Archiv der Kategorie: Top-Five-Liste

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Geburtstagskinder, die nicht konnten, wie sie wollten

Heute vor 244 Jahren wurde Ernst Theodor Amadeus Hoffmann geboren, den man vor allem bei seinen Initialen E. T. A. nennt. Bekannt ist er wohl den meisten als Autor von märchenhaften Geschichten; ein Romantiker eben. Aber er war auch Jurist, Komponist, Kapellmeister und Karrikaturist (siehe Beitragsbild). Wer sagte doch gleich, dass Goethe das letzte Universalgenie gewesen wäre?

Ihn verband seit seinem 10. Lebensjahr eine innige Freundschaft mit Theodor Gottlieb von Hippel den Jüngeren, der als Adeliger die preußische Beamtenlaufbahn schneller durchlaufen konnte als der bürgerliche Hoffmann. Hippel half ihm immer wieder und saß 1822 an seinem Totenbett. Hoffmann zeichnete bereits 1803 seinen Freund und sich ganz passend als Castor und Pollux.

Hoffmann_Hippel

Nun muss man natürlich aufpassen, in eine tiefe Männerfreundschaft zuviel hinein zu interpretieren. Aber mir scheint, dass die beiden heute vielleicht als ein Männerpaar glücklicher geworden wären. Es hat nicht sollen sein. Und ich nehme diese Spekulation zum Anlass für eine Top-Five-Liste von Geburtstagskindern des 24. Januar, die nicht konnten, wie sie wollten.

  • Publius Aelius Hadrianus (76–138) – Der römische Kaiser Hadrian ist für den Bau des Pantheons und der Engelsburg verantwortlich. Außerdem liebte er den griechischen Jüngling Antinoos, nach dessen Tod er im ganzen Reich Tempel für den Geliebten errichten ließ. Das war durchaus nicht üblich.
  • Farinelli (1705–1782) – Als Carlo Broschi geboren, wurde er im Alter von 9 Jahren kastriert, um seine Knabenstimme zu erhalten. Es ist vielleicht ein wenig einfach, ihn hier aufzunehmen. Klar ist auf jeden Fall, dass er keine vollständige erwachsene Beziehung führen konnte.
  • Friedrich der Große (1712–1786) – Der Alte Fritz war auch mal jung. Bevor er der erste Diener seines aufgeklärt-absolutistisch geführten Staates wurde, traf er mit etwa 17 Jahren den 25-jährigen Hans Hermann von Katte. Gemeinsam widmeten sie sich dem Flötenspiel und der Dichtkunst. Als der junge Friedrich vor seinem Vater nach Frankreich fliehen wollte, wurden beide gefasst. Katte wurde schließlich vor den Augen des Prinzen enthauptet.
  • Arndt von Bohlen und Halbach (1938–1986) – Er ist der Urenkel des Kanonenkönigs Friedrich Alfred Krupp, welcher durch lange Auffenthalte auf Capri in den Geruch kam, ein Päderast zu sein.  Unser Geburtstagskind brachte seine Apanage durch und rühmte sich, nicht einen Tag gearbeitet zu haben. Nicht nur der Küchenpsychologe vermutet dahinter eine Tragödie.
  • Klaus Nomi (1944–1983) – Der klassische Countertenor und schillernde Popsänger arbeitete unter anderem mit David Bowie. Mit 39 Jahren war er einer der ersten berühmten AIDS-Opfer. Das Video zeigt den Cold Song aus der Oper King Arthur von Henry Purcell.

Geburtstag der Regisseure

Ich bin ja selbst erstaunt, wie meine Auflistungen immer wieder funktionieren. Und heute ist der Geburtstag der Filmregisseure. Lest selbst in meiner Top-Five-Liste!

  • Rudolf Bernauer (1880–1953) – Wenn man auf sein Geburtsjahr schaut, ist es verständlich, dass Bernauer eher ein Theatermensch war. Aber er schrieb auch Drehbücher und führte zu zwei Filmen Regie. Sie heißen Ausflug ins Leben und Goldblondes Mädchen, ich schenk dir mein Herz. Daher führt er unsere Liste an.
  • Federico Fellini (1920–1993) – Die Bedeutung dieses Mannes kann ich nicht in einem schlichten Satz beschreiben. Aber das Kino wäre heute nicht dasselbe ohne ihn. Er schenkte uns den Paparazzo. Und der Autorenfilm trägt seine Spuren.
  • Achim Benning (*1935) – Er gehört eigentlich nicht in diese Reihe; aber sag das mal einem Tatort-Kommissar, der auch noch zehn Jahre Direktor des Wiener Burgtheaters war.
  • Pete Ariel (1941–2012) – Er war der Regisseur für viele Tatort-Kommissare und für Klaus Löwitsch als Peter Strohm. Gut, bei Alarm für Cobra 11 hat er auch Regie geführt. Das habe ich mir nie angeschaut.
  • David Keith Lynch (*1946) – David Lynch ist natürlich weit mehr als ein weiterer Regisseur. Er ist Drehbuchautor, Produszent, Schauspieler, Fotograf und Maler. Ich mag viele seiner Filme sehr gern.

big four versailles

Ein Tag in Deutschland

Es gibt so besondere Tage, da drängt sich die Geschichte zusammen und man weiß gar nicht mehr, welchen Datums man gedenken soll. Der 9. November ist das wohl prominenteste Beispiel in Deutschland. Aber auch der 18. Januar hat es in sich. Das verlangt nach einer Top-Five-Liste von wichtigen Ereignissen an einem 18. Januar.

  • 1701 – In Königsberg krönt sich Herzog Friedrich III. selbst zum ersten König von Preußen und nennt sich nun Friedrich I. Manche sehen in Preußens Aufstieg den beginnenden Untergang der alten Reichsidee.
  • 1871 – König Wilhelm I. von Preußen wird in Versailles von den Siegern des Deutsch-Französischen Krieges zum Kaiser proklamiert. Nun ist das Reich nicht mehr Römisch, sondern Deutsch.
  • 1919 – Erneut in Versailles wird die Pariser Friedenskonferenz eröffnet [siehe Beitragsbild], die ein Jahr später mit einem Friedensvertrag endet, welcher in seiner Härte den Aufstieg der nationaler Kräfte in Deutschland begünstigt.
  • 1943 – Die SS versucht, das Warschauer Ghetto aufzulösen, trifft aber auf erbitterten Widerstand. Ein viertägiger Kampf ist die Vorstufe des eigentlichen Aufstands im April desselben Jahres.
  • 1956 – Die Volkskammer der DDR beschließt, als Reaktion auf die Aufstellung der Bundeswehr, die Gründung der Nationalen Volksarmee. Nun sind beide deutsche Staaten wieder unter Waffen.

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Geburtstag bewegter Frauen

Der 14. Januar ist ein Tag, der uns einige bedeutende Frauen geschenkt hat. Meine Auswahl ist eine Top-Five-Liste von Geburtstagen bewegter Frauen.

  • Berthe Marie Pauline Morisot (1841–1895) – Sie gilt als eine der bedeutendsten Malerinnen des Impressionismus. Sie verband eine Freundschaft mit dem Maler Édouard Manet, dessen Bruder Eugéne sie 1874 heiratete. Das hat sie aber nicht zu einem Anhängsel Manets werden lassen; es änderte aber ihren Namen.
  • Ida Dehmel (1870–1942) – Den Namen änderte die als Ida Coblenz geborene Kunstförderin zweimal: in erste Ehe zu Auerbach. In zweiter Ehe nahme sie den Namen des bedeutenden Dichters Richard Dehmel an, in dessen Werk sich deutlich ihre Spuren zeigen. Sie gründete die Künstlerinnenvereinigung GEDOK, die bis heute einen Ida-Dehmel-Preis verleiht.
  • Caterina Germaine Maria Valente (*1931) – In Deutschland kennt man sie nur als Schlagersängerin. Valente spricht aber sechs Sprachen, brachte den Bossa-Nova nach Europa, veröffentlichte Weltmusik  und arbeitete als Schauspielerin. Aber es bleibt leider wohl vor allem die deutsche Version eines US-amerikanischen Songs: Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini.
  • Luise F. Pusch (*1944) – Sie ist eine der Begründerinnen der Feministischen Linguistik. Von ihr stammt die Textsammlung: Das Deutsche als Männersprache. Diagnose und Therapievorschläge. Sie führt auch einen Blog schreibt für die Emma. und gründete 2001 den FemBio Frauen-Biographieforschung e. V.
  • Ina Deter (*1947) – 1982 proklamierte sie musikalisch Neue Männer braucht das Land. Vier Jahre später erklärte sie diesem Land: Frauen kommen langsam – aber gewaltig.

Links
https://gedok.de/
https://www.fembio.org/

Die Welt im Spiegel historischer Ereignisse

Das Jahr ist noch jung. Behutsam testet man den einen oder anderen guten Vorsatz an der Realität. Manche zerbrechen, manche verformen sich ein wenig. Aber noch bin ich hoffnungsfroh, auch wenn die Welt heute nicht in jedem Aspekt dazu Anlass bietet.

Ja, wie steht es um die Welt? In fünf historischen Ereignissen des 11. Januar spiegelt sich einiges der aktuellen Situation. Gelegenheit für eine Top-Five-Liste:

  • 347 wird Flavius Theodosius im spanischen Coca geboren. Als Theodosius der Große ist er der letzte Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich (sowohl Ost- als auch Westreich).
  • 1753 stirbt der Botaniker, Mediziner und Sammler Hans Sloane. Er vermacht seine Sammlung dem englischen Staat. Diese bildet den Grundstock des British Museums.
  • 1911 veröffentlicht die Berliner Zeitschrift Der Demokrat  das Gedicht Weltende von Jakob van Hoddis. Es gilt als der Beginn des literarischen Expressionismus.
  • 1922 wird Toronto General Hospital der 13-jährige Leonard Thompson als erster Diabetiker mit Insulin behandelt. Er lebt weitere 14 Jahre, bis er an einer Lungenentzündung stirbt.
  • 2017 wird die Elbphilharmonie in Hamburg eröffnet. Die Bauzeit hatte sich um sieben Jahre verlängert, die Kosten mehr als verzehnfacht.

 

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

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Literarische Geburtstage

Heute vor 1980 Jahren wurde der römische Kaiser Titus geboren. Man kennt ihn heute wohl vor allem als Oberbefehlshaber im Jüdischen Krieg und somit als Zerstörer des Tempels in Jerusalem und gemeinsam mit seinem Vater Vespasian als Erbauer des Kolosseums. Für die Finanzierung erhob der Vater eine Steuer auf die öffentlichen Toiletten. Vor seinem Sohn verteidigte er sich mit dem berühmten Satz: pecunia non olet (Geld stinkt nicht). Die Abschlussfinanzierung stammte aus der Jerusalemer Kriegsbeute. Das war dem Kaiser weit weniger anrüchig.

Titus soll ein guter Stegreifdichter gewesen sein. Das würde ihn auch heute noch zu einem beliebten Partygast machen – außerhalb Jerusalems. Besondere literarische Werke seiner Feder sind mir nicht bekannt. Aber große Autoren seiner Zeit beschäftigten sich mit ihm. Sueton widmete ihm eine seiner Kaiserbiographien, Flavius Josephus beschreibt den Jüdischen Krieg und Plinius der Ältere widmete dem Freund und Kaiser seine Naturgeschichte.

Doch in diesem Blog-Eintrag soll es um Schriftsteller geben. Die hat der 30. Dezember nämlich auch zu bieten. Daher eine Top-Five-Liste von literarischen Geburtstagen, allen voran ein großes Jubiläum:

  • Theodor Fontane (1819–1898) – Vor genau 200 Jahren wurde er geboren. Bis heute quält man Schüler mit ihm. Doch langsam komme ich wohl in das Alter ihn zu mögen. Auch seine Biographie macht mir etwas Mut: Seine Wanderungen durch die Mark Brandenburg veröffentlichte er mit 42 Jahren. Das war sein erstes größeres Werk. Effi Briest und den Stechlin schrieb er erst in seinen Siebzigern.
  • Rudyard Kipling (1865–1936) – Er bekam mit 42 bereits den Literaturnobelpreis. Und wegen des Dschungelbuches liebt ihn bis heute fast jedes Kind. So unterschiedlich beide Biografien sein mögen, ich glaube, Kipling und Fontane hätten sich gut verstanden, wenn Kinpling nicht so anti-deutsch eingestellt gewesen wäre, dass er sogar das Geburtsdatum seines Sohnes fälschte, um ihm die frühe Teilnahme am Ersten Weltkrieg zu ermöglichen. Auf den Grabstein seines Sohnes ließ er dann setzen: If any question why we died, tell them, because our fathers lied.
  • Jacques Rigaut (1898–1929) – Er war ein französischer Dadaist mit Freundschaften zu Louis Aragon, André Breton, Man Ray und Max Ernst. Rigaut hatte schon früh alles durch, was manche moderne Rochstars noch vor sich haben: Opium, Kokain, Heroin. Er schrieb über Langeweile und Suizid. Mit 31 Jahren nahm er sich das Leben.
  • Paul Bowles (1910–1999) – Autor, Komponist sowie Förderer und Übersetzer war Bowles wichtiges Vorbild der Beat-Generation. Man kann ihn auch Wegbereiter einer neuen Orientrezeption nennen. Ihm folgten Truman Capote, Tennessee Williams, William S. Burroughs und Jack Kerouac nach Tanger.
  • Douglas Coupland (*1961) – Der bildende Künstler und Autor wurde mit seinem Roman Generation X (1991) nicht nur weltberühmt; er sorgte dafür, dass der Generationsname X, bisher immer für die folgende unbekannte Generation verwendet, haften blieb. Nun folgten ihr Y und Z in der Terminologie der Soziologen.

Da es aber heute doch der große Tag von Theodor Fontane ist, möchte ich mit einer gesellschaftskritischen Humorage von Jan Böhmermann aus dem Neo Magazin Royale enden. Viel Vergnügen!

 

 

Die Welt im Spiegel historischer Ereignisse

Ich bin sicher nicht der einzige, der sich in den letzten Jahren des Gefühls nicht erwehren kann, die Welt sei wachsend in Unordnung geraten. Andererseits kann ich auch wirklich kein Goldenes Zeitalter benennen, zu dem es tatsächlich besser gewesen wäre.

Heute vor 176 Jahren brachte Charles Dickens A Christmas Carol heraus. Da wird ein hartherziger Geschäftsmann von drei Geistern heimgesucht, was in ihm ein Umdenken in Bezug auf seine Mitmenschen auslöst. Es ist bis heute eine sehr beliebte Weihnachtsgeschichte. Auch die Muppets haben sie 1992 mit Michael Caine in der Hauptrolle als Ebenezer Scrooge verfilmt. Tatsächlich ist es aber jenseits von Festtagskitsch ein ernsthaftes sozialkritisches Werk.

Lassen wir uns nun vom Geist der vergangenen Ereignisse eine Top-Five-Liste von Jahrestagen des 19. Dezember präsentieren, die im Geiste der Gegenwart vielleicht ein wenig auf die Zukunft hoffen lassen:

  • 1783William Pitt der Jüngere (1759–1806) wird mit 24 Jahren zum bisher jüngsten Premierminister der Geschichte Großbritanniens ernannt. Bereits im Folgejahr wurde das Parlament aufgelöst. Bei Neuwahlen wurde Pitt mit großer Mehrheit gewählt. Er war ein großartiger Redner, Kämpfer gegen den Sklavenhandel und schlau genug, sich von Adam Smith beraten zu lassen. Seine letzten Worte waren: Oh my country!
  • 1924Fritz Haarmann (1879–1925) wird wegen Mordes von insgesamt 24 Jungen und jungen Männern zum Tode verurteilt. Seine Opfer sind auf dem Friedhof in Hannover Stöcken beigesetzt. Götz George spielte 1995 den Werwolf von Hannover im Film Der Totmacher.
  • 1936Thomas Mann wird die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn aberkannt, nachdem er bereits ausgebürgert worden war. Sie war ihm 1919 verliehen worden, bereits 10 Jahre vor dem Nobelpreis für Literatur.
  • 1969 – Der Film Easy Rider kommt in die deutschen Kinos, nachdem er bereits im Frühjahr bei den Filmfestspielen in Cannes Premiere hatte.
  • 1972 – Landen mit dem Team der Apollo-17-Mission die bisher letzten Menschen, die auf dem Mond waren. Sie ließen u.a. ein Mondauto auf dem Trabanten zurück.

Pikante Geburtstagspaare

Den Geburtstag sucht man sich nicht aus, auch wenn werdende Mütter oft das Gefühl haben mögen, der Nachwuchs versuche, bei dem angekündigten Geburtstermin kurzfristig doch noch mitzureden. Bei manchen historischen Geburtstagen habe ich den Eindruck, dass da zwei aufeinander gewartet haben – mal weil sie so gut zueinander passen und mal eben gerade nicht.

Also eine Top-Five-Liste von jeweils zwei Geburtstagskindern des 18. Dezember und was sie miteinander verbindet bzw. voneinander trennt:

  • Josef Wissarionowitsch Stalin (1878–1953) und Willy Brandt (1913–1992) – Das sind ja gleich zu Beginn solch historische Schwergewichte. Die kann meine Top-Five-Liste gar nicht fassen. Mit Stalin verbindet sich u.a. die Westverschiebung Polens und mit Brandt die Ostverträge und der Kniefall von Warschau.
  • Albin Köbis (1892–1917) und Hans Bernd August Gustav von Haeften (1905–1944) – Beide wurden hingerichtet. Beide stellten sich gegen ihre Regierung. Köbis kam für die Novemberrevolution gut ein Jahr zu früh. Von Haeften gehörte der Bekennenden Kirche an und stand dem Kreisauer Kreis nah. Nach dem 20. Juli 1944 wurde auch er gefangen genommen. Vor Gericht nannte er Hitler den großen Vollstrecker des Bösen.
  • Allen Klein (1931–2009) und Keith Richards (*1943) – Nicht im eigentlichen Sinne pikant, aber doch bemerkenswert. Der Manager und der Gitarrist der Rolling Stones haben am gleichen Tag Geburtstag. Pikant ist höchstens, dass Klein zeitweilig auch der Manager der Beatles war.
  • Stephen Bantu Biko (1946–1977) und Irja Askola (*1952) – Der eine begründete auf Grundlage der südamerikanischen Befreiungstheologie das Black Consciousness Movement in Südafrika. Die andere war die erste Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands und ordinierte als erste ein homosexuelles Paar zum Dienst in der Kirche.
  • Steven Allan Spielberg (*1946) und William Bradley Pitt (*1963) – Beide sind aus Hollywood nicht wegzudenken. Und ich mag eine ganze Reihe von Filmen von dem einen oder mit dem anderen. Aber wer kann mir einen Film nennen, in dem Brad Pitt die Hauptrolle unter der Regie von Steven Spielberg spielt?

Fünf Architekten-Geburtstage

Es sind nur noch 10 Tage bis Weihnachten. Dann gedenken wir der Geschichte von Maria und Josef, die in Bethlehem keinen anderen Raum fanden als einen Stall. Knapper Wohnraum ist auch heute in Deutschland wieder ein wichtiges Thema. Heute ist der Geburtstag fünf bekannter Architekten. Das verlangt eine Top-Five-Liste (in zeitlicher Reihenfolge):

  • Carl Gotthard Langhans (1732–1808) – Der frühe Klassizist hat das Stadtbild Berlins entschieden mitgeprägt und der Deutschen Einheit schon früh die Kulisse geliefert: Von ihm stammt das Brandenburger Tor.
  • Paul Schmitthenner (1884–1972) – Er war Traditionalist und Heimatschutzarchitekt. Das brachte ihn in die Nähe der Nationalsozialisten. Allerdings war er auch in der jungen Bundesrepublik von Bedeutung, was ihm ein Bundesverdienstkreuz einbrachte. Ich stand schon vor seinem Rathaus in Hechingen von 1958.
  • Nikolai Wassiljewitsch Nikitin (1907–1973) – Er entwarf die monumentalen Bauten des sozialistischen Zuckerbäckerstils der Stalinzeit. Ähnlich monumental ist die Gedenkstätte auf dem Mamajew-Hügel in Wolgograd (ehemals Stalingrad) mit der Kolossalstatue Mutter Heimat ruft. Am Kulturpalast in Warschau hat er beratend mitgewirkt. Das sieht man dem Gebäude an.
  • Oscar Ribeiro de Almeida Niemeyer Soares Filho (1907–2012) – Dem Namen hört man eine deutsche Abstammung an. Der brasilianische Architekt entwarf die Hauptstadt Brasilia und – gemeinsam mit Le Corbusier – das Hauptgebäude der Vereinten Nationen in New York City. Die Kirow-Werke in Leipzig beherbegen mit ihrer Kantine eines der letzten Werke Niemeyers.
  • Friedensreich Hundertwasser Regentag Dunkelbunt (1928–2000) – Seine Ideen von Umnutzung und Begrünung sind heute aktueller denn je. Ich empfehle den Besuch der Grünen Zitadelle in Magdeburg oder gleich des Hundertwasserhauses in Wien.

Mariä Empfängnis und die Marien

Heute ist nicht nur der zweite Adventssonntag sondern auch der katholische Gedenktag Mariä Empfängnis, der regelmäßig für Witzeleien herleiten muss, welche die vermeintliche Biologie-Unkenntnis der katholischen Kirche zu Inhalt haben. Allerdings offenbaren jene Spötter viel eher ihre Unkenntnis der Namens- und Gedenktage im Jahreskreis und zugleich ein fehlendes Gespühr für den Genetiv.  Denn der Term Mariä Empfängnis kann zweierlei bedeuten: Maria empfängt oder Maria wird empfangen. Und im vorliegenden Fall ist die zweite Bedeutung richtig.

Jesu Großmutter Anna empfängt Maria am 8. Dezember. Der Gedenktag korrespondiert mit Mariä Geburt am 8. September. Die spöttelnden Biologen seien auf den Feiertag Mariä Verkündigung verwiesen. Der ist am 25. März, neun Monate vor Weihnachten.

Im Jahre 1854 erhob Papst Pius IX. die unbefleckte Empfängnis  zum Dogma. Die Idee ist, dass Maria frei von der Erbsünde gezeugt und geboren wurde, damit sie das reine Gefäß ist, durch das Jesus in die Welt kommen kann. Mir persönlich scheint diese Überlegung etwas zu akademisch.

Nichtsdestotrotz ist der heutige Gedenktag bemerkenswert, allein schon wegen der Tradition, einem Kind den Namen des Heiligen zu geben, der am Geburts- oder Tauftag seinen Gedenktag hat. Daher folgt nun eine meiner geliebten Top-Five-Listen von Personen mit dem Namen Maria, die heute Geburtstag haben.

  • Maria Stuart (1542–1587) – Als Maria I. Königin von Schottland und als Teenager auch Königin von Frankreich wurde sie von ihrer Tante zweiten Grades Elisabeth I. von England hingerichtet. Friedrich Schiller bearbeitete dies für deutsche Bühnen.
  • Johann Maria Farina (1685–1766) – Dieser Italiener erfand ein Duftwasser, welches er nach seiner Wahlheimat benannte: Eau de Cologne.
  • Maria Josepha von Österreich (1699–1757) – Sie war von August dem Starken ausgewählt worden, die Ehefrau seines Sohnes zu sein, um sein Haus in den europäischen Machtstrukturen stärker zu vernetzen. Ab 1733 war sie Kurfüstin von Sachsen und Königin von Polen.
  • Diego María de la Concepción Juan Nepomuceno Estanislao de la Rivera y Barrientos Acosta y Rodríguez (1886–1957) – Ein bedeutende Maler Mexicos. In Europa kennt man Diego Rivera vor allem als Ehemann von Frida Kahlo.
  • Sinéad Marie Bernadette O’Connor (*1966) – Die bekannte Sängerin mag ihren Namen schlicht von ihrer Mutter geerbt haben. So oder so hat sie mittlerweile die Namen ihrer Familie abgelegt, ist zum Islam konvertiert und nennt sich Shuhahda‘ Sadaqat.

Nicht in diese Liste passt die Schauspielerin Kim Basinger, die heute glatte 66 Jahre alt wird. Sie trägt als Zweitnamen den Namen der Mutter Marias: Kimila Anna Basinger.