Archiv der Kategorie: Veröffentlichung

Kalender 2023.01 – OMG

Abadir ist gewitzt und verwegen wie Sindbad.

Im Kalender 2023 werden die Spieler des FC Mohajer Leipzig e.V. porträtiert. Dazu bediene ich mich orientalischer Märchengestalten – manche weltberühmt, andere kaumbekannt. Die Märchen habe ich im Buch Orientalische Märchen Gestalten – Gruppiert von Fabian W. Williges versammelt und herausgegeben (ISBN 978-3-7565-5743-1).

Mein neues Buch: OMG

Das letzte halbe Jahr war arbeitsintensiv – und äußerst produktiv. Mit meinem neuen Kalender für 2023 stelle ich die Spieler des FC Mohajer Leipzig e.V. vor und ihnen orientalische Märchengestalten zur Seite. Manche davon sind weitläufig bekannt. Von anderen haben wir hier in Europa noch kaum etwas gehört.

Nach dem Kalender kam mir der Gedanke, ich sollte die Märchen, auf die ich mich im Kalender und erweitert in der Ausstellung (zu sehen im Dezember/Januar im Café des Soziokulturellen Zentrums „Die VILLA“) beziehe, in einem kleinen Büchlein herausgeben. Wie so oft, hat sich das Projekt ausgewachsen. Letzten Freitag habe ich also ein 372 Seiten starkes Buch veröffentlicht, mit dem Titel „Orientalische Märchen Gestalten“ kurz OMG.

Orientalische Märchen Gestalten – Gruppiert von Fabian W. Williges
Herausgegeben im Dezember 2022; ISBN 978-3-7565-5743-1
für 19,95 EUR bestellen über epubli.de oder im statonären Buchhandel

Buchcover „Orientalische Märchen Gestalten“, Berlin 2022

Als kleinen Appetizer gebe ich hier den Klappentext wieder:

Wo liegt der Orient?

Eigentlich ist alles ganz einfach: Der Orient ist ein aus dem Lateinischen kommender Ausdruck für den Osten. Wörtlich bedeutet es [Sonnen-]Aufgang. Dem entspricht die lutherische Wortschöpfung Morgenland. Die passenden Antonyme lauten: Westen, Okzident und Abendland.

Aber wie so oft, wenn etwas ganz einfach ist, liegt der Teufel im Detail. Das geht schon damit los, dass die Erde rund ist und sich nur um eine Achse dreht. Es gibt je einen Nord- und Südpol. Osten und Westen bleiben aber relative Ortsangaben so wie links und rechts.

Ich habe den Begriff für meinen Buchtitel bewusst gewählt. So ungenau er an den Rändern ist, beschreibt er für mich sehr klar eine Sehnsucht zu eben diesem Ungenauen, die uns alle immer wieder anstachelt und veranlasst, ins Ungewisse aufzubrechen, vielleicht gar einen westlichen Seeweg zum Orient zu suchen.

Wir suchen Abenteuer in unseren altbekannten Bahnen. Wir forschen im Fremden nach dem Vertrauten. Das kann uns in den hier versammelten Märchen gut gelingen. Sie halten uns einen Spiegel vor, in den wir ganz tief blicken, in dem wir beides finden können.

Ich glaube, der Orient ist in uns. Ein Sehnsuchtsort, ein Ort imaginierter Herkunft, zu dem es uns stets drängt, während der Zug der Siedler beständig nach Westen weiterzieht. Wenn es Gott gefällt, werden wir eines Tages ankommen. Vielleicht hat er ja genau dafür die Erde rund erschaffen.

Fabian W. Williges

Der FC Mohajer im Fernsehen

Im Sommer war ein Fernsehteam bei unserem Fußballverein, dem FC Mohajer Leipzig e.V.

Es ging um migrantische Geschichten, also wie Menschen, die zu verschiedenen Zeiten nach Deutschland gekommen sind, heute hier leben, wie sie auf ihr bisheriges Leben zurückschauen und was sie von Deutschland erhoffen und erwarten.

Screenshot aus der ARD Mediathek

Als ein Beispiel wurde Edris Bahrami, Spieler und Vorstand des FC Mohajer, vorgestellt und interviewt. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen. In der Mediathek der ARD ist diese Serie unter dem Titel #unterAlmans – migrantische Geschichte(n) zu finden. In Folge 1 – Hoffnung und kurz in Folge 5 – Deutschsein ist Edris Bahrami mit Frau und Kind und dem FC Mohajer zu sehen.

https://www.ardmediathek.de/sendung/unteralmans-migrantische-geschichte-n/staffel-1

Joni Mitchells Geburtstag

Heute wird Joni Mitchell 79 Jahre alt. Sie ist – bei weitem – die bedeutendste Singer/Songwriterin für mich. Ihr Lieder begleiten mich seit Jahrzehnten. Ich schreibe jetzt keine lange Würdigung. Stattdessen möchte ich hier eine Übersetzung veröffentlichen, die ich bereits vor 13 Jahren niedergeschrieben habe. Es ist eines meiner Lieblingslieder von Joni: You turn me on (I’m a radio)

Fährst du gerade in die Stadt über dir ne Regenwolke?
Wähl die Nummer von dem Typen, der dich immer lieben wollte
Baby, du machst mich an! Ich bin ein Radio
Ich bin ein Sender vom Land, manche Sprüche sind hohl
Ich bin ein Weizenfeld – siehst du mich winken?
Ich bin ein Funkturm – siehst du mich blinken?

Und ich schicke dir jetzt ein Signal
Ich hoffe es geht laut und deutlich durch den Kanal
Ein Mann für dich darf nicht stark sein das ödet dich an
Doch er darf auch nicht zu schwach sein; denn dann ist er kein Mann
Und eine Hand wäscht die andere, wie du mir so ich dir
Ich kann so sein, wie du mich willst, schenkst du mir Liebe dafür

Doch bist du dir nicht sicher, zweifelst du wieder mal
Ist der Empfang einfach zu schlecht, ändere deine Senderwahl
Denn atmosphärisches Rauschen, wer hört das gern?
Dann sind Kopfschmerz und Sausen im Ohr nicht mehr fern
Von einem Frühstück mit Freunden bis zum Scheidungsantrag
Und was du für ein Gesicht machst an diesem schönen Tag

Fährst du gerade in die Stadt über dir ne Regenwolke?
Wähl die Nummer von dem Typen, der dich immer lieben wollte
Liegst du gerade an ’nem Strand neben dir Lautsprecherboxen
Feg den Sand noch mal beiseite, meine Liebe wird noch Tropfen
Dein Kopf sagt wieder nein, doch dein Herz wär’ gern dabei
Ruf doch beim Sender an: alle Leitungen sind frei

Joni Mitchell (Deutsch von Fabian W. Williges)

Kalender 2022.11 – Konferenz der Vögel

11 Der Rabe

Der Mensch verliert sich oft in fröhlichem Gelaber.
Ein schwarzer Vogel fliegt herbei und krächzt ein ABER.

Im Leben strebt der Mensch nach Reichtum – Geld und Ware.
Was nützt ihm wohl dereinst im Himmel all das BARE?

Geriert er sich vor andren streng als ein Entbehrer,
Lebt er doch insgeheim wie einst der König BERA.

Und schließlich ruht der Mensch allein in seinem Grabe;
Vom Stein darauf erhebt sich brüsk ein großer RABE.

Musik verändert die Welt

Der 11. September 2001 ist von solch trauriger Berühmtheit, dass nahezu alles andere dunkel überstrahlt wird, wenn es dieses sprachliche Bild überhaupt gibt. Vor den schrecklichen Ereignissen in New York und Washington gab es aber auch schon ein Leben. Und ich bin noch immer überzeugt davon, dass der Mensch leben und lieben will. Und das drückt der Mensch gern auch mal in Liedern aus.

Deshalb schreibe ich heute eine Top-Five-Liste von Liedern, die mit dem 11. September verbunden sind:

  • 1847 – In Andrews‘ Eagle Ice Cream Saloon in Pittburgh wird der All-time-Klassiker Oh! Susanna zum ersten Mal aufgeführt. Geschrieben wurde das Lied von Stephen Collins Foster, den man auch den Vater der amerikanischen Musik nennt.
  • 1962 – Die Beatles nehmen die Album-Version ihrer erste Single Love Me Do aus. Die Single wurde bereits am 04.09. aufgenommen und am 05.10. veröffentlicht.
  • 1965 – Die Rolling Stones spielen ein Konzert in Münster und damit zum ersten Mal in Deutschland, damals noch mit Brian Jones. Auf der Setlist das im Sommer als Single veröffentlichte (I Can’t Get No) Satisfaction.
  • 2001Bob Dylan veröffentlicht sein 31. Studioalbum unter dem Namen Love and Theft. Es wurde an zwölf Tagen im May aufgenommen und erhielt beste Kritiken. Mit dabei das Lied Mississippi, das Dylan 1998 Sherryl Crow für ihre Globe Sessions zur Verfügung stellte.
  • 2011 – Die Boyband One Direction bringt ihre erste Single What Makes You Beautiful heraus. Sie hätten ein One-Hit-Wonder sein können; Harry Styles ist mittlerweile ein echtes Phänomen.

London und die Metaebene

Seit einigen Tagen bin ich in London. Da gibt es natürlich viel zu berichten. Und genau so natürlich habe ich keine Zeit, das alles hier reinzutippen. Also nur sechs Bilder, die alle irgendwie miteinander verbunden sind – auf verschiedenen Ebenen.

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Ein kleiner Tipp: Es hat alles irgendwie mit Joni Mitchell zu tun, von der ich mir heute auch ein Buch mit ihren frühen Songtexten in ihrer Handschrift gekauft habe. Und die zwei Impressionisten hängen nicht in der Tate Modern, wie man durch die Zusammenstellung vielleicht denken könnte.

Die junge Dame auf den mittleren Bildern ist Keely Denham. Ich habe mir ihre CD Blue Leaves gekauft. Auf einer anderen EP interpretiert sie ein Lied von Joni Mitchell 😉

Links
https://courtauld.ac.uk/gallery/
https://www.tate.org.uk/
https://www.keelydenham.com/