75 Jahre Joni Mitchell

Heute ist Joni Mitchell 75 Jahre alt. Sie ist für mich eine Wichtige Kraftquelle und Inspiration. Ihre Musik und ihre Texte bedeuten mir seit Jahrzehnten unglaublich viel. Und die Tatsache, dass sie viele ihrer Plattencover selbst gestaltet hat, dient mir auch innerlich als Rechtfertigung für das eigene Komplettpaket.

Eigentlich sollte ich einen langen Aufsatz schreiben über bestimmte Alben und die Songs darauf, die verwendeten Instrumente, die Liebschaften, die Künstler, die von Joni Mitchell beeinflusst wurden usw. usf. Aber ich beschränke mich auf eine Top-Five-Liste – nicht meiner Lieblingssongs von ihr, sondern – von Cover-Versionen anderer Künstler:

  • Carey – mit halbem Tempo live von Cindy Lauper; sehr hypnotisch!
  • Big Yellow Taxi – von Bob Dylan in einer seiner schlimmeren Phasen, aber so habe ich das Lied eben kennengelernt.
  • Got ′til it′s gone – eigentlich ein eigenständiges Lied von Janet Jackson; aber mit wichtigem Hook-Line-Sample aus Big Yello Taxi; auch im Video kann man Joni Mitchell entdecken.
  • A Case of You – von Prince am Klavier gerade erst postum veröffentlicht.
  • Both Sides NowCleo Laine machte aus dem Folksong eine klassische Nummer; Joni Mitchell selbst kopierte später diesen Stil.

Und zum Abschluss ein mittlerweile 5 Jahre altes Interview mit ihr:

DOK-Leipzig-Gewinner

Heute ist ein guter Freund beim Filmfestival DOK Leipzig ausgezeichnet worden: André Krummel. Er ist Co-Autor, Co-Editor und Kameramann des Dokumentarfilms Lord of the Toys (Regie: Pablo Ben Yakov).

Ich möchte jetzt nicht in die Kritik gehen; dann müsste ich gestehen, dass ich den ausgezeichneten Film noch nicht gesehen habe. Aber ich bin mir sicher, dass er die Auszeichnung verdient hat. Später werde ich natürlich das Versäumte nachholen. Jetzt freue ich mich erstmal für und mit André Krummel und das gesamte Team: Herzlichen Glückwunsch!

Links
https://www.lordofthetoys.com/
https://www.andre-krummel.de/

Andrew Quilty – Ein australischer Fotograf in Afghanistan

Über eine Facebook-Gruppe, die sich für den Verbleib afghanischer Flüchtlinge in Deutschland einsetzt, stieß ich auf einen Artikel aus dem TIME Magazine. Er ist vom australischen Fotografen Andrew Quilty, der seit einigen Jahren in Afghanistan lebt und arbeitet. In dem Artikel mit ausführlicher Fotostrecke geht es um eine Familie aus der Provinz Nangarhar. Nach Kämpfen finden die Kinder einen Blindgänger. Vier Familienmitglieder starben, sieben verloren mindestens ein Bein. Auf den Bildern sehen wir, wie diese Familie versucht, wieder auf die Beine zu kommen.

20181105 TIME coverDie Fotos sind nichts für zartbesaitete Personen! Aber ich finde sie sehr gut, sehr eindringlich. Das bewegende Schicksal dieser Familie aus Afghanistan wird uns nahe gebracht. Die Gewalt und Brutalität des Krieges zeigt sich in diesen Bildern jenseits von Schlachtfeldern umso gravierender. Und dann sieht man auch diese Hoffnung, den Lebenswillen. Mit Helden wie diesen Kindern kann es dann doch eines Tages auch wieder gut werden.

Andrew Quilty hat bereits einige Preise gewonnen. Mich bewegt neben dem aktuellen Fotoessay eine Strecke von afghanischen Kindern mit ihren Skiern. Beim UNICEF-Wettbewerb Foto des Jahres 2017 erhielt Quilty dafür eine Ehrenvolle Erwähnung.

Links
http://time.com/longform/afghan-family/ – Artikel mit Bildern im TIME Magazine
https://www.andrewquilty.com/ – Der Fotograf Andrew Quilty
https://www.instagram.com/andrewquilty/ – Instagram-Konto des Fotografen
https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/foto-des-jahres/wettbewerb-2017/ehrenvolle-erwaehnungen

Wenn du nicht da bist … – Multilinguale Lesung & Konzert

Diesen Monat ist es zwei Jahre her, dass ich aus einer verliebten Hochstimmung heraus ein kleines Büchlein geschrieben und gezeichnet habe: Wenn du nicht da bist …

Ich gestehe, kein Picasso zu sein – und vielleicht auch kein Goethe; aber viele meiner Freunde sagen mir, dass ihnen dieses Büchlein besonders gut gefallen habe. Es ist wohl was dran an dieser Formulierung etwas mit Liebe machen: Die eigene Mutter kocht mit Liebe und man wird später nie wieder so gute Gerichte finden wie die vom heimischen Herd. Im Hobbykeller arbeitet mancher abends härter als tagsüber in der professionellen Werkstatt. Und die eingängigsten Melodien sind die der Liebeslieder.

Bild14 Torte1Im Austausch mit meinen Freunden entstand die Idee, das Büchlein in alle Sprachen zu übersetzen, die mein Freundes- und Bekanntenkreis als Muttersprachen hergibt. Seitdem wächst dieses work in progress und hat zur Zeit den Umfang der magischen 13 erreicht. Weitere Versionen sind bereits in Arbeit. Bild15 Torte2Ich selbst bin kein großes Fremdsprachen-Genie. Aber Deutsch und Englisch beherrsche ich wohl recht ordentlich. Und ich bin begeistert von der gemeinsamen Arbeit an einem Text, der von einer in eine andere Sprache gebracht werden soll. Da gibt es natürlich auch eine Wissenschaft dazu, die wir hier nicht bemühen wollen. Aber schon die landläufig bekannten Begriffe Übersetzung, Übertragung und Nachdichtung lassen unterschiedliche Schwerpunktsetzungen erahnen. Auf jeden Fall sind bisher 13 Bücher entstanden, die für den jeweiligen Muttersprachler – und somit auch für den interessierten Sprachlernenden – eine rührende Geschichte vom Lieben und Vermissen bereithält. Bild16 Torte3Die Titel sind in den verschiedenen Sprachen so griffig, dass sie auch schon als Titel für Liebeslieder herhalten mussten. Einige von ihnen habe ich einer YouTube-Playlist versammelt. Nicht jedes Lied hat wohl das Zeug zum echten Klassiker. Aber ein paar Entdeckungen habe ich bei dieser Sammlung schon gemacht. Bild17 Torte4Diese Kombination aus Sprache, Strichzeichnungen und Musik soll es auch am 27.10.2018 in der VILLA in Leipzig geben. Ab 20:00 Uhr lesen die Übersetzer aus ihren Versionen, während an der Wand die Zeichnungen aus dem Buch mit dem deutschen Text gezeigt werden. Um den Abend abzurunden, werden die Musiker aus dem Kreis der Übersetzer noch einige Lieder vom Lieben und Vermissen zum Besten geben. Es verspricht, ein romantischer Herbstabend zu werden. Und da Liebe unbezahlbar ist, erheben wir auch kein festes Eintrittsgeld. Eine Spende für den VILLA e.V. ist jedoch erwünscht.

Wenn du nicht da bist …
When you’re not around …
Wanneer je er niet bent …
Když tu nejsi …
… في غيابك
Cuando no estás cerca …
Quand tu n’es pas là …
Quando non ci sei …
Kada nisi tu …
քու բացակայ եղած ժամանակ …
Sən yanımda olmayanda …
Khi em không có ở đây …
… כשאתה לא בסביבה

Alle 13 Titel sind für jeweils 7,95 EUR über den Buchhandel zu beziehen
oder natürlich direkt bei der Lesung am 27.10. in der VILLA.
Weitere Übersetzungen werden folgen.

Der Termin kurz gefasst
Am Sonnabend, den 27.10.2018 um 20:00 Uhr
Im Soziokulturellen Zentrum „Die VILLA“ (Lessingstr. 7, Leipzig)
Multilinguale Lesung & Konzert mit Fabian W. Williges und Übersetzern
Einlass gegen Spende an den VILLA e.V.

Links
https://www.epubli.de/shop/ – Hier gibt es alle Versionen zu kaufen
https://www.youtube.com/playlist – YouTube-Playlist zum Titel in diversen Sprachen

Die Schönheit in der Welt

Vor vier Jahren hatte ich die Gelegenheit, in die Welt der professionellen Musikproduktion hinein zu schnuppern. Ich habe den Klassiker What a Wonderful World für das Gesangsensemble Adoro ins Deutsche übertragen dürfen. Es pinselt doch das eigene Ego, auf einer CD von Sony-Music erwähnt zu werden. Vor einigen Tagen habe ich das Lied einem Freund vorgespielt, der ebenfalls Musiker und auch Übersetzer ist (nämlich meines Buches Wenn du nicht da bist …). Das ist ein guter Anfang für diesen Post:

Im Film American Beauty (1999) wird der Schönheitsbegriff hinterfragt, gewendet und dem individuellen Leid gegenübergestellt. Am Ende hören wir den gerade erschossenen Lester Burnham (Kevin Spacey) im Voice-over:

I guess I could be pretty pissed off about what happened to me, but it’s hard to stay mad when there’s so much beauty in the world. Sometimes I feel like I’m seeing it all at once, and it’s too much. My heart fills up like a balloon that’s about to burst. And then I remember to relax, and stop trying to hold on to it, and then it flows through me like rain, and I can’t feel anything but gratitude for every single moment of my stupid little life. You have no idea what I’m talking about, I’m sure. But don’t worry. You will someday.

Der schwedische Musiker Jens Lekman bezieht sich wohl auf dieses Filmzitat, wenn er sieben Jahre später in der melancholischen Sommerbetrachtung Another Sweet Summer’s Night on Hammer Hill (nicht zu verwechseln mit dem äußerst tanzbaren A Sweet Summer’s Night on Hammer Hill) nach Schilderungen von Mobbing bis hin zur Folter singt:

Oh, but it’s hard to stay mad when there’s so much beauty
An open window, someone’s playing Tutti Frutti
It’s a summer’s night on Hammer Hill

Über die Jahre habe ich immer wieder geschwankt, ob Jens Lekman es eben genau so meint, wie er es sagt und wie es auch in American Beauty gemeint ist, oder aber ob das Filmzitat ironisch-zynisch brechen möchte. So oder so, auch hier soll lieber das YouTube-Video sprechen. Leider gibt es nur ein Standbild. Es ist eben keine Single-Auskopplung:

Endlich habe ich es geschafft, die vier Staffeln der US-amerikanischen Serie Ugly Betty (2006–2010) zu sehen, die eine Adaption einer kolumbianischen Telenovela ist und von der großartigen Salma Hayek produziert wurde. Sie und eine ganze Reihe weiterer Größen des Business beehrten die Serie mit Gastauftritten; z.B. das Golden Girl Betty White und eine ganz charmante Adele.

Getragen wird die Serie aber von der Schauspielerin America Ferrera, welche die Titelfigur Betty spielt. Als Tochter eines illegal aus Mexiko eingewanderten verwitweten Vaters bewirbt sich die intelligente aber unbedarfte Betty bei der Modezeitschrift Mode als persönliche Assistentin des jungen Chefs Daniel Meade. Sie bekommt die Stelle lediglich, weil sie eben nicht in das Beuteschema Meades passt und somit nicht von der Arbeit ablenkt.

Als hässliches Entlein kämpft sich Betty durch die Ränke und Peinlichkeiten von 85 Episoden, bis sie endlich ihre Zahnspange verloren, Stilsicherheit bei der Bekleidung gewonnen und einen Job im London, England angenommen hat. In der der letzten Szene der Serie hat der große Daniel Meade seine Stellung im großen Familienunternehmen augegeben, um seiner erfolgreichen Angebeteten hinterherzureisen. Er sitzt auf einer Treppenstufe am Trafalgar Square, sie geht zur Arbeit und langsam blendet sich ein Lied von Macy Gray ein: Beauty In The World. Damit möchte ich den heutigen Blogeintrag kommentarlos beenden.

Kalender Jahresklänge 2019

Der J. F. Steinkopf Verlag hat gerade Jahresklänge, seinen spirituellen Wochenkalender für das Jahr 2019, herausgebracht. An den Festen des Kirchenjahres orientiert haben die Autoren des Verlags kurze Textmeditationen erstellt, die jeweils mit einer Fotografie illustriert sind. Da auch ich zu dem Autorenkreis dieses Verlags gehöre (meine Erzählung Lucias Aufbrüche ist hier verlegt worden), ist einer der 52 Texte aus meiner Feder.

Heute sind meine Belegexemplare mit der Post gekommen. Ich freue mich, dass ich bei dieser Kollaboration dabei sein durfte. Noch habe ich nicht alle Texte gelesen; aber was ich gelesen habe, gefällt mir sehr gut. Also, eine allgemeine Kaufempfehlung: ISBN 978-3-7984-0847-0 😉

Jahresklänge2019Link
https://www.glaubenssachen.de/jahresklange-2019.html

Top-Ten-Liste titelgleicher Lieder

In zehn Sprachen gibt es jetzt mein Buch Wenn du nicht da bist … mittlerweile. Das bedeutet auch zehnmaliges Suchen nach einem griffigen Titel, und neunmal soll dieser Titel auch den ersten deutschen Titel möglichst genau wiedergeben. Die Übersetzer haben – wie ich finde – hervorragende Arbeit geleistet. Natürlich beherrsche ich die zehn Sprachen nicht so, dass ich das mit einer gewissen Objektivität beurteilen könnte; aber die Übersetzer haben sich mit mir zusammengesetzt und Stück für Stück erklärt, warum sie sich gerade so und nicht anders entschieden haben.

Und wenn ich die zehn Titel höre, haben sie einen guten Klang, einen Rhythmus, für den man empfänglich sein kann, auch ohne jedes Wort exakt übersetzen zu können. Diesen Klang, diesen Rhythmus haben auch andere Autoren in den Wortgruppen gefunden, die meine Titel bilden. Deshalb wurden sie in den jeweiligen Sprachen auch als Titel für Lieder verwendet. Meine bisherigen Lieblingslieder habe ich in einer Top-Ten-Liste versammelt:

  • Quand tu n’es pas là von Gilbert Bécaud (1927–2001) – französischer Chanson at its best
  • Wenn du nicht da bist von NO 55 (1981–1989) – eine Abspaltung der Ostrock-Kultband City
  • When You’re Not Around von Kat Eaton (?) – sie ist der neue heiße Scheiß aus London; absolut hörenswert und mein Buch ist älter als dieser Titel
  • Soms Wanneer Jij Er Niet Bent von Zjef Vanuytsel (1945–2015) – etwas gemogelt; denn Soms = Manchmal ist nicht Teil meines Buchtitels, aber das Lied ist gut
  • When You’re Not Around von Joe Jackson (*1954) – er ist in so vielen Genres zuhause; dieses Lied gehört vielleicht nicht zu seinen besten, aber wenn ich ihn in der Liste haben kann, nehme ich ihn natürlich auf
  • Quando Non Ci Sei von Nek (*1972) – die italienische Version meines Titels ist oft gesungen wurden; aber kein Song klingt so typisch nach Italo-Pop-Rock wie dieses Lied von Nek
  • في غيابك von Nawal El Kuwaitia (*1966) – man nennt sie die Königin der Klassik, natürlich eine orientalische Königin
  • Yanimda Sen Olmayinca von Ahmet Kaya (1957–2000) – noch einmal inkonsequent; denn erstens ist die türkische Version noch nicht erschienen, und zweitens wird sie nicht so heißen; aber der türkisch-kurdische Sänger musste mit dabei sein
  • Když tu nejsi von Sifon Rock (seit 1978) – tschechisches Hard-Rock-Urgestein, von dem mittlerweile sämtliche Gründungsmitglieder nicht mehr dabei sind; das Lied stammt vom Album Generace aus dem Jahr 1996
  • When You’re Not Around von Theo Tams (*1985) – einer der Gewinner von Canadian Idol; trotzdem gut

In einer YouTube-Playlist sammle ich die Lieder, die mit einem meiner Titel aus der Übersetzungsreihe von Wenn du nicht da bist … beginnen. Da ist bis zum heutigen Tag schon einiges zusammengekommen. Wer ein Lied findet, darf mir gerne schreiben.

Meine Bücher kann man über den Buchhandel, den Online-Handel wie z.B. Amazon und direkt beim Verlag epubli beziehen: https://www.epubli.de/shop/autor/Fabian-Williges/2545

Wenn du nicht da bist … zum 10. Mal

Mein kleines Bilderbuch Wenn du nicht da bist … ist gestern in der zehnten Sprache erschienen. Dank Ehtiram Müzəffərli, den ich im Soziokulturellen Zentrum „Die VILLA“ kennengelernt habe, ist die Jubiläumsausgabe mit der ISBN 978-3746-71663-3 auf Aserbaidschanisch erschienen und heißt nun: Sən yanımda olmayanda …

Aserbaidschanisch

Außerdem hat er mir von einem Märchen erzählt, das in Aserbaidschan jedes Kind kennt, hier aber gänzlich unbekannt ist. Das schreit ja förmlich nach einem weiteren Buchprojekt …

Link
https://www.epubli.de/shop/