Schlagwort-Archive: Bildende Kunst

Nacht der Kunst 2023

Zum 14. Mal wird am 2. September 2023 in der Georg-Schumann-Straße in (nahezu) jedem Laden, jedem Restaurant, jeder Eckkneipe für eine Nacht Kunst ausgestellt, gelesen oder gespielt werden. Und in diesem Jahr bin ich auch mit dabei!

Ein paar Meter von der eigentlichen Straße entfernt, im Budde-Haus werde ich vom Bürgerverein Gohlis präsentiert, der sich regelmäßig an der Nacht der Kunst beteiligt.

Ich präsentiere die Übersetzerinnen und Übersetzer meines Büchleins Wenn du nicht da bist… in meinem bekannten Collagen-Stil. Das Büchlein selbst wird natürlich auch dabei sein – mittlerweile in 26 Sprachversionen.

Besucht mich doch von 16:00 bis 23:30 Uhr im Budde-Haus (Lützowstraße 19) und schlendert dann weiter die Georg-Schumann-Straße hinauf und hinunter! Ich freue mich auf Besuch.

Links
Nacht der Kunst | Das Kunst- und Kulturfestival des Leipziger Nordens (ndk-leipzig.de)
Offenes Haus – Budde-Haus Leipzig
Bürgerverein Gohlis e. V. |

Zurück aus dem Urlaub

Gestern Abend bin ich aus heil aus dem Urlaub zurückgekommen. Eine Woche bei meiner englischen Tante in London und eine Woche beim diesjährigen EMAG in Rotterdam. Ich nenne es Urlaub, weil ich in der Zeit nicht meiner regelmäßigen Arbeit nachgehe; aber an sich ist es doch eher eine Studienreise mit vielen Besuchen von Museen, Galerien, Vorträgen und Diskussionen. Eine schöne und auch fordernde Zeit.

Ich gehe heute nicht ins Detail über die einzelnen Programmpunkte. Mein erster Tag in der Heimat hat noch wichtigere Aufgaben für mich. Ein paar Bilder möchte ich aber doch zeigen. Wer will, kann mir nach dem Testprinzip Odd-one-out schreiben oder kommentieren, welches Bild sich von den übrigen stärker unterscheidet, bzw. was sie denn wohl alle einen könnte.

Stuttgart ’23 – Tag 4

Heute stand der eigentliche Grund dieser Fahrt auf dem Programm: die Mitgliederversammlung von Mensa in Deutschland e.V. Doch da ist nicht viel für die Kamera passiert. Und die Themen der Versammlung möchte ich auf meinem Blog auch nicht breittreten.

Nach der Mitgliederversammlung bin ich noch in die Staatsgalerie Stuttgart gegangen. Schon der postmoderne Bau von Sir James Stirling (1926–1992), den ich auf der Stadtführung gezeigt bekam, ist einen zweiten Besuch wert. Ein Teil der Mauer zum Parkdeck erinnerte mich an ein Buch von mir. Es ist zu offensichtlich, um daraus hier eine Preisfrage zu machen:

Als wäre ich bereits einmal in Stuttgart gewesen …

Die Sammlung selbst ist wieder einmal zu groß für meinen Blog. Aber eine deutliche Empfehlung muss ich hier aussprechen!

Links
https://www.mensa.de/
https://www.staatsgalerie.de/

Ostersonntag

Heute ist Ostern, der Tag der Auferstehung Jesu Christi. Die Auferstehung bedeutet für mich zweierlei; das leere Grab und die Aufforderung zur Nachfolge Christi. Beim Evangelium nach Lukas folgt auf die Entdeckung des leeren Grabes die Erzählung von den zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus.

Während die beiden Jünger über die vergangene Kreuzigung und die Zukunft der Lehren Jesu diskutieren, gesellt sich ein weiterer Wanderer hinzu. Es ist Jesus selbst, den sie zu diesem Zeitpunkt aber nicht erkennen. Erst nachdem sie ihn in Emmaus zum Bleiben genötigt haben und Jesus das Brot mit ihnen bricht, erkennen sie ihn und machen sich auf den Weg zurück nach Jerusalem, um den anderen Jüngern davon zu erzählen.

Caravaggio: Abendmahl in Emmaus (um 1601), National Gallery London

Caravaggio hat 1601 diese Situation aus dem Lukasevangelium in seinem berühmten Gemälde Abendmahl in Emmaus ausgestaltet, das heute in der National Gallery in London zu sehen ist. Neben den zwei Jüngern und dem segnenden Jesus ist noch eine vierte Person dargestellt, stehend, und einen Schatten auf den Auferstandenen werfend.

Der Schatten über Jesus wirkt trotz seiner Schwärze wie ein Heiligenschein, er lässt ihn im Kontrast strahlender und jünger erscheinen. Die stehende Person wird of als Herbergswirt bezeichnet. Das gefällt mir. Denn so beginnt Jesu Leben mit einem Herbergswirt, der keinen anderen Raum in seiner Herberge hat als einen Stall, und es – „endet“ ist hier wohl nicht das richtige Wort – beginnt als Auferstandener mit einem Herbergswirt, der diesem – nicht letzten, sondern vielmehr erstem – Abendmahl der neuen Zeit skeptisch beiwohnt.

In diesem Wirt kann sich der zeitgenössische Betrachter wiederfinden. So gehe hin und tu auch du! Gott hat keine anderen Hände als unsere. Zur Nachfolge Christi werden wir durch diesen skeptischen Wirt vielleicht wirksamer aufgefordert als durch die beiden begeisterten Jünger.

Nun hat das Bild mit 400 Jahren Geschichte auch schon etwas Patina angesetzt. Der Wirt mag uns als Identifikationsfigur nicht mehr dienen. Doch dafür kann mein Foto eine neue Ebene hinzufügen. Die beiden Bildbetrachter mögen eher Kunstpilger sein, statt fromme Träger der Jakobsmuschel. Aber welch ein Glück, dass ich einen jungen und einen alten Kunstliebhaber bei der Kontemplation einfing!

Jetzt müssen wir die Nachricht in unseren Freundeskreisen verbreiten: Das Grab ist leer. Und wir befinden uns in der Nachfolge Christi, beim Abendmahl und an jedem Tag unseres weiteren Lebens.