Geburtstage der Wanderer zwischen den Welten

Es gibt diese berühmten Persönlichkeiten, bei deren Zuordnung man Probleme hat. Nenn man beispielsweise im Deutschen Reich geborene Menschen jüdischer Abstammung, die in die USA flohen und dort zu Ruhm und Ehren kamen, Deutsche, Juden oder Amerikaner? Es kommt wohl ganz auf den Einzelfall an. Schriftsteller im Exil blieben meist Deutsche, unabhängig der Staatsbürgerschaft. Naturwissenschaftler verbinden wir dann wohl eher mit ihrer konkreten Wirkungsstätte.

Auch in anderen Fällen kann die individuelle Biographie von historischen Umwälzungen gekreuzt werden. Dann finden wir die Persönlichkeit plötzlich auf zwei Seiten wieder. Heute gibt es eine Top-Five-Liste von Geburtstagskindern, die sich auf unterschiedlichen Feldern aber immer auch zwischen den Welten bewegten.

  • Bāyezīd II. (1447–1512) – Als Sultan des Osmanisches Reiches nahm er die aus Spanien vertriebenen Juden auf. Er soll dazu gesagt haben: Wie töricht sind die spanischen Könige, dass sie ihre besten Bürger ausweisen und ihren ärgsten Feinden überlassen.
  • Nikolaus von Amsdorf (1483–1565) – Er war 1542 in Naumburg der erst lutherische Bischof, der in Deutschland eingesetzt wurde. Sein katholischer Konkurrent und Nachfolger Julius von Pflug war dann bereits der letzte Bischof in Naumburg überhaupt. In der Rechtfertigungslehre vertrat er pointiert die extreme Position: gute Werke sind schädlich zur Seligkeit.
  • Joseph Conrad (1857–1924) – Als Sohn polnischer Adeliger im russischen Reich in Berdytschiw geboren, das heute in der Ukraine liegt. Erst in seinen Zwanzigern lernte er Englisch. Heute gilt er als einer der wichtigsten englischsprachigen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Zum Thema Sprache wusste er auch: Küsse sind das, was von der Sprache des Paradieses übriggeblieben ist.
  • Anna Freud (1895–1982) – Sie ist mit dem berühmten Namen zuallererst als Sigmund Freuds bekannt. Doch ihre eigenen Beiträge gerade zur Kinderpsychoanalyse sind bemerkenswert. Ein schöner Spruch von ihr für jedes Poesie-Album lautet: Wie wunderbar ist es, dass niemand auch nur einen Moment warten muss, bevor er anfängt, die Welt zu verbessern.
  • Katarina Witt (*1965) – In den 80er Jahren war sie die Eiskunstläuferin der DDR schlechthin. Olympia- und Weltmeistertitel häuften sich bis 1988. 1994 trat sie erneut an, diesmal für das wiedervereinigte Deutschland. Sie belegte einen respektablen 7. Platz bei Olympia und wurde deutscher Vizemeister. Hier kommt kein Zitat aber ein bemerkenswerter Fun Fact: Der Playboy von 1998 mit Aktbildern von Katarina Witt ist nach dem mit Marilyn Monroe erst die zweite Ausgabe, die weltweit ausverkauft war.

Das neue offizielle Porträt

Elisabeth II., die Königin von England, soll bisher 129 Mal für ein offizielles Porträt Modell gesessen haben. Auf Münzen des Vereinigten Königreichs gibt es sie allerdings nur in fünf Versionen. Das schreit ja förmlich nach einer meiner geliebten Top-Five-Listen der Porträt-Urheber (nach Erscheinungsdatum des Porträts):

  • Mary Gillick (1953)
  • Arnold Machin (1968)
  • Raphael Maklouf (1985)
  • Ian Rank Broadley (1998)
  • Jody Clark (2015)

So viele Künstler gibt es noch nicht, die gerne ein Porträt von mir erstellen wollen; Dean Nixon, der Fotograf aus Neuseeland, ist unter den Wenigen und Tom Schulze, der die Vorlage für das heute vorgestellte Bild lieferte. Das eigentliche Bild ist ein „Abfallprodukt“ meines Kalenders Söhne aus Rumpf- und Patchwork-Familien 2019. Das möchte ich gerne hier noch einmal präsentieren:

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75 Jahre Joni Mitchell

Heute ist Joni Mitchell 75 Jahre alt. Sie ist für mich eine Wichtige Kraftquelle und Inspiration. Ihre Musik und ihre Texte bedeuten mir seit Jahrzehnten unglaublich viel. Und die Tatsache, dass sie viele ihrer Plattencover selbst gestaltet hat, dient mir auch innerlich als Rechtfertigung für das eigene Komplettpaket.

Eigentlich sollte ich einen langen Aufsatz schreiben über bestimmte Alben und die Songs darauf, die verwendeten Instrumente, die Liebschaften, die Künstler, die von Joni Mitchell beeinflusst wurden usw. usf. Aber ich beschränke mich auf eine Top-Five-Liste – nicht meiner Lieblingssongs von ihr, sondern – von Cover-Versionen anderer Künstler:

  • Carey – mit halbem Tempo live von Cindy Lauper; sehr hypnotisch!
  • Big Yellow Taxi – von Bob Dylan in einer seiner schlimmeren Phasen, aber so habe ich das Lied eben kennengelernt.
  • Got ′til it′s gone – eigentlich ein eigenständiges Lied von Janet Jackson; aber mit wichtigem Hook-Line-Sample aus Big Yello Taxi; auch im Video kann man Joni Mitchell entdecken.
  • A Case of You – von Prince am Klavier gerade erst postum veröffentlicht.
  • Both Sides NowCleo Laine machte aus dem Folksong eine klassische Nummer; Joni Mitchell selbst kopierte später diesen Stil.

Und zum Abschluss ein mittlerweile 5 Jahre altes Interview mit ihr:

Geburtstag bedeutender Frauen

Wenn ich meine Top-Five-Listen zu einem Tag erstelle, suche ich normalerweise Berufe aus: Maler, Schriftsteller, Musiker. Meist sind es Männer, nicht weil ich ihnen den Vorzug gäbe, sondern weil sich die Geschichtsschreibung bisher auf Männer konzentrierte. Es ist ja im Wandel. Und in allen drei vorgenannten Disziplinen weiß ich zumindest einige Frauen in meinen persönlichen Favoritenlisten.

Heute möchte ich eine Top-Five-Liste von weiblichen Geburtstagskindern schreiben:

  • Anna Maria von Schürmann (1607–1678) – Eine niederländische Universalgelehrte, die zehn Sprachen beherrschte. Für den Besuch der Universität wurde ihr ein Holzverschlag gebaut. So störte sie nicht die Männerwelt.
  • Catherine „Kitty Clive“ Raftor (1711–1785) – Schauspielerin und Sängerin in London. Sie sang beispielsweise die Delilah in der Uraufführung von Händels Oratorium Samson.
  • Vivien Leigh (1913–1967) – Es bleibt vor allem der Oscar für ihre Rolle der Scarlett O’Hara in Vom Winde verweht. Doch das ist wohl das Einzige, was sie mit den Südstaaten verbindet. Eigentlich war sie eine britische Theatergröße.
  • Gisela Andersch, geb. Dichgans (1913–1987) – Den Nachnamen bekam sie von ihrem zweiten Ehemann Alfred Andersch. Bis heute ist der Malerin und Grafikerin hauptsächlich für Buchgestaltungen bekannt.
  • Elke Sommer (*1940) – Die Pastorentochter ist vor allem als Schauspielerin bekannt. Sie gehört zu den wenigen Deutschen, die auch in Hollywood Karriere gemacht haben. Und sie teilt das Schicksal aller hübschen Frauen, in einer Männerwelt immer wieder auf das Aussehen reduziert zu werden.

Top-Five-Liste von Musiker-Geburtstagen

Ach, wenn man einmal wieder mit Top-Five-Listen anfängt, ist es schwer wieder damit aufzuhören. Ob mir wohl fünf gute Gründe einfallen würden, warum ich Top-Five-Listen so gern mag?

Fünf Musiker feiern heute Geburtstag, die man ruhig kennen kann:

  • Robert Long (1943–2006) – Niederländischer Liedermacher, der auch auf Deutsch gesungen hat. Er lebte offen schwul und sang darüber; zu einer Zeit, da es noch nicht hipp war. Hörtipp: Homo Sapiens
  • Hans Hartz (1943–2002) – Wer kennt es nicht, das Sail Away! aus der Becks-Werbung? Achtung! Nicht zu verwechseln mit dem Remake, bei dem Joe Cocker versucht, in die Fußstapfen des Deutschen zu steigen.
  • Leslie West (*1945) – Der Name wird einigen nichts sagen. Aber mit seiner Band Mountain spielte 1969 in Woodstock. Eddie van Halen nennt den Gitarristen sein Vorbild. Ihr größter Hit: Mississippi Queen
  • Shaggy (*1968) – Wer wurde heute vor runden 50 Jahren geboren? It wasn’t me
  • Helmut Lotti (*1969) – Der Beginn seiner Karriere liegt in Belgien. Mit Helmut Lotti Goes Classic wurde er europaweit bekannt. Als Botschafter des Kinderhilfswerks UNICEF tut er bis heute Gutes. Im Herbst und später zur Advents- und Weihnachtszeit darf man auch seine Lieder wieder hören.

Liste literarischer Todestage und ein Arzt mit Geschichte

Ich habe schon lange keine meiner Top-Five-Listen veröffentlicht, obwohl das eigentlich meine Lieblings-Artikel-Art ist. Es böte sich auch an, etwas über Asperger zu schreiben. Schließlich ist Johann Friedrich Karl Asperger, der Namensgeber einer speziellen Form des Autismus, heute vor 38 in Wien gestorben. Aber das lässt mich emotional gerade völlig kalt. Dies könnte ein politisch nicht ganz korrekter Witz sein, der sich auf das Asperger-Syndrom bezieht, wenn ich die erklärenden Zeilen nicht auch nutzte darauf hinzuweisen, dass Asperger selbst in der Zeit des Nationalsozialismus nicht selbst menschenverachtende, kriminelle Herzenskälte bewies, als er in der sogenannten Jugendfürsorgeanstalt Am Spiegelgrund Kinder und Jugendliche für die Tötung aussortierte. 1939 sagte Asperger in einem Vortrag:

Im neuen Deutschland haben wir Ärzte zu unseren alten eine Fülle neuer Pflichten übernommen. So wie der Arzt bei der Behandlung des Einzelnen oft schmerzhafte Einschnitte machen muss, so müssen wir aus hoher Verantwortung Einschnitte am Volkskörper machen. Wir müssen dafür sorgen, dass das, was krank ist und diese Krankheit in fernere Generationen weitergeben würde, zu des Einzelnen und des Volkes Unheil, an der Weitergabe des kranken Erbguts gehindert wird.

Ja, jetzt habe ich doch etwas zu Asperger geschrieben, eben weil es mich doch nicht kalt lässt. Nun aber – mit Blick auf meine Lesung am nächsten Samstag – doch schnell meine Top-Five-Liste von Todestagen bedeutender Schriftsteller:

  • Nikolos Barataschwili (1817–1844) – Ich habe nichts von Barataschwili gelesen. Aber er gehört wegen eines frühes Malaria-Todes zum Club der 27 und ist ein bedeutender Schriftsteller der Romantik aus Georgien. Georgisch wird auch bei meiner Lesung am Sonnabend zu hören sein.
  • Arthur Schnitzler (1862–1931) – Von diesem Arzt und berühmten modernen Erzähler und Dramatiker habe ich ebenfalls zu meiner Schande noch nichts gelesen oder gesehen. Sigmund Freud war begeistert vom Werk Schnitzlers. Das soll uns reichen.
  • Jack Kerouac (1922–1969) – Diesen großen Vertreter der Beat-Generation kenne ich nun endlich wirklich selbst. On the Road auf der Route 66 pflanzte weiteren Generationen das Fernweh in die Herzen.
  • Walter Schmiele (1909–1998) – Schmiele teilt das Schicksal vieler Übersetzer; weil ihre Namen nicht direkt auf dem Buchcover abgedruckt werden, kennt sie keine Sau. Und als Essayist schreibt man für ein Fachpublikum. Ich habe ihn als Autor einer Henry-Miller-Monographie kennengelernt.
  • Manfred Krug (1937–2016) – Krug war nicht nur ein hervorragender Schauspieler und arsch-cooler Sänger. Unter dem Pseudonym Clemens Kerber hatte er auch viele seiner Liedtexte selbst verfasst.

Top-Ten-Liste titelgleicher Lieder

In zehn Sprachen gibt es jetzt mein Buch Wenn du nicht da bist … mittlerweile. Das bedeutet auch zehnmaliges Suchen nach einem griffigen Titel, und neunmal soll dieser Titel auch den ersten deutschen Titel möglichst genau wiedergeben. Die Übersetzer haben – wie ich finde – hervorragende Arbeit geleistet. Natürlich beherrsche ich die zehn Sprachen nicht so, dass ich das mit einer gewissen Objektivität beurteilen könnte; aber die Übersetzer haben sich mit mir zusammengesetzt und Stück für Stück erklärt, warum sie sich gerade so und nicht anders entschieden haben.

Und wenn ich die zehn Titel höre, haben sie einen guten Klang, einen Rhythmus, für den man empfänglich sein kann, auch ohne jedes Wort exakt übersetzen zu können. Diesen Klang, diesen Rhythmus haben auch andere Autoren in den Wortgruppen gefunden, die meine Titel bilden. Deshalb wurden sie in den jeweiligen Sprachen auch als Titel für Lieder verwendet. Meine bisherigen Lieblingslieder habe ich in einer Top-Ten-Liste versammelt:

  • Quand tu n’es pas là von Gilbert Bécaud (1927–2001) – französischer Chanson at its best
  • Wenn du nicht da bist von NO 55 (1981–1989) – eine Abspaltung der Ostrock-Kultband City
  • When You’re Not Around von Kat Eaton (?) – sie ist der neue heiße Scheiß aus London; absolut hörenswert und mein Buch ist älter als dieser Titel
  • Soms Wanneer Jij Er Niet Bent von Zjef Vanuytsel (1945–2015) – etwas gemogelt; denn Soms = Manchmal ist nicht Teil meines Buchtitels, aber das Lied ist gut
  • When You’re Not Around von Joe Jackson (*1954) – er ist in so vielen Genres zuhause; dieses Lied gehört vielleicht nicht zu seinen besten, aber wenn ich ihn in der Liste haben kann, nehme ich ihn natürlich auf
  • Quando Non Ci Sei von Nek (*1972) – die italienische Version meines Titels ist oft gesungen wurden; aber kein Song klingt so typisch nach Italo-Pop-Rock wie dieses Lied von Nek
  • في غيابك von Nawal El Kuwaitia (*1966) – man nennt sie die Königin der Klassik, natürlich eine orientalische Königin
  • Yanimda Sen Olmayinca von Ahmet Kaya (1957–2000) – noch einmal inkonsequent; denn erstens ist die türkische Version noch nicht erschienen, und zweitens wird sie nicht so heißen; aber der türkisch-kurdische Sänger musste mit dabei sein
  • Když tu nejsi von Sifon Rock (seit 1978) – tschechisches Hard-Rock-Urgestein, von dem mittlerweile sämtliche Gründungsmitglieder nicht mehr dabei sind; das Lied stammt vom Album Generace aus dem Jahr 1996
  • When You’re Not Around von Theo Tams (*1985) – einer der Gewinner von Canadian Idol; trotzdem gut

In einer YouTube-Playlist sammle ich die Lieder, die mit einem meiner Titel aus der Übersetzungsreihe von Wenn du nicht da bist … beginnen. Da ist bis zum heutigen Tag schon einiges zusammengekommen. Wer ein Lied findet, darf mir gerne schreiben.

Meine Bücher kann man über den Buchhandel, den Online-Handel wie z.B. Amazon und direkt beim Verlag epubli beziehen: https://www.epubli.de/shop/autor/Fabian-Williges/2545

Weihnachten und der Koran

Der katholische Theologe Karl-Josef Kuschel promovierte 1977 über Jesus in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Betreut wurde er von niemand Geringerem als Hans Küng und Walter Jens. Seine Habilitationsschrift 1989 trug den Titel Geboren vor aller Zeit? Der Streit um Christi Ursprung. Kuschel beschäftigt sich also mit der zentralen Person des Christentums. Bis 2013 hatte er den Lehrstuhl für Theologie der Kultur und des interrreligiösen Dialogs an der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Tübingen inne. Er war außerdem der stellvertretende Direktor des Instituts für ökumenische und interreligiöse Forschung der Universität. Von Kuschel und seinem Doktorvater Küng stammt der Begriff der Abrahamitischen Ökumene, der einen Trialog von Judentum, Christentum und Islam beschreibt. Wer mal nicht weiß, was er mir schenken soll, kann gerne die Literaturliste in Kuschels Wikipedia-Eintrag wildern.

Weihnachten und der Koran

2008 (und in 2. Auflage 2012) veröffentlichte Kuschel ein Buch, das sich mit dem Weihnachtsgeschehen beschäftigt, wie es im Koran wiedergegeben wird. Das brachte mich auf die Idee einer ganz besonderen Top-Five-Liste: dem Christentum und dem Islam gemeinsame Aspekte der Weihnachtsgeschichte.

  1. Maria, die Mutter Jesu, brachte ihren Sohn als Jungfrau zur Welt.
  2. Den Naturgesetzen hält Lukas 1,37 entgegen: Denn für Gott ist nichts unmöglich. In Sure 3,47 heißt es: Wenn er [Gott] eine Sache beschließt, dann sagt er zu ihr nur: ‚Sei!‘ Und da ist sie.
  3. Jesus ist ohne einen irdischen Vater gezeugt. Er ist Geist von Gott. (Sure 4,171) An anderen Stellen im Koran wird Jesus nicht nur Prophet Gottes sondern auch Wort Gottes genannt. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, sagt Johannes 1,14.
  4. Für Christen beginnt mit der Geburt Jesu die Umkehrung aller Werte. Er verkörpert in seiner Person den Frieden Gottes auf Erden. Das singen bereits die Engel zu den Hirten im Lukasevangelium. Im Koran spricht Jesus: Er hat mich nicht zum unseligen Gewalttäter gemacht. (Sure 19,32)
  5. Im Neuen Testament weist Gott Jesus durch Taten, Wunder und Zeichen aus. Der Koran (Sure 19,21) erklärt ihn zu einem Zeichen für die Menschen, indem er Blinde und Aussätzige heilt und Tote auferweckt.

Natürlich sind Christentum und Islam nicht gleichzusetzen. Es gibt auch viele Unterschiede. Aber die sehen wir schon allzu oft. Es wird Zeit, sich einmal auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren.

Link
http://www.patmos.de/weihnachten-und-der-koran-p-8147.html

Todestage großer Autoren

Morgen ist der 100. Geburtstag des Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll. Bevor wir diesen feierlich begehen können, müssen wir uns heute symbolisch von fünf Autoren verabschieden, deren Todestag heute ist:

  • Max Brod (1884–1968) – Ja, er hat selbst geschrieben! Auch wenn die Welt ihn als den Freund Franz Kafkas kennt, welcher der literarischen Welt zuliebe sein Versprechen am Sterbebett brach und Kafkas Werke veröffentlichte. Danke!
  • John Ernst Steinbeck (1902–1968) – Grapes of Wrath, Of Mice and Men, East of Eden – alle hervorragend verfilmt. Man kann den Literaturnobelpreisträger aber auch immer noch lesen.
  • Moss Hart (1904–1961) – Ich kenne Hart nicht als Autor. Aber er war als Dramaturg für die Uraufführung von My Fair Lady am Broadway verantwortlich. Vorlage: Pygmalion des Literaturnobelpreisträgers George Bernhard Shaw.
  • Günther Eich (1907–1972) – Ich kenne Eich vor allem als Lyriker der ersten Nachkriegszeit. Sein Gedicht Inventur gab dieser Zeit ihren Namen.
  • Carl Edward Sagan (1934–1996) –Er schrieb den Roman Contact, der mit Jodie Foster in der Hauptrolle verfilmt wurde. Aber er beschäftigte sich auch durchaus ernsthaft mit der Möglichkeit von Leben außerhalb unseres Sonnensystems. Die Artikel Leben und Extraterrestrisches Leben der Encyclopaedia Britannica stammen aus Sagans Feder. Und die Golden Record der Voyager-Mission, diese Nachricht an mögliches Leben, war auch eine Idee Sagans.

Literarische Geburtstage

Heute ist ein wahrlich besonderer Tag. Gleich zwei meiner absoluten Top-Favoriten aus dem Kreise der Autoren haben heute Geburtstag. Grund genug für eine schnelle Top-Five-Liste; denn die beiden stehen mit ihrem Geburtstag am 18.11. nicht alleine da:

  • Margaret Eleanor Atwood (* 1939) – Ihr dystopischer Roman A Handmaid’s Tale kam nach Trumps Wahl wieder in die Bestsellerlisten. Aber sie hat natürlich mehr geschrieben – und meiner Meinung nach auch besseres: The Robber Bride oder die Sammlung kurzer Erzählungen Wilderness Tips.
  • Klaus Heinrich Thomas Mann (1906–1946) – Seine zwei weiteren Vornamen sind auch schon die größte Hypothek, die Klaus Mann mit sich herumschleppte. Mephisto und Der Fromme Tanz sind Bücher, die ich neben seinen Essays über den aufkommenden und raumgreifenden Nationalsozialismus empfehlen kann.
  • Hans Reimann (1889–1969) – Er schrieb einen alternativen Reiseführer über Leipzig in der Reihe Was nicht im „Baedeker“ steht des Piper-Verlags. In der gleichen Reihe veröffentlichten Klaus und Erika Mann übrigens ihr Buch von der Riviera. Er arbeitete zusammen mit Heinrich Spoerl. Man sagt, Reimann sei der Co-Autor von Spoerls Feuerzangenbowle. Zumindest teilten sie sich die Tantiemen.
  • Richard Fedor Leopold Dehmel (1863–1920) – Ich mag vor allem Zwei Menschen. Roman in Romanzen und einige seiner Gedichte. Aber der ganze Mensch Dehmel ist sehr interessant und schillernd. Die deutschen Expressionisten verehrten ihn. Er übte sich in der Freien Liebe. Und in einem verschriftlichten Gespräch mit Max Liebermann sagt er, nur in „Mischvölkern“ gedeihe genialische Kreativität, befinde sich das geistig-kulturelle Niveau auf seinem Höhepunkt. Von auswärtigen Einflüssen abgeschlossene Ethnien seien langfristig dem allmählichen zivilisatorischen Niedergang geweiht. (Richard Dehmel, Kultur und Rasse. Ein Gespräch zwischen Künstlern, 1913)
  • Friedrich Ludwig Zacharias Werner (1768–1823) – Hier muss ich gestehen, Werner ist vor allem dabei, um auf die Fünf zu kommen. Aber er scheint in Mensch zu sein, mit dem man sich einmal beschäftigen sollte. Bei Kant hat er studiert und in Weimar wurden seine Stücke vor Goethe aufgeführt. Nach drei gescheiterten Ehen konvertierte der romantische Dichter zum Katholizismus und wurde noch Priester. Sein bekanntestes Stück ist das Schicksalsdrama Der vierundzwanzigste Februar. Und das ist mein Geburtstag.

Link
http://gutenberg.spiegel.de/buch/zwei-menschen-1728/1Zwei Menschen. Roman in Romanzen von Richard Dehmel beim Projekt Gutenberg