Spendenrallye in der VILLA – jetzt auch analog

Eine neue Tradition in unseren VILLA e.V. – Förderverein für Jugend, Kultur und Soziales ist die Spendenrallye. Zum dritten Mal wird das Sammeln von Spenden für das Soziokulturelle Zentrum „Die VILLA“ zu einem spielerischen Wettkampf einzelner Projekte untereinander.

In drei Kategorien werden die Kombattanten zu drei Stichtagen miteinander verglichen: die höchste Einzelspende, die höchste Spendensumme und die meisten Spender. Den Siegern gibt der Förderverein jeweils noch 150 EUR dazu. Da wir aber auch immer wieder die Erfahrung gemacht haben, dass Menschen unsere Projekte gern unterstützen aber nicht mit Online-Spendentools hantieren wollen, gibt es in diesem Jahr eine neue Möglichkeit:

Neben der digitalen Online-Spende ermöglichen die neuen Spendensäulen das analoge Spenden. Im Café der VILLA gibt es nun die Möglichkeit, die neun Projekte der Spendenrallye auf ganz natürliche und handelsübliche Weise mit realen Münzen und Scheinen zu unterstützen. Für jedes Projekt ist eine Plexiglassäule aufgestellt. Dabei werden die Spender mit dem Anblick eines wachsenden Spendensäulendiagramms belohnt. Auch hier möchte der Förderverein den spielerischen Wettlauf fördern. In zwei Kategorien wird am 17. Juni 2018 zur Zuckertafel bewertet, wie erfolgreich die Projekte Spenden einwerben konnten: Die Höhe der Geldsäule in Zentimetern einerseits und die Höhe des Betrages in EUR andererseits. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.

[Wer mitgezählt hat: es sind zehn Säulen aufgestellt. Die 10. Säule dient dem Förderverein zum Sammeln allgemeiner Spenden.]

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Die Spendensäulen sind eine Idee von mir. Aber ohne das Know-how und die tatkräftige Unterstützung des Makerspace wäre dieser spielerische Weg der Analogspende nicht möglich geworden. Vielen Dank dafür!

Links:
https://villa-leipzig.de/spendenrallye/
http://makerspace-leipzig.de/

Top-Ten-Liste titelgleicher Lieder

In zehn Sprachen gibt es jetzt mein Buch Wenn du nicht da bist … mittlerweile. Das bedeutet auch zehnmaliges Suchen nach einem griffigen Titel, und neunmal soll dieser Titel auch den ersten deutschen Titel möglichst genau wiedergeben. Die Übersetzer haben – wie ich finde – hervorragende Arbeit geleistet. Natürlich beherrsche ich die zehn Sprachen nicht so, dass ich das mit einer gewissen Objektivität beurteilen könnte; aber die Übersetzer haben sich mit mir zusammengesetzt und Stück für Stück erklärt, warum sie sich gerade so und nicht anders entschieden haben.

Und wenn ich die zehn Titel höre, haben sie einen guten Klang, einen Rhythmus, für den man empfänglich sein kann, auch ohne jedes Wort exakt übersetzen zu können. Diesen Klang, diesen Rhythmus haben auch andere Autoren in den Wortgruppen gefunden, die meine Titel bilden. Deshalb wurden sie in den jeweiligen Sprachen auch als Titel für Lieder verwendet. Meine bisherigen Lieblingslieder habe ich in einer Top-Ten-Liste versammelt:

  • Quand tu n’es pas là von Gilbert Bécaud (1927–2001) – französischer Chanson at its best
  • Wenn du nicht da bist von NO 55 (1981–1989) – eine Abspaltung der Ostrock-Kultband City
  • When You’re Not Around von Kat Eaton (?) – sie ist der neue heiße Scheiß aus London; absolut hörenswert und mein Buch ist älter als dieser Titel
  • Soms Wanneer Jij Er Niet Bent von Zjef Vanuytsel (1945–2015) – etwas gemogelt; denn Soms = Manchmal ist nicht Teil meines Buchtitels, aber das Lied ist gut
  • When You’re Not Around von Joe Jackson (*1954) – er ist in so vielen Genres zuhause; dieses Lied gehört vielleicht nicht zu seinen besten, aber wenn ich ihn in der Liste haben kann, nehme ich ihn natürlich auf
  • Quando Non Ci Sei von Nek (*1972) – die italienische Version meines Titels ist oft gesungen wurden; aber kein Song klingt so typisch nach Italo-Pop-Rock wie dieses Lied von Nek
  • في غيابك von Nawal El Kuwaitia (*1966) – man nennt sie die Königin der Klassik, natürlich eine orientalische Königin
  • Yanimda Sen Olmayinca von Ahmet Kaya (1957–2000) – noch einmal inkonsequent; denn erstens ist die türkische Version noch nicht erschienen, und zweitens wird sie nicht so heißen; aber der türkisch-kurdische Sänger musste mit dabei sein
  • Když tu nejsi von Sifon Rock (seit 1978) – tschechisches Hard-Rock-Urgestein, von dem mittlerweile sämtliche Gründungsmitglieder nicht mehr dabei sind; das Lied stammt vom Album Generace aus dem Jahr 1996
  • When You’re Not Around von Theo Tams (*1985) – einer der Gewinner von Canadian Idol; trotzdem gut

In einer YouTube-Playlist sammle ich die Lieder, die mit einem meiner Titel aus der Übersetzungsreihe von Wenn du nicht da bist … beginnen. Da ist bis zum heutigen Tag schon einiges zusammengekommen. Wer ein Lied findet, darf mir gerne schreiben.

Meine Bücher kann man über den Buchhandel, den Online-Handel wie z.B. Amazon und direkt beim Verlag epubli beziehen: https://www.epubli.de/shop/autor/Fabian-Williges/2545

Wenn du nicht da bist … zum 10. Mal

Mein kleines Bilderbuch Wenn du nicht da bist … ist gestern in der zehnten Sprache erschienen. Dank Ehtiram Müzəffərli, den ich im Soziokulturellen Zentrum „Die VILLA“ kennengelernt habe, ist die Jubiläumsausgabe mit der ISBN 978-3746-71663-3 auf Aserbaidschanisch erschienen und heißt nun: Sən yanımda olmayanda …

Aserbaidschanisch

Außerdem hat er mir von einem Märchen erzählt, das in Aserbaidschan jedes Kind kennt, hier aber gänzlich unbekannt ist. Das schreit ja förmlich nach einem weiteren Buchprojekt …

Link
https://www.epubli.de/shop/

Abraham und das verhinderte Sohnesopfer

Seit heute hängt in meinem Arbeitszimmer ein neues Bild. Es zeigt Erzvater Abraham mit einem Schafbock auf den Knien, ein Messer in der Rechten und einen verängstigt-fragenden Sohn (Ist es Isaak oder Ismael?), der zu seinem Vater hinaufschaut. Im bärtigen Gesicht Abrahams kann man je nach eigener Stimmung ein altersweises Lächeln erkennen oder ein nachdenkliches Zögern, ob er nun wirklich nur das Schaf opfern solle. Die zweieinhalb Figuren sind auf leeren Kisten platziert, die früher einmal Gewehre und Granaten beinhaltet haben können.

Mir bedeutet die Geschichte um Abraham und seinen Sohn sehr viel. Sie ist ein verbindendes Element des jüdischen, christlichen und islamischen Glaubens. Gemeinsam nennt man sie ja auch die abrahamitischen Religionen. Selbstverständlich blicken Gläubige der drei Religionen auch unterschiedlich auf gemeinsame Erzählungen. Aber der Kern dieser Geschichte vom Sohnesopfer, das letztendlich nicht stattfand, ist doch wohl: keine Menschenopfer zur Ehre Gottes!

Abraham von Ihsan Abou Said

Das Bild ist ein Geschenk von meinem lieben Freund und Künstler Ihsan Abou Said. In langen Nächten haben wir über Religionen und deren Auswirkungen auf Gesellschaften und Individuen diskutiert. Und er war so freundlich, mein Buch Wenn du nicht da bist … ins Arabische zu übertragen.

Nun habe ich ein Original von ihm in meinem Arbeitszimmer. Vielen Dank dafür!

Links
https://de-de.facebook.com/ – Ihsan Art Works auf Facebook
https://www.epubli.de/ –  في غيابك – Wenn du nicht da bist … (auf Arabisch)

Qindie, eine gute Freundin und die Leipziger Buchmesse

Diese Woche findet die Leipziger Buchmesse statt. In den letzten Jahren bin ich immer mit einer guten Freundin, einer Arbeitskollegin und einer Selfpublishing-Autorin zur Messe gegangen. Das war jetzt keine große Tour – es handelt sich nämlich um genau eine Person. Und in diesem Jahr wird sie nicht in Leipzig sein.

Kathleen Stemmler ist eher im Makabren unterwegs. Ihre Texte sind voller Gewalt und Perversion. Das traut dem freundlichen Menschen aus dem Bereich der beruflichen Bildung und der jungen Mutter gar nicht zu. Aber so geht es ja auch dem Helden Ihrer Geschichten Dr. Paulus Paulinus …

Eine Gruppe von Selfpublisching- oder Indie-Autoren hat sich vor einigen Jahren zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um die Qualität von selbst veröffentlichten Büchern zu steigern. Wer dort mitarbeitet, lektoriert die Bücher der anderen und erhält den gleichen Service für die eigenen Werke. Der Leser bekommt ein qualitativ hochwertiges Buch. Das Siegel, das dies garantiert, heißt Qindie.

Zur Buchmesse findet jedes Jahr eine Lesenacht von Qindie-Horror-Autoren statt. Und dieses Jahr ist Kathleen Stemmler nicht nur für einen Spaziergang über das Messegelände, sondern auch für die Qindie-Lesung nicht anwesend. Daher hat sie ihren Beitrag nun auf YouTube veröffentlicht; der kann sich sehen und hören lassen.

Links
http://www.qindie.de/
https://www.facebook.com/autorinkathleenstemmler

Stiftung Christliche Kunst Wittenberg

Zum großen Reformationsjubiläum 2017 habe ich mich von Wittenberg ferngehalten. Ich dachte mir, ich muss mich nicht mit den Touristen aus aller Welt in lange Schlangen stellen, wenn ich keine hundert Kilometer entfernt lebe. Andererseits muss ich gestehen, dass ich insgesamt noch viel zu selten die kleineren Städte in meiner Umgebung besuche. Da entgeht mir doch eine ganze Menge.

Nun, nach Wittenberg habe ich es gestern endlich mal wieder geschafft. Und dort habe ich vor allem die Ausstellung im Schloss bewundert, die von der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg präsentiert wird. Das Ehepaar Scheufelen begründete 2001 die Stiftung mit über 400 Arbeiten von Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts. Durch Zukäufe und Schenkungen wächst die Sammlung, die hauptsächlich grafische Blätter umfasst.

Otto Dix - Versuchung

Mit fiel sofort eine Auswahl von Otto-Dix-Arbeiten ins Auge, vor allem, weil Kunstdrucke davon meinen Wohnungsflur zieren. Es sind Lithografien zum Matthäusevangelium, hier die Versuchung Jesu Christi.

Viele prominente Namen sind zu finden: Ernst Barlach, Marc Chagall, Joseph Beuys und Friedensreich Hundertwasser sind nur eine ganz willkürlich Auswahl. Max Pechsteins Grafiken zum Vater Unser sind weitere Highlights. Die gibt es auch als Postkartenset zu kaufen. Absolute Besuchsempfehlung!

Link
http://www.christlichekunst-wb.de/

Rom und die Kunst – Teil 2

Heute bin ich in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna gewesen. Ich war lange nicht mehr so lange in einem Museum. Aber hier vergisst man einfach die Zeit. Wie passend! Das Konzept der derzeitigen Präsentation der Sammlung steht unter dem Motto: Time is out of joint. Das kommt aus Shakespeares Hamlet. Der Titelgebende Prinz von Dänemark beschreibt die Situation in seinem Heimatland als höchst änderungswürdig:

Let us go in together,
And still your fingers on your lips, I pray.
The time is out of joint—O cursed spite,
That ever I was born to set it right!
Nay, come, let’s go together.

Schlegel übersetzt die Zeit ist aus den Fugen. So ging das Wort in den Sprachschatz deutscher Redewendungen ein. In der Galleria Nazionale ist es für den Besucher aber nicht so gefährlich wie für Adlige am Dänischen Hof. Hier geriet die Zeit auf spielerische Weise aus den Fugen. Vom Oktober 2016 bis April 2018 werden Werke von vor-modernen bis zeitgenössischen Künstlern in einem neuen Zusammenhang präsentiert. Traditionsstränge werden sichtbar. Skurile Situationen entstehen.

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Die reguläre Eintrittskarte kostet 10 EUR, der Audioguide 5 EUR. Fotografie ohne Blitz und kommerzielle Interessen ist gestattet. Ein Besuch ist empfehlenswert!

Link
http://www.lagallerianazionale.com/

Rom und die Kunst

Das erste Mal in Rom – seit 27 Jahren. Als Teenager war ich bereits in der Ewigen Stadt, zwei Mal. Daher habe ich heute die großen Ziele wie das Kolosseum und den Vatikan ignoriert. Stattdessen ging ich in eine Kirche aus den frühen 50er-Jahren, in das Etruskische Museum in der Villa Guilia, in den Park der Villa Borghese und durch die Straßen der Innenstadt.

Doch besonderen Eindruck machte ein lebender Künstler, der in seinem museo all‘ aria aperta am Straßenrand nahe dem Mausoleum des Augustus witzige und geistreiche Kunstwerke präsentierte. Er heißt Fausto Delle Chiaie. Ich hatte die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen und ein Porträt von ihm zu schießen. Schließlich bekam ich auch ein kleines Kunstwerk von ihm geschenkt.

Kunst von Fausto Delle Chiaie

Fausto Delle Chiaie

Zum Abschied sagte mit Fausto Delle Chiaie, dass er zwar keine eigene Website hätte, dass ich ihn aber finden würde, wenn ich seinen Namen über Google suchte. Er hatte recht. Auf Ciao Roma gibt es beispielsweise ein Interview mit ihm. Dokumentarfilme sind über ihn gemacht worden. Ein kurzes YouTube-Video verlinke ich hier mal:

Weihnachten und der Koran

Der katholische Theologe Karl-Josef Kuschel promovierte 1977 über Jesus in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Betreut wurde er von niemand Geringerem als Hans Küng und Walter Jens. Seine Habilitationsschrift 1989 trug den Titel Geboren vor aller Zeit? Der Streit um Christi Ursprung. Kuschel beschäftigt sich also mit der zentralen Person des Christentums. Bis 2013 hatte er den Lehrstuhl für Theologie der Kultur und des interrreligiösen Dialogs an der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Tübingen inne. Er war außerdem der stellvertretende Direktor des Instituts für ökumenische und interreligiöse Forschung der Universität. Von Kuschel und seinem Doktorvater Küng stammt der Begriff der Abrahamitischen Ökumene, der einen Trialog von Judentum, Christentum und Islam beschreibt. Wer mal nicht weiß, was er mir schenken soll, kann gerne die Literaturliste in Kuschels Wikipedia-Eintrag wildern.

Weihnachten und der Koran

2008 (und in 2. Auflage 2012) veröffentlichte Kuschel ein Buch, das sich mit dem Weihnachtsgeschehen beschäftigt, wie es im Koran wiedergegeben wird. Das brachte mich auf die Idee einer ganz besonderen Top-Five-Liste: dem Christentum und dem Islam gemeinsame Aspekte der Weihnachtsgeschichte.

  1. Maria, die Mutter Jesu, brachte ihren Sohn als Jungfrau zur Welt.
  2. Den Naturgesetzen hält Lukas 1,37 entgegen: Denn für Gott ist nichts unmöglich. In Sure 3,47 heißt es: Wenn er [Gott] eine Sache beschließt, dann sagt er zu ihr nur: ‚Sei!‘ Und da ist sie.
  3. Jesus ist ohne einen irdischen Vater gezeugt. Er ist Geist von Gott. (Sure 4,171) An anderen Stellen im Koran wird Jesus nicht nur Prophet Gottes sondern auch Wort Gottes genannt. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, sagt Johannes 1,14.
  4. Für Christen beginnt mit der Geburt Jesu die Umkehrung aller Werte. Er verkörpert in seiner Person den Frieden Gottes auf Erden. Das singen bereits die Engel zu den Hirten im Lukasevangelium. Im Koran spricht Jesus: Er hat mich nicht zum unseligen Gewalttäter gemacht. (Sure 19,32)
  5. Im Neuen Testament weist Gott Jesus durch Taten, Wunder und Zeichen aus. Der Koran (Sure 19,21) erklärt ihn zu einem Zeichen für die Menschen, indem er Blinde und Aussätzige heilt und Tote auferweckt.

Natürlich sind Christentum und Islam nicht gleichzusetzen. Es gibt auch viele Unterschiede. Aber die sehen wir schon allzu oft. Es wird Zeit, sich einmal auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren.

Link
http://www.patmos.de/weihnachten-und-der-koran-p-8147.html