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Geburtstage von Menschen mit nur einem Vornamen

Heute ist der Geburtstag von Angela Merkel. Dazu auch von dieser Stelle herzliche Glückwünsche an die erste Frau und erste Ostdeutsche im Bundeskanzleramt! Die Glückwünsche muss sich Frau Merkel aber teilen mit dem zwei Jahre älteren David Hasselhoff, der nicht auch heute Geburtstag hat, sondern mit seinem Gesang die Berliner Mauer zum Einsturz brachte und somit Angela Merkels Aufstieg erst ermöglichte. Oder so lautet zumindest die Legende.

Ich möchte mich mit einer Top-Five-Liste auf andere Geburtstagskinder konzentrieren, nämlich Künstler, die man lediglich unter einem (Vor-)Namen kennt. Ich sortiere nach Alter.

  • Quino (*1932) – Der argentinische Cartoonist ist vor allem durch seine Mafalda bekannt. Die stellte er auch in den Dienst von UNICEF.
  • Milva (*1939) – Runde 80 wird die italienische Sängerin in diesem Jahr. Sie sang auf italienisch und deutsch: Hurra, wir leben noch!
  • Guru (1961–2010) – In den 90er Jahren setzte sein Projekt Jazzmatazz Maßstäbe in Sachen Hip-Hop und Jazz. Er starb an Krebs.
  • Ivan (*1962) – Ein spanischer Popsänger, den ich normalerweise nicht auf dem Schirm hätte. Aus Ralph Siegels Dschingis Khan machte er Sin Amor.
  • Darude (*1975) – Der finnische DJ produzierte eine ganze Reihe von Nummer-1-Hits. Beim ESC 2019 schied er mit Look Away im Halbfinale auf dem letzten Platz aus.

Fünf Musiker-Geburtstage

Den ganzen Tag überlege ich, wie ich den heutigen Namenstag des Hl. Thomas Morus (1478–1535) mit den Geburtstagen des Bankräubers John Dillinger (1903–1934), dem Computerpionier Konrad Zuse (1910–1995), dem großartigen Regisseur Billy Wilder (1906–2002) und dem Schriftsteller Erich Maria Remarque (1898–1970) zusammenbringe. Doch jetzt gegen Abend mit einem Glas Weißwein steht mir der Sinn nach leichterer Unterhaltung. Deshalb gibt es jetzt eine Top-Five-Liste von modernen Musikern, die heute auch ihren Geburtstag feiern. Und diesmal leben alle Geburtstagskinder noch.

  • Kris Kristofferson (*1936) – Er war einer der Highwaymen, einer Country-Super-Group mit Johnny Cash, Emil Jennings und Willie Nelson. Aber am bekanntesten ist wohl sein Song Me and Bobby McGee. Es war die letzte Aufnahme von Janis Joplin.
  • Cyndi Lauper (*1953) – Manche sehen in ihr das Vorbild für Madonna. ICh liebe vor allem drei Songs von ihr: True Colors, Time After Time und natürlich Girls Just Want to Have Fun. Diese Lieder haben meine ersten Teenager-Parties begleitet.
  • Jimmy Somerville (*1961) – Vor allem Smalltown Boy von seiner Band Bronski Beat habe ich noch im Ohr. Vor etwa 15 Jahren habe ich ihn im Werk II nicht nur gesehen, sondern auch Backstage mit ihm gesprochen.
  • Andreas „Campino“ Frege (*1962) – Um ehrlich zu sein; die Toten Hosen haben mich eigentlich nie interessiert. Sie waren natürlich irgendwie immer da. Aber für mich nur Hintergrundmusik. Die politischen Äußerungen Campinos aus den letzten Jahren haben ihn mir allerdings näher gebracht.
  • Michael Wendler (*1972) – Er ist Vertreter einer Popkultur, die mir egaler kaum sein kann. Aber er hat nunmal heute Geburtstag und ich brauchte einen Fünften für meine Top-Five-Liste 😉

Herzlichen Glückwunsch allen musikalischen Geburtstagskindern!

Vom Personen- zum Markennamen

Heute ist der Geburts- bzw. Todestag von Menschen, die ihren Namen im herkömmlichen Sinne unsterblich gemacht haben. Das schreit nach einer Top-Five-Liste (in zeitlicher Reihenfolge):

  • Carl Joseph Meyer (09.05.1796–27.06.1856) – Er gründete das Bibliographische Institut, zu dem heute auch der Duden-Verlag gehört. Meyers Konversations-Lexikon war jahrzehntelang die größte Konkurrenz zur Brockhaus Enzyklopädie.
  • August Friedrich Pauly (09.05.1796–02.05.1845) – Für Altphilologen und Historiker ist Der Kleine Pauly, die Kurzfassung der Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, immer noch ein Standardwerk.
  • Adam Opel (09.05.1837–08.09.1895) – Das heute etwas glücklose Auto trägt den Namen des Rüsselsheimers, der sich so schöne auf Popel reimt.
  • Apollonia Margarete Steiff (24.07.1847–09.05.1909) – Durch Kinderlähmung an den Rollstuhl gefesselt, beschäftigte sie sich mit der Nähmaschine und gründete schließlich das Unternehmen, dem die Erfindung des Teddybären zugesprochen wird.
  • Vidal Sassoon (17.01.1928–09.05.2012) – Ich wusste bis dato nicht, dass dies der Name eines Menschen ist. Aber mit Friseuren und Haarpflegeprodukten kenne ich mich eben auch nicht so aus. Sein Leben lässt sich als Traum vom armen Haarwäscher zum Millionär beschreiben.

Jahresrückblick

Blick zurück und Blick nach vorn

Das Jahr 2018 hat nur noch wenige Stunde vor sich. Da kann man langsam Rückschau halten. Da ich viel grafisch arbeite, habe ich mir aus meinem Fotoarchiv ein Bild des Jahres 2018 ausgesucht.

Jahresrückblick

Es ein Modell des Titelbildes meines gezeichneten Bilderbuches Wenn du nicht da bist …, welches seit dem Jahr 2018 in 18 Sprachen vorliegt. Das habe ich natürlich nicht allein gemacht. Freunde, die ich teilweise schon sehr lange kenne und teilweise erst im endenden Jahr kennengelernt habe, halfen mir bei den Übertragungen in ihre jeweilige Muttersprache. Allein schon für dieses Projekt bin ich dem Jahr 2018 dankbar.

Ich habe dem Foto eine Sepia-Färbung gegeben, da es ein wenig an Gold erinnert. Im kommenden Jahr feiern meine Eltern ihre Goldene Hochzeit. Die Liebe dieser zwei Menschen zueinander hat nicht nur mich und meine Geschwister hervorgebracht, sie ist mir auch ein Modell geworden für zwischenmenschliche Beziehungen überhaupt und die Ehe als Ein- und Dauerpartnerschaft im Besonderen.

Anfang 2018 durfte ich als Trauzeuge einem guten Freund und seiner Braut eine ganz ähnliche Zukunft wünschen. Ich wäre zu der Feier in jedes Provinznest gefahren. Versprochen! Tatsächlich fand sie auf dem Kapitolinischen Hügel mitten in Rom statt. Das ist auf jeden Fall eine Erinnerung an 2018, die bleiben wird.

Ich weiß auch, dass nicht jedes Paar, das verliebt in die Ehe hineingeht, auch ein Leben lang in diesem Zustand verharrt. Meine Langzeitprojekt Vaterbilder – Gespräche mit Söhnen aus Rumpf- und Patchwork-Familien beschäftigt sich ja damit. Ende 2017 habe ich den ersten Abschlussband veröffentlicht. Anfang 2019 wird der zweite und damit letzte Band erscheinen. Die Kraft dazu hat mir das noch laufende Jahr gegeben oder zumindest nicht nehmen können.

Gerade erst vor wenigen Wochen hat eine gute Freundin ihre Mutter verloren. So enden langjährige Beziehungen. Die Normalität des Todes lässt ihn aber nicht weniger bedrohlich, unheimlich, traurig scheinen. Er reißt Menschen aus unserer Mitte. Wir können es kommentieren, aber wir können es nicht ändern. Bei der nächsten Feier, zu der ich 2019 eingeladen werde, wird ein wichtiger Mensch fehlen. Auch das sieht man in meinem Foto.

Gerade heute fällt mir eine weitere mögliche Bedeutung für dieses Foto ein. Es sieht aus, als wäre in der Mauer vor der Person ein Durchgang, genau für sie gemacht. Vielleicht ist das der Weg zum neuen Jahr. Die kleine Person wird sich schon irgendwie durchwurschteln. Aber es würde auch nicht schaden, wenn sie noch etwas wüchse. Ich frage mich, ob ich im Jahr, aus dem wir heute Nacht gehen werden, wirklich alles gemacht habe, was ich hätte machen können. Habe ich mich meinen Mitmenschen gegenüber richtig verhalten? Habe ich meine Energie in die richtigen Projekte gesteckt? Bei kritischer Würdigung der vergangenen 365 Tage, muss ich gestehen, dass da doch wohl noch erheblich Luft nach oben ist. Das ist ein guter Vorsatz für das anbrechende Jahr: wachsen!

Wachsen – nicht im kapitalistischen Sinne. Da sind unserer Welt doch Grenzen gesteckt, die wir mehr und mehr zu sehen scheinen! Wachsen – in einem inneren, seelischen Sinne. Und auf diesem Gebiet müssen wir uns über Grenzen keine Sorgen machen.

Ich habe das Jahr 2018 mit so vielen guten und freundlichen Menschen verbracht: Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Kursteilnehmer, Besucher von VILLA-Angeboten. Die meisten Begegnungen waren positiv, fruchtbringend, unterhaltend, schön. In einem solchen Kreis von lieben Menschen fühle ich mich gut aufgehoben. Vielen Dank dafür!

Und das nächste Jahr? Was wird 2019 bringen? So Gott will und wir leben, soll es in meiner näheren Umgebung gern so weitergehen. Gegen die großen Weltthemen Hunger, Krieg und Umweltzerstörung werden wir mehr machen müssen. Wir werden über uns hinaus wachsen müssen. Aber heute Abend bin ich voller Zuversicht, dass uns das auch gelingen wird.

Mütter und Väter von Problemen und die Migration

Unser äußerst problematischer Innen- und Heimatminister Horst Seehofer hat sich am Mittwoch zu einem Satz verstiegen, der wohl in den Zitatenschatz der Zeitgeschichte eingehen wird. Es waren wenige anwesend bei der CSU-Tagung, in deren Verlauf er nach Angaben der Welt (siehe Video) gesagt haben soll, die Migration sei die Mutter aller Probleme. Man kann wohl von der Authentizität der Aussage ausgehen; schließlich gab es bis dato keine Dementi, sondern viel eher Erklärungen und Rechtfertigungen.

Wer die Verlautbarungen des Ministers schon über einen längeren Zeitraum verfolgt, dem mag sich das Bild eines langsam in die Senilität hinüber gleitenden Großvaters aufzwingen. Und Opa lässt man am besten unwidersprochen brabbeln. Sonst regt er sich noch zu sehr auf und das Familienfest wird durch das Rufen eines Notarztes ganz verdorben. Im Netz gibt es ein schönes Meme, das Angela Merkel mit Seehofer zeigt und Merkel sagen lässt: Deine Mutter ist die Mutter aller Probleme. Ich denke, eine ganze Reihe von Menschen würden diese Aussage unterschreiben. Tatsächlich sagte die Kanzlerin deutlich diplomatischer dazu, die Migrationsfrage stelle uns vor Herausforderungen, und dabei gebe es auch Probleme.

Nun ist es aber mit ein paar Deine-Mutter-Witzen nicht getan. Die Lage in Deutschland ist zu ernst, um es nur bei ein paar Memes über den politischen Gegner zu belassen. Man muss sich – wohl oder übel – mit den Sichtweisen des politischen Gegners auseinandersetzen und sie ordentlich, nachvollziehbar widerlegen.

Die Erkenntnisse des vorsokratischen Philosophen Heraklit von Ephesos (520–460 v.Chr.) sind nur fragmentarisch überliefert. Eine der bekanntesten Paraphrasen lautet: Der Krieg ist der Vater aller Dinge. Dieser Satz ist so kurz wie missverständlich. Manche hören in ihm einen Repräsentanten der Herrschenden darüber sinnieren, dass die wichtigsten Erfindungen in dem Bestreben gemacht wurden, einen uneinholbaren Vorteil gegenüber einem Kriegsgegner zu erlangen. So ist der Satz wohl aber nicht gemeint, wenn man ihn im Kontext weiterer Fragmente Heraklits betrachtet. Er ist wohl eher so zu verstehen, dass die Welt beständig zwischen Polen hin und her schwankt, zwischen Alt und Jung, Arm und Reich, Männlich und Weiblich, Heiß und Kalt. An den idealen Polen herrscht Stillstand. Und das, was wir Leben nennen, findet im Miteinander statt, in einem Aushandlungsprozess, den man vom Schreibtisch aus überspitzt Krieg nennen mag. Ein solcher Krieg also ist der Vater aller Dinge. Dieser Satz wurde eben vor Stalingrad geschrieben, auch vor Verdun oder Issos. Damit ist ein solcher Aushandlungsprozess als Vater aller Dinge aber nicht der zweite Elternteil zum Problem, sondern das sogenannte Problem bzw. unser Umgang damit der Beginn aller neuen Dinge.

Ulla Jelpke, die innenpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, bleibt im sprachlichen Bild des Innenministers, wenn sie sagt, Seehofer sei der Vater aller Rassismusprobleme in Deutschland. Wichtiger stellt sie dann aber heraus, dass Migration ursächlich für Rassismus wäre, sei ein rechter Mythos, der auf unerträgliche Weise die Rollen von Tätern und Opfern verkehre. Wie kommen wir nun aber an die tatsächlichen Ursachen?

Der britische Autor Bruce Chatwin (1940–1989), der manchen Spät-Neu-Romantikern durch die Nutzung von Moleskine-Notizbüchern bekannt ist, widmet sich in einigen seiner Bücher (das bekannteste davon ist wohl Traumpfade/Songlines, 1987) dem Nomadentum. Stark vereinfacht gesprochen ist seine These, der Mensch sei zum Nomadentum geboren, seine Sesshaftwerdung sei der Sündenfall. Denn Besitzanhäufung, Mord aus Habgier, Erbschaftsstreitigkeiten – dies alles könne sich ein Nomade gar nicht leisten. Er nehme stets nur das Wichtigste mit, das, was er noch tragen könne. Seine Allgemeine Theorie des Nomadentums konnte Chatwin nicht mehr erarbeiten. Er zog uns Lebenden 1989 voraus.

Was bleibt ist die Verunsicherung, ob vielleicht nicht der Fremde vor unseren Toren ein Problem ist, sondern vielmehr, dass wir unser Tor verrammeln, Grund und Boden im Privaten wie staatlich sicher wähnen, obgleich wir alle auch nur für eine kurze Zeit verweilen.

Von Heraklit stammt ein weiteres großes Wort: πάντα ῥεῖ / alles fließt. – Alles und jeder ist in Bewegung. Migration ist der Normalfall. Dann ist die Sesshaftigkeit das Problem, die Mutter aller Probleme.

Nachtrag
Ein interessantes Video über Migration, Herkunfts- und Zielländer sowie Migrationskorridore findet sich auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung.

Der Ramadan beginnt

Durch das Soziokulturelle Zentrum „Die VILLA“ und meine Arbeit bei der Deutschen Angestellten-Akademie habe ich in den letzten zwei bis drei Jahren viele Menschen kennengelernt, die muslimischen Glaubens sind. Seitdem beschäftige ich mich verstärkt mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der drei Abrahamitischen Religionen. Und gerade in der ostdeutschen Diaspora überwiegen für mich die Gemeinsamkeiten; oder um es pointiert zu sagen: Es muss doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir nicht bald einen Weg finden, friedlich miteinander zu leben!

Heute ist der erste Tag des Fastenmonats Ramadan. Ich wünsche all meinen muslimischen Freunden eine Zeit der Einkehr, Ruhe und Besinnung. Uns allen wünsche ich den Frieden auf Erden, den auch in der Weihnachtserzählung der Engel den Hirten wünscht.

Ramadan Mubarak 2018

Kalender 2018 – Ein Jahr mit dir – Januar

Der erste Tag des neuen Jahres. Es müssen nicht die notorischen guten Vorsätze sein. Die wirft man ja gerne ein paar Tage später wieder über Bord. Und doch ist der Neujahrstag ein Anstoß, das Lebensmotto umzusetzen: nicht eines Tages, sondern Tag eins!

Für das Jahr 2018 habe ich einen Kalender mit dem Titel Ein Jahr mit dir gestaltet. Arbeitskollegen, Freunde und natürlich die Familie haben ihn zu Weihnachten geschenkt bekommen. Zu jedem Monatsersten möchte ich das Kalenderbild mit dem entsprechenden Gedicht hier auf meinem Blog posten.

K18_01_Januar

Ein Jahr beginnt! Und eins hört auf.
Es kommt in jüng’re Hände
Der Staffelstab im Jahreslauf
Zum Anfang nach dem Ende.

Ein tiefer Wunsch und auch ein Plan,
Wie dieses Jahr soll werden:
Ich will dich lieben, wie ich kann,
Und Friede sei auf Erden!

Deutsche Digitale Bibliothek

Heute vor fünf Jahren ging die Betaversion der Deutschen Digitalen Bibliothek online. Die Idee war, bei der Digitalisierung von Bibliotheksbeständen ein Gegengewicht zur Arbeit von Google zu schaffen, da Google als international agierendes Wirtschaftsunternehmen nicht zwingend und verlässlich dem deutschen Gemeinwohl dient. Apropos Gemeinwohl: Heute ist auch der Geburtstag von Friedrich Engels.

Link:
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/

 

Neuerscheinung: „Wenn du nicht da bist …“

Der 9. November ist ein ganz besonderer Schicksalstag. Er steht stellvertretend für das düsterste und schuldhafteste Kapitel deutscher Geschichte (Reichspogromnacht 1938). Und er kennzeichnet einen Neuanfang bzw. den Höhepunkt einer friedlichen Revolution (Mauerfall 1989). Noch viel mehr ist passiert in Deutschland an einem 9. November. Doch diese beiden Daten sollen zur Veranschaulichung reichen.

Heute kommt ein weiteres Datum hinzu: Donald Trump ist zum 45. Präsidenten der USA gewählt worden. Ob er ein katastrophaler Präsident wird oder nur ein schlechter, vielleicht entgegen allen Erwartungen ein farbloser oder letztendlich gar ein passabler, das wissen wir heute noch nicht. Wir kennen nur seine Demagogie des Wahlkampfes. Schon da hat er neue Maßstäbe gesetzt. Und wir kennen seine Wählerschaft, die sich von offensihtlichen oder zumindest später bewiesenen Lügen nicht beeindruckt zeigt.

Dem möchte ich – in einem ganz kleinen und persönlichen Schritt – etwas entgegensetzen. Der 9. November 2016 ist nun auch der Tag, an dem ich mein Bilderbuch über die Liebe und das Vermissen mit dem Titel „Wenn du nicht da bist …“ offiziell herausgebe.

Wenn du nicht da bist

Zu beziehen ist das Buch über den Buchhandel, über Versandhäuser wie Amazon oder über den Verlag epubli selbst. Natürlich kann man auch mich direkt ansprechen. Die Beschreibung zum Buch: Ein verliebter Mann sitzt zu Hause und denkt über die Liebe nach, über das Fehlen der geliebten Person. Wie kann das sein? – Vor kurzem kannte man sich noch gar nicht; und jetzt vermisst man sich schon. Mit einfachen Bildern nähert er sich diesem Phänomen, das man in der Weltliteratur auch als süßen Schmerz kennt. Die sprachlichen Bilder sind übersetzt in ebenso einfache Zeichnungen, die einem das Herz erwärmen.

Wenn du nicht da bist … von Fabian W. Williges
ISBN 9783741864629; Preis: 7,95 EUR

http://www.epubli.de/shop/buch/Wenn-du-nicht-da-bist-Fabian-Williges-9783741864629/57549

Gemeinsam in eine friedliche Zukunft

Letztes Jahr am 1. August habe ich mit einem Blog-Eintrag auf den 44. Jahrestag des ersten Benefizkonzerts der Rockgeschichte hingewiesen. Mit der 45 könnte ich das wieder machen. Heute wird der Sender MTV 35 Jahre alt. Auch darüber könnte man philosophieren. Mir steht der Sinn aber nach etwas anderem. Der 1. August ist nämlich auch ein Tag für friedliche und überaus dauerhafte Bündnisse, die ich hier mit einer Top-Five-Liste ehren und den EU-Mitgliedstaaten ins Stammbuch schreiben möchte.

  1. Der Schweizer Gründungslegende nach trafen sich am 1. August 1291 Vertreter der drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden auf dem Rütli am Vierwaldstättersee, um einen heiligen Eid zu schwören. Der lateinische Bundesbrief beginnt mit den Worten: In Gottes Namen. Amen. Das öffentliche Ansehen und Wohl erfordert, dass Friedensordnungen dauernde Geltung gegeben werde. Ein Austrittsszenario wird nicht gestaltet. Es heißt vielmehr: „Entsteht Krieg oder Zwietracht zwischen Eidgenossen und will ein Teil sich dem Rechtsspruch oder der Gutmachung entziehen, so sind die Eidgenossen gehalten, den andern zu schützen. – Diese Ordnungen sollen, so Gott will, dauernden Bestand haben.“ Seit 1891 – zur 600-Jahr-Feier dieses Bundes – wurde der Schweizer Nationalfeiertag auf den 1. August gelegt.
    Vorher galt ein anderer Schwur als Gründungsdatum der Schweiz, der Bundesbrief von Brunnen vom 9. Dezember 1315, der im Gegensatz zum Bundesbrief von 1291 sehr wahrscheinlich historisch ist. Er ist auf deutsch verfasst und beginnt sehr kenntnisreich: In gottes namen Amen. Wande menschlicher sin blöde und zerganglich, daz man der sachen und der dinge diu langwirig und stete solden beliben, so lichte und so balde vergizzet, dur daz so ist ez nutze und notdurftig, daz man die sachen, die dien lüten ze fride und ze gemache (und) ze nutze und zu eren uf gesetzet werdent, mit schrift und mit briefen wizzentlich und kuntlich gemachet werden.
  2. Am 1. August 1523 bildeten die Landstände Mecklenburgs eine Union, um der Teilung des Landes nach Erbstreitigkeiten zu entgehen – mit Erfolg und über den 30-jährigen Krieg hinaus. Die Landständische Union wurde erst im Zuge der Novemberrevolution am 3. Dezember 1918 aufgelöst.
  3. Am Vorabend des 1. August 1907 begann das erste Pfadfinderlager auf Brownsea Island mit einem Lagefeuer, um das General Robert Baden-Powell 22 Jungen aus unterschiedlichen sozialen Milieus versammelte. Am Morgen wurde die Pfadfinderbewegung offiziell gegründet. Ein Jahr später brachte Baden-Powell das Buch Scouting for Boys heraus. Aus diesem Buch stammt der seitdem oft kopierte pädagogische Grundsatz des Learning by Doing. Er schuf damit ein ideales Angebot für Kinder und Jugendliche, das auch heute noch die 1980 vom Pädagogen Peter Friedrich beschriebenen Lückekinder auffangen kann. Lückekinder sind zwischen 9 und 14 Jahren, für den Schulhort zu alt und für den Jugendklub zu jung.
  4. Zu Beginn habe ich von friedlichen Bündnissen gesprochen. Doch an dieser Stelle nehme ich den Beginn des Warschauer Aufstandes durch die Polnische Heimatarmee am 1. August 1944 mit in die Reihe. Es kommt doch darauf, gegen wen man Kämpft. Und ein Aufstand gegen das unmenschliche Naziregime gilt mir als ein Akt des Friedens. Die Rote Armee war bereits am rechten Weichselufer, als die Polnische Heimatarmee den Aufstand begann. Leider unterstützte die Rote Armee nicht die Aufständischen. Der Aufstand wurde letztendlich von den Nazis niedergeschlagen, die Heimatarmee aufgerieben und Warschau fast vollständig zerstört. Polnische Pfadfinder beteiligten sich als Boten und Sanitäter am Aufstand. Ihnen ist in Warschau das Denkmal des Kleines Aufständischen des Bildhauers Jerzy Jarnuszkiewicz gewidmet.
  5. Seit dem 1. August 2001 dürfen Schwule und Lesben mit der Eingetragenen Lebenspartnerschaft auch einen Bund fürs Leben schließen, der in vielen Punkten der Ehe gleichgestellt ist. Doch ist es keine Ehe für alle, wie sie mittlerweile in anderen, fortschrittlicheren Ländern geschaffen wurde.