne weiter. Follower bin ich nicht gleich geworden, aber die Beiträge sind tatsächlich gut.

Links
https://www.artsy.net/artist/yoko-ono
https://www.artsy.net/

Jazz in der St.-Canisius-Kirche

Letztes Wochenende war ich in Berlin, um den Entwicklungsstand meines kleinen Neffen zu begutachten, aber auch um Freunde in Berlin zu besuchen, die leider demnächst nach Süddeutschland ziehen werden. Wenn ich bei ihnen in Berlin war, haben wir oft die halbe Nacht Scrabble gespielt – bei Wein und Knabberkram und natürlich mit vielen Gesprächen und guter Laune. Man sagt das daher: gute Laune. Tatsächlich fühle ich mich selten so wohl wie in diesem Kreis.

Zu unserem letzten gemeinsamen Berlinwochenende luden mich meine Freunde zu einem Konzert in der St.-Canisius-Kirche in Berlin-Charlottenburg ein. Die Kirche wurde erst 2002 geweiht. Der Neubau war notwendig geworden, weil der Vorgängerbau von 1957 am 30. April 1995 durch ein Feuer zerstört wurde. An die alte Kirche erinnert lediglich ein Christuskorpus von Gerhart Schreiter, der den Brand leicht lädiert überstanden hatte. Insgesamt zeichnet sich die Canisiuskirche durch eine schlichte, sparsame aber gut akzentuierte Einreichtung aus, einen hohen Raum und eine wirklich gute Akustik. Bevor ich mir nun aber einen abbreche beim Beschreiben des Sakralbaus, verweise ich lieber auf die 360-Grad-Panoramen auf der Website der Gemeinde.

Wir waren aber nicht wegen der Architektur an diesen gekommen. Joachim Gies, der sich selbst ein Schamane des Saxophons nennt, gab ein Konzert, begleitet von Gerhard Kubach (Kontrabass) und Denis Stilke (Perkussion). Gies spielt aber nicht nur Saxophon, er ist außerdem ein Sammler – und Nutzer – exotischer Instrumente. Ich muss gestehen, ich braucht etwas Zeit, um mich in das Konzert hineinzuhören. Aber beim dritten Lied, das Zartes Rütteln hieß, war ich drin. Tiefrot, Kreis und Zeichen, Erdnah. Das waren die nächsten Kompisitionen von Joachim Gies, die das Trio intonierte. Die gefielen mir auch am besten an diesem Abend. Von Erdnah habe ich bei YouTube eine Aufnahme gefunden, von einem anderen Konzert, ebenfalls in der St.-Canisius-Kirche.

Links
st.canisius-berlin.de
joachimgies.de

Gottesdienst aus Sankt Jakobi in Peine

Heute kam der Gottesdienst des Deutschlandfunks aus Sankt Jakobi, der Hauptkirche meiner Heimatstadt Peine. Es ist wirklich etwas ganz Besonderes, am Sonntagvormittag einen solchen Gruß aus der Heimat zu bekommen. Und die Tatsache, dass meine Mutter in der Gottesdienstgemeinde gesessen und kräftig mitgesungen hat, steigert eine eher passive Teilnahme am Radio zu einem familiären Ereignis. Ich habe auch schon viele Gottesdienste im Deutschlandfunk gehört. Der Sound in der Neugotischen Kirche ist doch ein besonders guter.

Zu Beginn des Gottesdienstes betonte Pastor Niemann die Schönheit des ausgemalten Innenraumes und der Fenster. Tatsächlich kannte ich die Kirche meine gesamte Kindheit und Jugend über nur schlicht weiß. Erst nach meinem Abitur wurden bei einer Renovierung die Malereien hinter dem Weiß entdeckt, obwohl es in den Archiven durchaus Abbildungen des historischen Innenraumes gab und gibt. Aber der Bevölkerung Peines waren die Malereien aus dem kollektiven Gedächtnis gerutscht. Auf einem Foto von 1904 sah der Innenraum mit Blick auf den Altar so aus:

Das_Innere_der_St._Jakobikirche,_1904

Wer meine Erzählung Lucias Aufbrüche bereits gelesen hat, erkennt hier die Quelle für ein wichtiges Motiv in der Erzählung. Aber Vorsicht! Die Entdeckung der Malereien hat mich inspiriert. Die Bilder, die ich in meiner Erzählung beschreibe, sind allerdings ganz andere.

In welch strahlender Schönheit der Innenraum sich heute präsentiert, zeigt ein YouTube-Video aus dem Jahr 2012.

Links
ndr.de/kirche/niemann144 – Die Predigt von Pastor Frank Niemann
kirche-peine.de/gemeinden/st-jakobi-peine – Sankt Jakobi im Kirchenkreis Peine
rundfunk.evangelisch.de/[…]der-stern-von-bethlehem – das Medienportal der evangelischen Kirche

Todestag von Wilhelm Busch und Geburtstag von Joan Baez

Am heutigen Tag im Jahre 1908 starb Wilhelm Busch mit 75 Jahren. Und genau heute wird Joan Baez 75 Jahre alt und erfreut sich, das möchte ich an dieser Stelle dann doch betonen, meines wissens bester Gesundheit. Ich bin gerade zu faul, die Lebensgeschichten dieser beiden Künstler wiederzugeben. Nur auf den ersten Blogeintrag in diesem Jahr wollte ich nun nicht verzichten.

Busch und Baez also – ich bewundere und verehre sie beide. Ich lese die Bildergeschichten und höre die Musik, niemals zusammen, aber beides sehr gern. Und ich entdecke an mir Neidungen, die mal in die eine und mal in die andere RIchtung gehen. Gibt es zynische Visionäre? Kann es solche geben? In der ersten Januarhälfte ist es wohl noch nicht zu spät für gute Vorsätze. Ich möchte gern weniger zynisch und bitter sein und zum Ausgleich mehr Mut und Träume haben! Für mehr Gutmenschentum!

VISIONALE 2015 in Leipzig (Rückschau)

Morgen vor einer Woche fand im Schauspiel Leipzig die VISIONALE 2015 statt. Der Arbeitskreis Medienpädagogik der Stadt Leipzig präsentierte unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Burkhard Jung die Nominierten und Sieger aus der Menge von 81 Medienproduktionen aus ganz Sachsen gezeigt. Als Moderator führte August Geyler durch das Programm. Ich wurde als Teil der Foto-Jury auch auf die Bühne gebeten, um kurz zu umreißen, warum die zwei Preisträger in unserer Kategorie den Sieg davontrugen. Ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig aufgeregt war, auf der Bühne des Schauspiels zu sein.

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Die Fotografien habe ich von der offiziellen Website der VISIONALE. Den Urheber kenne ich leider nicht.Da ich auf diesen Bildern aber selbst dargestellt bin, erlaube ich mir einfach die Übernahme.

Links (Berichterstattung)
visionale-leipzig.de
info-tv-leipzig.de
mephisto976.de