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FC Mohajer und das Bistro Etria

Eigentlich sollte heute ein Spiel des FC Mohajer Leipzig stattfinden. Dann war es aber doch nur ein Training in halber Besetzung. Und bald wurde es zu dunkel für meine Fähigkeiten im Bereich der Sportfotografie. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Wir ließen dann den Nachmittag ausklingen im Bistro Etria. Das Bistro ist neu eröffnet. Der Kapitän des FC Mohajer hat da seine Finger im Spiel. Und ich möchte an dieser Stelle eine deutliche Empfehlung aussprechen. Der klassische Döner steht selbstverständlich auf der Speisekarte, neben Dürüm, Pizza und Pasta. Aber vor allem auch afghanisch-persische Gerichte gibt es hier, die man einmal probieren sollte.

Bistro Etria
Rosa-Luxemburg-Str. 10
04103 Leipzig
0177 4118289

Montag–Samstag 08:00–22:00 Uhr
Sonntag 09:00–22:00 Uhr

Nun muss es aber doch noch ein paar Bilder vom Training geben:

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Das letzte Bild ist dann bereits aus dem Bistro Etria und zeigt einen der beiden Betreiber. Viele Bilder habe ich nicht in anderen Formaten; aber zwei möchte ich noch ergänzen.

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Mariä Empfängnis und die Marien

Heute ist nicht nur der zweite Adventssonntag sondern auch der katholische Gedenktag Mariä Empfängnis, der regelmäßig für Witzeleien herleiten muss, welche die vermeintliche Biologie-Unkenntnis der katholischen Kirche zu Inhalt haben. Allerdings offenbaren jene Spötter viel eher ihre Unkenntnis der Namens- und Gedenktage im Jahreskreis und zugleich ein fehlendes Gespühr für den Genetiv.  Denn der Term Mariä Empfängnis kann zweierlei bedeuten: Maria empfängt oder Maria wird empfangen. Und im vorliegenden Fall ist die zweite Bedeutung richtig.

Jesu Großmutter Anna empfängt Maria am 8. Dezember. Der Gedenktag korrespondiert mit Mariä Geburt am 8. September. Die spöttelnden Biologen seien auf den Feiertag Mariä Verkündigung verwiesen. Der ist am 25. März, neun Monate vor Weihnachten.

Im Jahre 1854 erhob Papst Pius IX. die unbefleckte Empfängnis  zum Dogma. Die Idee ist, dass Maria frei von der Erbsünde gezeugt und geboren wurde, damit sie das reine Gefäß ist, durch das Jesus in die Welt kommen kann. Mir persönlich scheint diese Überlegung etwas zu akademisch.

Nichtsdestotrotz ist der heutige Gedenktag bemerkenswert, allein schon wegen der Tradition, einem Kind den Namen des Heiligen zu geben, der am Geburts- oder Tauftag seinen Gedenktag hat. Daher folgt nun eine meiner geliebten Top-Five-Listen von Personen mit dem Namen Maria, die heute Geburtstag haben.

  • Maria Stuart (1542–1587) – Als Maria I. Königin von Schottland und als Teenager auch Königin von Frankreich wurde sie von ihrer Tante zweiten Grades Elisabeth I. von England hingerichtet. Friedrich Schiller bearbeitete dies für deutsche Bühnen.
  • Johann Maria Farina (1685–1766) – Dieser Italiener erfand ein Duftwasser, welches er nach seiner Wahlheimat benannte: Eau de Cologne.
  • Maria Josepha von Österreich (1699–1757) – Sie war von August dem Starken ausgewählt worden, die Ehefrau seines Sohnes zu sein, um sein Haus in den europäischen Machtstrukturen stärker zu vernetzen. Ab 1733 war sie Kurfüstin von Sachsen und Königin von Polen.
  • Diego María de la Concepción Juan Nepomuceno Estanislao de la Rivera y Barrientos Acosta y Rodríguez (1886–1957) – Ein bedeutende Maler Mexicos. In Europa kennt man Diego Rivera vor allem als Ehemann von Frida Kahlo.
  • Sinéad Marie Bernadette O’Connor (*1966) – Die bekannte Sängerin mag ihren Namen schlicht von ihrer Mutter geerbt haben. So oder so hat sie mittlerweile die Namen ihrer Familie abgelegt, ist zum Islam konvertiert und nennt sich Shuhahda‘ Sadaqat.

Nicht in diese Liste passt die Schauspielerin Kim Basinger, die heute glatte 66 Jahre alt wird. Sie trägt als Zweitnamen den Namen der Mutter Marias: Kimila Anna Basinger.

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Gedichtband Zeitenwende

Vor acht Jahren habe ich den Gedichtband disparat & desperat (ISBN 978-3-8442-0743-9) veröffentlicht. Drei Jahre später kam mit Far from perfect (ISBN 978-3-7375-1594-8) noch ein Gedichtband in englischer Sprache dazu. Jetzt war es mal wieder Zeit, einen Strich zu ziehen. Nun kommt es zur Zeitenwende (ISBN 978-3-750256-07-1).

Buchcover Zeitenwende

Auszüge aus dem Inhalt gibt es auf der Verlagsseite.  Hier möchte ich gern die Danksagung aus dem Buch wiedergeben:

Ich danke allen Menschen, die in den letzten acht Jahren und heute mein Leben bereichert haben und dies immer noch tun, die mich stützen und ertragen und die mir so auch ermöglichen, künstlerisch tätig zu sein.

Ich danke meiner Familie, allen voran meinen Eltern, und meinen vier Patenkindern Susanna Elisabeth Schlesier, Pauline Poser, Fabian Armin Töpfer und Markus Williges jeweils mit ihren Familien und meiner Tante R. W. Hayes.

Ich danke Bruno Lejsek, Christoph Liepach, Kirstin Krap, Hannes Vogel, André Krummel, Monika Bühr und Bruno Illius für die vielen guten Gespräche dieser Jahre, dann natürlich Wahidullah Sinzai, Hammud Al Slaiman und den drei Alsafoo-Brüdern Walid, Wahil und Dea, die mein Interesse für den Orient geweckt haben, natürlich Anna Baldauf, mit der Projekte im Leipziger Westen besonders viel Freude machen, und Ihsan Abou Said, der mir ein Bruder im Geist geworden ist. Nicht zuletzt danke ich Kathleen Stemmler, ohne die auch dieser Band mal wieder nicht bzw. nicht zu dieser Zeit erschienen wäre.

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Emerge – CD und Videos

Die Band Emerge habe ich bei einem Bandmarathon in der VILLA kennengelernt. Das ist nun schon Jahre her. Nach einigen Umbesetzungen ist die Band heute wohl in ihrer Idealform mit Phillip Pavlas (Gitarre, Gesang), Wolf Albert (Bass) und Timo Schön (Schlagzeug). Am Freitag, den 8. November 2019 feiern sie ab 19:00 Uhr in der Kulturlounge den Release ihrer ersten CD Mirage.

Eigentlich wollte ich für meinen Blog einen längeren Text über die CD schreiben; Texte, Melodien, Produktion, Cover-Art. Aber irgendwie fühle ich mich doch nicht dazu berufen. Das ist nicht falsch zu verstehen! Ich mag die CD sehr. Ich von ihr begeistert. Aber in diesem Genre kenne ich mich nicht gut genug aus, um wirklich Qualifiziertes abzusondern. Viele, die Emerge zum ersten Mal hören, nennen die Band Muse als prominentes Beispiel des Musikgenres. Aber ich höre immer wieder den Hard Rock der 70er Jahre durch. Uriah Heep mit ihrem Album A Magician’s Birthday habe ich mir nochmal aufgelegt. Da höre ich doch einige Parallelen.

Zu den Songs der CD veröffentlicht Emerge auch Videos. Das erste ist bereits bei YouTube zu sehen (s.o.). Beim Dreh zu den weiteren Videos durfte ich dabei sein. Ein paar Fotos von dem Tag möchte ich gerne posten.

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Wie man sieht, ist viel Nebel im Einsatz gewesen. Das war für mich eine Herausforderung. Ich hoffe, dass die Bilder trotzdem gefällig sind.

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Geburtstage von Menschen mit nur einem Vornamen

Heute ist der Geburtstag von Angela Merkel. Dazu auch von dieser Stelle herzliche Glückwünsche an die erste Frau und erste Ostdeutsche im Bundeskanzleramt! Die Glückwünsche muss sich Frau Merkel aber teilen mit dem zwei Jahre älteren David Hasselhoff, der nicht auch heute Geburtstag hat, sondern mit seinem Gesang die Berliner Mauer zum Einsturz brachte und somit Angela Merkels Aufstieg erst ermöglichte. Oder so lautet zumindest die Legende.

Ich möchte mich mit einer Top-Five-Liste auf andere Geburtstagskinder konzentrieren, nämlich Künstler, die man lediglich unter einem (Vor-)Namen kennt. Ich sortiere nach Alter.

  • Quino (*1932) – Der argentinische Cartoonist ist vor allem durch seine Mafalda bekannt. Die stellte er auch in den Dienst von UNICEF.
  • Milva (*1939) – Runde 80 wird die italienische Sängerin in diesem Jahr. Sie sang auf italienisch und deutsch: Hurra, wir leben noch!
  • Guru (1961–2010) – In den 90er Jahren setzte sein Projekt Jazzmatazz Maßstäbe in Sachen Hip-Hop und Jazz. Er starb an Krebs.
  • Ivan (*1962) – Ein spanischer Popsänger, den ich normalerweise nicht auf dem Schirm hätte. Aus Ralph Siegels Dschingis Khan machte er Sin Amor.
  • Darude (*1975) – Der finnische DJ produzierte eine ganze Reihe von Nummer-1-Hits. Beim ESC 2019 schied er mit Look Away im Halbfinale auf dem letzten Platz aus.

Fünf Musiker-Geburtstage

Den ganzen Tag überlege ich, wie ich den heutigen Namenstag des Hl. Thomas Morus (1478–1535) mit den Geburtstagen des Bankräubers John Dillinger (1903–1934), dem Computerpionier Konrad Zuse (1910–1995), dem großartigen Regisseur Billy Wilder (1906–2002) und dem Schriftsteller Erich Maria Remarque (1898–1970) zusammenbringe. Doch jetzt gegen Abend mit einem Glas Weißwein steht mir der Sinn nach leichterer Unterhaltung. Deshalb gibt es jetzt eine Top-Five-Liste von modernen Musikern, die heute auch ihren Geburtstag feiern. Und diesmal leben alle Geburtstagskinder noch.

  • Kris Kristofferson (*1936) – Er war einer der Highwaymen, einer Country-Super-Group mit Johnny Cash, Emil Jennings und Willie Nelson. Aber am bekanntesten ist wohl sein Song Me and Bobby McGee. Es war die letzte Aufnahme von Janis Joplin.
  • Cyndi Lauper (*1953) – Manche sehen in ihr das Vorbild für Madonna. ICh liebe vor allem drei Songs von ihr: True Colors, Time After Time und natürlich Girls Just Want to Have Fun. Diese Lieder haben meine ersten Teenager-Parties begleitet.
  • Jimmy Somerville (*1961) – Vor allem Smalltown Boy von seiner Band Bronski Beat habe ich noch im Ohr. Vor etwa 15 Jahren habe ich ihn im Werk II nicht nur gesehen, sondern auch Backstage mit ihm gesprochen.
  • Andreas „Campino“ Frege (*1962) – Um ehrlich zu sein; die Toten Hosen haben mich eigentlich nie interessiert. Sie waren natürlich irgendwie immer da. Aber für mich nur Hintergrundmusik. Die politischen Äußerungen Campinos aus den letzten Jahren haben ihn mir allerdings näher gebracht.
  • Michael Wendler (*1972) – Er ist Vertreter einer Popkultur, die mir egaler kaum sein kann. Aber er hat nunmal heute Geburtstag und ich brauchte einen Fünften für meine Top-Five-Liste 😉

Herzlichen Glückwunsch allen musikalischen Geburtstagskindern!

Vom Personen- zum Markennamen

Heute ist der Geburts- bzw. Todestag von Menschen, die ihren Namen im herkömmlichen Sinne unsterblich gemacht haben. Das schreit nach einer Top-Five-Liste (in zeitlicher Reihenfolge):

  • Carl Joseph Meyer (09.05.1796–27.06.1856) – Er gründete das Bibliographische Institut, zu dem heute auch der Duden-Verlag gehört. Meyers Konversations-Lexikon war jahrzehntelang die größte Konkurrenz zur Brockhaus Enzyklopädie.
  • August Friedrich Pauly (09.05.1796–02.05.1845) – Für Altphilologen und Historiker ist Der Kleine Pauly, die Kurzfassung der Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, immer noch ein Standardwerk.
  • Adam Opel (09.05.1837–08.09.1895) – Das heute etwas glücklose Auto trägt den Namen des Rüsselsheimers, der sich so schöne auf Popel reimt.
  • Apollonia Margarete Steiff (24.07.1847–09.05.1909) – Durch Kinderlähmung an den Rollstuhl gefesselt, beschäftigte sie sich mit der Nähmaschine und gründete schließlich das Unternehmen, dem die Erfindung des Teddybären zugesprochen wird.
  • Vidal Sassoon (17.01.1928–09.05.2012) – Ich wusste bis dato nicht, dass dies der Name eines Menschen ist. Aber mit Friseuren und Haarpflegeprodukten kenne ich mich eben auch nicht so aus. Sein Leben lässt sich als Traum vom armen Haarwäscher zum Millionär beschreiben.

Jahresrückblick

Blick zurück und Blick nach vorn

Das Jahr 2018 hat nur noch wenige Stunde vor sich. Da kann man langsam Rückschau halten. Da ich viel grafisch arbeite, habe ich mir aus meinem Fotoarchiv ein Bild des Jahres 2018 ausgesucht.

Jahresrückblick

Es ein Modell des Titelbildes meines gezeichneten Bilderbuches Wenn du nicht da bist …, welches seit dem Jahr 2018 in 18 Sprachen vorliegt. Das habe ich natürlich nicht allein gemacht. Freunde, die ich teilweise schon sehr lange kenne und teilweise erst im endenden Jahr kennengelernt habe, halfen mir bei den Übertragungen in ihre jeweilige Muttersprache. Allein schon für dieses Projekt bin ich dem Jahr 2018 dankbar.

Ich habe dem Foto eine Sepia-Färbung gegeben, da es ein wenig an Gold erinnert. Im kommenden Jahr feiern meine Eltern ihre Goldene Hochzeit. Die Liebe dieser zwei Menschen zueinander hat nicht nur mich und meine Geschwister hervorgebracht, sie ist mir auch ein Modell geworden für zwischenmenschliche Beziehungen überhaupt und die Ehe als Ein- und Dauerpartnerschaft im Besonderen.

Anfang 2018 durfte ich als Trauzeuge einem guten Freund und seiner Braut eine ganz ähnliche Zukunft wünschen. Ich wäre zu der Feier in jedes Provinznest gefahren. Versprochen! Tatsächlich fand sie auf dem Kapitolinischen Hügel mitten in Rom statt. Das ist auf jeden Fall eine Erinnerung an 2018, die bleiben wird.

Ich weiß auch, dass nicht jedes Paar, das verliebt in die Ehe hineingeht, auch ein Leben lang in diesem Zustand verharrt. Meine Langzeitprojekt Vaterbilder – Gespräche mit Söhnen aus Rumpf- und Patchwork-Familien beschäftigt sich ja damit. Ende 2017 habe ich den ersten Abschlussband veröffentlicht. Anfang 2019 wird der zweite und damit letzte Band erscheinen. Die Kraft dazu hat mir das noch laufende Jahr gegeben oder zumindest nicht nehmen können.

Gerade erst vor wenigen Wochen hat eine gute Freundin ihre Mutter verloren. So enden langjährige Beziehungen. Die Normalität des Todes lässt ihn aber nicht weniger bedrohlich, unheimlich, traurig scheinen. Er reißt Menschen aus unserer Mitte. Wir können es kommentieren, aber wir können es nicht ändern. Bei der nächsten Feier, zu der ich 2019 eingeladen werde, wird ein wichtiger Mensch fehlen. Auch das sieht man in meinem Foto.

Gerade heute fällt mir eine weitere mögliche Bedeutung für dieses Foto ein. Es sieht aus, als wäre in der Mauer vor der Person ein Durchgang, genau für sie gemacht. Vielleicht ist das der Weg zum neuen Jahr. Die kleine Person wird sich schon irgendwie durchwurschteln. Aber es würde auch nicht schaden, wenn sie noch etwas wüchse. Ich frage mich, ob ich im Jahr, aus dem wir heute Nacht gehen werden, wirklich alles gemacht habe, was ich hätte machen können. Habe ich mich meinen Mitmenschen gegenüber richtig verhalten? Habe ich meine Energie in die richtigen Projekte gesteckt? Bei kritischer Würdigung der vergangenen 365 Tage, muss ich gestehen, dass da doch wohl noch erheblich Luft nach oben ist. Das ist ein guter Vorsatz für das anbrechende Jahr: wachsen!

Wachsen – nicht im kapitalistischen Sinne. Da sind unserer Welt doch Grenzen gesteckt, die wir mehr und mehr zu sehen scheinen! Wachsen – in einem inneren, seelischen Sinne. Und auf diesem Gebiet müssen wir uns über Grenzen keine Sorgen machen.

Ich habe das Jahr 2018 mit so vielen guten und freundlichen Menschen verbracht: Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Kursteilnehmer, Besucher von VILLA-Angeboten. Die meisten Begegnungen waren positiv, fruchtbringend, unterhaltend, schön. In einem solchen Kreis von lieben Menschen fühle ich mich gut aufgehoben. Vielen Dank dafür!

Und das nächste Jahr? Was wird 2019 bringen? So Gott will und wir leben, soll es in meiner näheren Umgebung gern so weitergehen. Gegen die großen Weltthemen Hunger, Krieg und Umweltzerstörung werden wir mehr machen müssen. Wir werden über uns hinaus wachsen müssen. Aber heute Abend bin ich voller Zuversicht, dass uns das auch gelingen wird.

Mütter und Väter von Problemen und die Migration

Unser äußerst problematischer Innen- und Heimatminister Horst Seehofer hat sich am Mittwoch zu einem Satz verstiegen, der wohl in den Zitatenschatz der Zeitgeschichte eingehen wird. Es waren wenige anwesend bei der CSU-Tagung, in deren Verlauf er nach Angaben der Welt (siehe Video) gesagt haben soll, die Migration sei die Mutter aller Probleme. Man kann wohl von der Authentizität der Aussage ausgehen; schließlich gab es bis dato keine Dementi, sondern viel eher Erklärungen und Rechtfertigungen.

Wer die Verlautbarungen des Ministers schon über einen längeren Zeitraum verfolgt, dem mag sich das Bild eines langsam in die Senilität hinüber gleitenden Großvaters aufzwingen. Und Opa lässt man am besten unwidersprochen brabbeln. Sonst regt er sich noch zu sehr auf und das Familienfest wird durch das Rufen eines Notarztes ganz verdorben. Im Netz gibt es ein schönes Meme, das Angela Merkel mit Seehofer zeigt und Merkel sagen lässt: Deine Mutter ist die Mutter aller Probleme. Ich denke, eine ganze Reihe von Menschen würden diese Aussage unterschreiben. Tatsächlich sagte die Kanzlerin deutlich diplomatischer dazu, die Migrationsfrage stelle uns vor Herausforderungen, und dabei gebe es auch Probleme.

Nun ist es aber mit ein paar Deine-Mutter-Witzen nicht getan. Die Lage in Deutschland ist zu ernst, um es nur bei ein paar Memes über den politischen Gegner zu belassen. Man muss sich – wohl oder übel – mit den Sichtweisen des politischen Gegners auseinandersetzen und sie ordentlich, nachvollziehbar widerlegen.

Die Erkenntnisse des vorsokratischen Philosophen Heraklit von Ephesos (520–460 v.Chr.) sind nur fragmentarisch überliefert. Eine der bekanntesten Paraphrasen lautet: Der Krieg ist der Vater aller Dinge. Dieser Satz ist so kurz wie missverständlich. Manche hören in ihm einen Repräsentanten der Herrschenden darüber sinnieren, dass die wichtigsten Erfindungen in dem Bestreben gemacht wurden, einen uneinholbaren Vorteil gegenüber einem Kriegsgegner zu erlangen. So ist der Satz wohl aber nicht gemeint, wenn man ihn im Kontext weiterer Fragmente Heraklits betrachtet. Er ist wohl eher so zu verstehen, dass die Welt beständig zwischen Polen hin und her schwankt, zwischen Alt und Jung, Arm und Reich, Männlich und Weiblich, Heiß und Kalt. An den idealen Polen herrscht Stillstand. Und das, was wir Leben nennen, findet im Miteinander statt, in einem Aushandlungsprozess, den man vom Schreibtisch aus überspitzt Krieg nennen mag. Ein solcher Krieg also ist der Vater aller Dinge. Dieser Satz wurde eben vor Stalingrad geschrieben, auch vor Verdun oder Issos. Damit ist ein solcher Aushandlungsprozess als Vater aller Dinge aber nicht der zweite Elternteil zum Problem, sondern das sogenannte Problem bzw. unser Umgang damit der Beginn aller neuen Dinge.

Ulla Jelpke, die innenpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, bleibt im sprachlichen Bild des Innenministers, wenn sie sagt, Seehofer sei der Vater aller Rassismusprobleme in Deutschland. Wichtiger stellt sie dann aber heraus, dass Migration ursächlich für Rassismus wäre, sei ein rechter Mythos, der auf unerträgliche Weise die Rollen von Tätern und Opfern verkehre. Wie kommen wir nun aber an die tatsächlichen Ursachen?

Der britische Autor Bruce Chatwin (1940–1989), der manchen Spät-Neu-Romantikern durch die Nutzung von Moleskine-Notizbüchern bekannt ist, widmet sich in einigen seiner Bücher (das bekannteste davon ist wohl Traumpfade/Songlines, 1987) dem Nomadentum. Stark vereinfacht gesprochen ist seine These, der Mensch sei zum Nomadentum geboren, seine Sesshaftwerdung sei der Sündenfall. Denn Besitzanhäufung, Mord aus Habgier, Erbschaftsstreitigkeiten – dies alles könne sich ein Nomade gar nicht leisten. Er nehme stets nur das Wichtigste mit, das, was er noch tragen könne. Seine Allgemeine Theorie des Nomadentums konnte Chatwin nicht mehr erarbeiten. Er zog uns Lebenden 1989 voraus.

Was bleibt ist die Verunsicherung, ob vielleicht nicht der Fremde vor unseren Toren ein Problem ist, sondern vielmehr, dass wir unser Tor verrammeln, Grund und Boden im Privaten wie staatlich sicher wähnen, obgleich wir alle auch nur für eine kurze Zeit verweilen.

Von Heraklit stammt ein weiteres großes Wort: πάντα ῥεῖ / alles fließt. – Alles und jeder ist in Bewegung. Migration ist der Normalfall. Dann ist die Sesshaftigkeit das Problem, die Mutter aller Probleme.

Nachtrag
Ein interessantes Video über Migration, Herkunfts- und Zielländer sowie Migrationskorridore findet sich auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung.

Der Ramadan beginnt

Durch das Soziokulturelle Zentrum „Die VILLA“ und meine Arbeit bei der Deutschen Angestellten-Akademie habe ich in den letzten zwei bis drei Jahren viele Menschen kennengelernt, die muslimischen Glaubens sind. Seitdem beschäftige ich mich verstärkt mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der drei Abrahamitischen Religionen. Und gerade in der ostdeutschen Diaspora überwiegen für mich die Gemeinsamkeiten; oder um es pointiert zu sagen: Es muss doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir nicht bald einen Weg finden, friedlich miteinander zu leben!

Heute ist der erste Tag des Fastenmonats Ramadan. Ich wünsche all meinen muslimischen Freunden eine Zeit der Einkehr, Ruhe und Besinnung. Uns allen wünsche ich den Frieden auf Erden, den auch in der Weihnachtserzählung der Engel den Hirten wünscht.

Ramadan Mubarak 2018