Kalender 2018 – Ein Jahr mit dir

Der erste Tag des neuen Jahres. Es müssen nicht die notorischen guten Vorsätze sein. Die wirft man ja gerne ein paar Tage später wieder über Bord. Und doch ist der Neujahrstag ein Anstoß, das Lebensmotto umzusetzen: nicht eines Tages, sondern Tag eins!

Für das Jahr 2018 habe ich einen Kalender mit dem Titel Ein Jahr mit dir gestaltet. Arbeitskollegen, Freunde und natürlich die Familie haben ihn zu Weihnachten geschenkt bekommen. Zu jedem Monatsersten möchte ich das Kalenderbild mit dem entsprechenden Gedicht hier auf meinem Blog posten.

K18_01_Januar

Ein Jahr beginnt! Und eins hört auf.
Es kommt in jüng’re Hände
Der Staffelstab im Jahreslauf
Zum Anfang nach dem Ende.

Ein tiefer Wunsch und auch ein Plan,
Wie dieses Jahr soll werden:
Ich will dich lieben, wie ich kann,
Und Friede sei auf Erden!

Deutsche Digitale Bibliothek

Heute vor fünf Jahren ging die Betaversion der Deutschen Digitalen Bibliothek online. Die Idee war, bei der Digitalisierung von Bibliotheksbeständen ein Gegengewicht zur Arbeit von Google zu schaffen, da Google als international agierendes Wirtschaftsunternehmen nicht zwingend und verlässlich dem deutschen Gemeinwohl dient. Apropos Gemeinwohl: Heute ist auch der Geburtstag von Friedrich Engels.

Link:
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/

 

Neuerscheinung: „Wenn du nicht da bist …“

Der 9. November ist ein ganz besonderer Schicksalstag. Er steht stellvertretend für das düsterste und schuldhafteste Kapitel deutscher Geschichte (Reichspogromnacht 1938). Und er kennzeichnet einen Neuanfang bzw. den Höhepunkt einer friedlichen Revolution (Mauerfall 1989). Noch viel mehr ist passiert in Deutschland an einem 9. November. Doch diese beiden Daten sollen zur Veranschaulichung reichen.

Heute kommt ein weiteres Datum hinzu: Donald Trump ist zum 45. Präsidenten der USA gewählt worden. Ob er ein katastrophaler Präsident wird oder nur ein schlechter, vielleicht entgegen allen Erwartungen ein farbloser oder letztendlich gar ein passabler, das wissen wir heute noch nicht. Wir kennen nur seine Demagogie des Wahlkampfes. Schon da hat er neue Maßstäbe gesetzt. Und wir kennen seine Wählerschaft, die sich von offensihtlichen oder zumindest später bewiesenen Lügen nicht beeindruckt zeigt.

Dem möchte ich – in einem ganz kleinen und persönlichen Schritt – etwas entgegensetzen. Der 9. November 2016 ist nun auch der Tag, an dem ich mein Bilderbuch über die Liebe und das Vermissen mit dem Titel „Wenn du nicht da bist …“ offiziell herausgebe.

Wenn du nicht da bist

Zu beziehen ist das Buch über den Buchhandel, über Versandhäuser wie Amazon oder über den Verlag epubli selbst. Natürlich kann man auch mich direkt ansprechen. Die Beschreibung zum Buch: Ein verliebter Mann sitzt zu Hause und denkt über die Liebe nach, über das Fehlen der geliebten Person. Wie kann das sein? – Vor kurzem kannte man sich noch gar nicht; und jetzt vermisst man sich schon. Mit einfachen Bildern nähert er sich diesem Phänomen, das man in der Weltliteratur auch als süßen Schmerz kennt. Die sprachlichen Bilder sind übersetzt in ebenso einfache Zeichnungen, die einem das Herz erwärmen.

Wenn du nicht da bist … von Fabian W. Williges
ISBN 9783741864629; Preis: 7,95 EUR

http://www.epubli.de/shop/buch/Wenn-du-nicht-da-bist-Fabian-Williges-9783741864629/57549

Gemeinsam in eine friedliche Zukunft

Letztes Jahr am 1. August habe ich mit einem Blog-Eintrag auf den 44. Jahrestag des ersten Benefizkonzerts der Rockgeschichte hingewiesen. Mit der 45 könnte ich das wieder machen. Heute wird der Sender MTV 35 Jahre alt. Auch darüber könnte man philosophieren. Mir steht der Sinn aber nach etwas anderem. Der 1. August ist nämlich auch ein Tag für friedliche und überaus dauerhafte Bündnisse, die ich hier mit einer Top-Five-Liste ehren und den EU-Mitgliedstaaten ins Stammbuch schreiben möchte.

  1. Der Schweizer Gründungslegende nach trafen sich am 1. August 1291 Vertreter der drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden auf dem Rütli am Vierwaldstättersee, um einen heiligen Eid zu schwören. Der lateinische Bundesbrief beginnt mit den Worten: In Gottes Namen. Amen. Das öffentliche Ansehen und Wohl erfordert, dass Friedensordnungen dauernde Geltung gegeben werde. Ein Austrittsszenario wird nicht gestaltet. Es heißt vielmehr: „Entsteht Krieg oder Zwietracht zwischen Eidgenossen und will ein Teil sich dem Rechtsspruch oder der Gutmachung entziehen, so sind die Eidgenossen gehalten, den andern zu schützen. – Diese Ordnungen sollen, so Gott will, dauernden Bestand haben.“ Seit 1891 – zur 600-Jahr-Feier dieses Bundes – wurde der Schweizer Nationalfeiertag auf den 1. August gelegt.
    Vorher galt ein anderer Schwur als Gründungsdatum der Schweiz, der Bundesbrief von Brunnen vom 9. Dezember 1315, der im Gegensatz zum Bundesbrief von 1291 sehr wahrscheinlich historisch ist. Er ist auf deutsch verfasst und beginnt sehr kenntnisreich: In gottes namen Amen. Wande menschlicher sin blöde und zerganglich, daz man der sachen und der dinge diu langwirig und stete solden beliben, so lichte und so balde vergizzet, dur daz so ist ez nutze und notdurftig, daz man die sachen, die dien lüten ze fride und ze gemache (und) ze nutze und zu eren uf gesetzet werdent, mit schrift und mit briefen wizzentlich und kuntlich gemachet werden.
  2. Am 1. August 1523 bildeten die Landstände Mecklenburgs eine Union, um der Teilung des Landes nach Erbstreitigkeiten zu entgehen – mit Erfolg und über den 30-jährigen Krieg hinaus. Die Landständische Union wurde erst im Zuge der Novemberrevolution am 3. Dezember 1918 aufgelöst.
  3. Am Vorabend des 1. August 1907 begann das erste Pfadfinderlager auf Brownsea Island mit einem Lagefeuer, um das General Robert Baden-Powell 22 Jungen aus unterschiedlichen sozialen Milieus versammelte. Am Morgen wurde die Pfadfinderbewegung offiziell gegründet. Ein Jahr später brachte Baden-Powell das Buch Scouting for Boys heraus. Aus diesem Buch stammt der seitdem oft kopierte pädagogische Grundsatz des Learning by Doing. Er schuf damit ein ideales Angebot für Kinder und Jugendliche, das auch heute noch die 1980 vom Pädagogen Peter Friedrich beschriebenen Lückekinder auffangen kann. Lückekinder sind zwischen 9 und 14 Jahren, für den Schulhort zu alt und für den Jugendklub zu jung.
  4. Zu Beginn habe ich von friedlichen Bündnissen gesprochen. Doch an dieser Stelle nehme ich den Beginn des Warschauer Aufstandes durch die Polnische Heimatarmee am 1. August 1944 mit in die Reihe. Es kommt doch darauf, gegen wen man Kämpft. Und ein Aufstand gegen das unmenschliche Naziregime gilt mir als ein Akt des Friedens. Die Rote Armee war bereits am rechten Weichselufer, als die Polnische Heimatarmee den Aufstand begann. Leider unterstützte die Rote Armee nicht die Aufständischen. Der Aufstand wurde letztendlich von den Nazis niedergeschlagen, die Heimatarmee aufgerieben und Warschau fast vollständig zerstört. Polnische Pfadfinder beteiligten sich als Boten und Sanitäter am Aufstand. Ihnen ist in Warschau das Denkmal des Kleines Aufständischen des Bildhauers Jerzy Jarnuszkiewicz gewidmet.
  5. Seit dem 1. August 2001 dürfen Schwule und Lesben mit der Eingetragenen Lebenspartnerschaft auch einen Bund fürs Leben schließen, der in vielen Punkten der Ehe gleichgestellt ist. Doch ist es keine Ehe für alle, wie sie mittlerweile in anderen, fortschrittlicheren Ländern geschaffen wurde.

Rom, Bangkok, Brasília

Am 21. April im Jahre 753 v. Chr. soll Romulus auf sieben Hügeln am Tiber die Stadt Rom begründet haben. Selbstverständlich ist das Datum nur Legende. Aber heute ist ein guter Tag, um sich ihrer zu erinnern. Romulus war nicht nur der erste König Roms, er war auch der erste Brudermörder der römischen Geschichte. Aber der Brudermord scheint bei vielen Geschichten eine Art Anfang zu markieren.

Ebenfalls an einem 21. April, nämlich 1782, wurde Bangkok zur Hauptstadt Siams (heute Thailand) erhoben. 15 Tage vorher hatte Rama I. den Thron bestiegen. Feierlich krönen ließ er sich erst 1785, nachdem er das Land durch erste Reformen konsolidiert sah. Rama I. begründete die Chakri-Dynastie, die bis heute in Thailand herrscht.

Die dritte Hauptstadt, die mit dem 21. April verbunden bleibt, ist Brasília. Sie wurde 1960 gegründet, nachdem der Bau der Planstadt vier Jahre zuvor von Lúcio Costa und Oscar Niemeyer begonnen wurde. Dieser Neubau einer Stadt mitten im brasilianischen Regenwald wurde sehr unterschiedlich bewertet. Niemeyer selbst bezeichnete 2001 in einem Interview das Experiment als gescheitert. 1987 wurde die Stadt in die Liste des UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.

Jonas

Heute habe ich über epubli.de das Buch Jonas – Eine Text- und Bilder-Collage veröffentlicht. Geschrieben, gemalt und geklebt habe ich es für meinen Neffen, der eben diesen Namen trägt und im letzten Sommer geboren wurde. Zu seiner Taufe im November habe ich es ihm als Sonderausgabe geschenkt. Jetzt dürfen auch andere Menschen dieses Buch besitzen.

Jonas Cover

In wenigen Wochen wird das Buch über den Buchhandel erhältlich sein. Auch über Amazon kann man das Buch bestellen. Heute ist es bereits im Epubli-Shop verfügbar.

http://www.epubli.de/shop/buch/Jonas-Fabian-Williges-9783737597791/50598

Kindersoldaten und Kinderstars

Nach meiner Lobeshymne auf den Film Slow West keimte in mir die Idee einer Top-Five-Liste von Kinder- oder Jugendstars, die im Erwachsenenalter weiterhin erfolgreich und vor allem auch an anspruchsvollen Produktionen beteiligt sind. Ironischer Weise fällt die Verwirklichung dieser Idee auf den 12. Februar, der seit 2002 als Red Hand Day international bekannt ist. Im Deutschen lautet der Name etwas sperrig: Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten.

Doch so unpassend ist der Zeitpunkt auf den zweiten Blick gar nicht. Zum einen führt das umso deutlicher vor Augen, welche Luxusprobleme die westliche Welt im Gegensatz zu den Krisenherden unserer Zeit entwickelt hat. Andererseits sind die Schicksale mancher ehemaliger Kinderstars in ihrer Traurigkeit und Grausamkeit denen der Kindersoldaten nicht ganz unähnlich. Allzu oft endet der scheinbar glückliche Weg in Drogenabhängigkeit und Selbstmord. Corey Haim durfte immerhin 38 werden. Jonathan Brandis nahm sich mit 27 das Leben. Und ob das Leben eines Macaulay Culkin wirklich ein beneidenswertes ist, lassen wir mal dahingestellt.

Trotzdem ist der Vergleich von Leid aus zwei sehr verschiedenen Welten immer etwas anrüchig. Es bleibt wohl doch der Begriff des Luxusproblems an den Kinder- und Jugendstars haften, wenn wir sie neben die Kindersoldaten aus Afrika stellen. Und ich habe mich mit meinem Eintrag kräftig verrannt.

Hier nun meine kleine Top-Five-Liste von Schauspielern, die mir als Kinder oder Jugendliche zum ersten Mal aufgefallen sind, die aber als Erwachsene immer noch oder jetzt erst recht in anspruchsvollen Produktionen mitwirken. Leonardo DiCaprio ist nicht mit in der Liste, obwohl ich seine Filme sehr schätze; aber der wird ja nun in diesem Jahr – genauer in gut zwei Wochen – sicherlich seinen Oscar erhalten. Dann braucht er keine Nennung auf einer meiner Top-Five-Listen:

  1. Paul Dano (*1984) – Die Hauptrolle in L.I.E. – Long Island Expressway (2001) neben Brian Cox war der Startschuss für eine großartige Karriere. In The Emperor’s Club war er 2002 in einer Nebenrolle im Kreise vieler junger Schauspieler zu sehen. Little Miss Sunshine (2006), There Will Be Blood (2007), The Good Heart (2009) und Taking Woodstock (2009) sind weitere Filme mit Dano, die man gesehen haben sollte. 2015 sah ich ihn in Youth, der auf deutsch Ewige Jugend betitelt wurde.
  2. Jamie Bell (*1986) – Im Jahr 2000 war wohl jeder verzaubert von Billy Elliot. Mittlerweile produziert in London das von Elton John geschaffene Musical neue Kinderstars im Jahrestakt. Die Filme Undertow (2004), Dear Wendy (2005), The Chumscrubber (2005) hätten mehr Beachtung verdient als der im gleichen Jahr erschienene King Kong von Peter Jackson, in dem Bell eine Nebenrolle hatte. Hallam Foe (2007) und Eagle (2011) sind die letzten Filme, die ich mit ihm gesehen habe. Das heißt aber nicht, dass Jamie Bell untätig war.
  3. Keir Gilchrist (*1992) – 2003 ein kleiner Auftritt in der dritten Staffel von Queer as Folk (US) und 2004 eine Nebenrolle in Saint Ralph sind mir damals gar nicht aufgefallen. Die Serie United States of Tara (2009-2011) war meine erste bewusste Begegnung mit Gilchrist. Danach habe ich noch gesehen: It’s Kind of a Funny Story (2010), It Follows (2014) und The Stanford Prison Experiment (2015), was wieder eine Ansammlung junger hoffnungsvoller Schauspieler ist.
  4. Will Poulter (*1993) – Son of Rambow (2007) hieß der erste Kinofilm mit Poulter. Ein herrlicher Kinderfilm, der sehr gut auch in erwachsenen Runden geschaut werden kann. Dann war er im britischen Fernsehen mit der School of Comedy zu sehen, bevor er in den Kreis der Narnia-Schauspieler erhoben wurde. We’re the Millers von 2013 steht noch in meinem DVD-Regal. Und 2015 steht er gemeinsam mit Leonardo DiCaprio für The Revenant vor der Kamera.
  5. Kodi Smit-McPhee (*1996) – Für ihn ist es eigentlich noch zu früh. Erst im Sommer wird er dem Teenager-Alter entwachsen sein. Ich habe ihn 2010 in Let Me In und Matching Jack gesehen, dann 2013 in A Birder’s Guide to Everything. Dass er auch mal Geld verdient mit einer Nebenrolle im Dawn of the Planet of the Apes, möchte ich ihm nicht vorwerfen. Bisheriges Highlight ist auf jeden Fall der nun schon mehrfach erwähnte Slow West (2015).

Kaum bin ich fertig mit der Liste, fällt mir auf, wie unfair ich bin gegenüber deutschen Schauspielern. Keine Angst, an die Ochsenknechts habe ich nicht gedacht. Aber Marek Harloff, Kostja Ullmann und – Trommelwirbel – Tom Schilling gehören natürlich auch auf Spitzenplätze. Das schreit ja fast nach einer neuen Liste allein für deutsche Schauspieler.

Links
redhandday.org
aktion-rote-hand.de
child-soldiers.org
kindersoldaten.info
childreninfilm.com
spiegel.de/…/vergessene-kinderstars

Todestag von Wilhelm Busch und Geburtstag von Joan Baez

Am heutigen Tag im Jahre 1908 starb Wilhelm Busch mit 75 Jahren. Und genau heute wird Joan Baez 75 Jahre alt und erfreut sich, das möchte ich an dieser Stelle dann doch betonen, meines wissens bester Gesundheit. Ich bin gerade zu faul, die Lebensgeschichten dieser beiden Künstler wiederzugeben. Nur auf den ersten Blogeintrag in diesem Jahr wollte ich nun nicht verzichten.

Busch und Baez also – ich bewundere und verehre sie beide. Ich lese die Bildergeschichten und höre die Musik, niemals zusammen, aber beides sehr gern. Und ich entdecke an mir Neidungen, die mal in die eine und mal in die andere RIchtung gehen. Gibt es zynische Visionäre? Kann es solche geben? In der ersten Januarhälfte ist es wohl noch nicht zu spät für gute Vorsätze. Ich möchte gern weniger zynisch und bitter sein und zum Ausgleich mehr Mut und Träume haben! Für mehr Gutmenschentum!

Der Barbaratag

Heute ist der Namenstag der Hl. Barbara. Die Hl. Barbara lebte in Nikomedien in der heutigen Türkei zu Beginn des dritten Jahrhunderts. Sie war die schöne Tochter des wohlhabenden Kaufmanns Dioscuros. Dioscuros aber hütete seine Tochter wie einen Schatz. Er baute einen Turm mit nur zwei Fenstern und schloss Barbara dort ein. Vom Christentum erfuhr Barbara durch eine Magd, die sie auch in alle Glaubensgrundsätze einweihte. Als sie selbst Christin geworden war, ließ sie ein drittes Fenster in den Turm schlagen, um so die Dreifaltigkeit Gottes immer vor Augen zu haben. Als der Vater erfuhr, dass Barbara eine Christin geworden war, wollte er sie gleich erschlagen. Sie konnte aber fliehen, indem sich vor ihr ein Berg öffnete und sie aufnahm. Nachdem ihr Versteck allerdings verraten worden war, zeigte ihr Vater Dioscuros die Hl. Barbara beim Statthalter an. Nach langen Verhören und Folterungen wurde sie schließlich geköpft. Ihr Vater bat um die Ehre, seiner eigenen Tochter das Haupt abschlagen zu dürfen. Nach der Hinrichtung wurde er vom Blitz erschlagen. Die Hl. Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute.

Mit dem Barbaratag verbunden ist der Brauch der Barbarazweige. Wenn man am 4. Dezember Zweige von Obstbäumen oder der Forsythie schneidet und sie im Warmen in eine Vase stellt und wässert, blühen diese Zweige drei Wochen später zu Weihnachten. In den meisten Fällen funktioniert das mit erstaunlicher Präzision, auch wenn man in den ersten zwei Wochen ganz und gar nicht davon überzeugt sein mag. Diese Barbarazweige sollen ein Symbol des Wiedererwachens sein und uns Hoffnung geben. So wie durch die Geburt Jesu Christi auch in der Welt wieder Hoffnung herrscht. Wer das heute verpasst hat, kann es bestimmt auch morgen noch nachholen.

Schon in vorchristlicher Zeit hat man Zweige im Winter auf diese Art zum Blühen oder Grünen gebracht. Mit diesen Zweigen hat man Zuchttiere geschlagen, um die Kraft der dem Winter trotzenden Zweige auf die Tiere zu übertragen. Heute werden in manchen Regionen Deutschlands auf diese Art unverheiratete Mädchen von ihren Verehrern gepfeffert. Auch die Rute des Nikolaus könnte aus dieser Tradition stammen: das unartige Kind wird mit den Zweigen wieder brav geschlagen.

Der Maler und Dichter Max Dauthendey verfasste 1907 für sein Singsangbuch ein Gedicht über den Brauch der Barbarazweige, in dem allerdings das Erleben des Naturphänomens im Vordergrund steht:

Am Barbaratag im dürrsten Hag,
Langsam der Saft wieder steigen mag,
Glück schwebt schon draußen in kahlen Zweigen,
Hebt leise an Leises zu geigen:

Jetzt tut Dir noch jede Schneeflocke weh,
Doch die Hand, die heut, ach, am Sorgengarn spinnt,
Wohl Morgen schon Glocken zu läuten beginnt,
Und der Sinn wird ein hurtiges Reh.

Solange Du lebst, auch das Leben Dich mag,
Saft steigt in das Dürrholz am Barbaratag,
Saft steigt auch ins Glück wohl schon morgen,
Unsterblich sind nicht nur die Sorgen.

Geburt und Sterben

Ich bin momentan jahreszeitlich passend ein wenig nachdenklicher und trauriger als sonst. Deshalb schreibe ich auch kaum hier auf dem Blog. Aber ich hoffe, dass sich dieser Zustand auch wieder ändern wird.

Helmut Schmidt ist heute im Alter von 96 Jahren in Hamburg verstorben. Ich werde jetzt keinen langen Nachruf verfassen. Das überlasse ich den Berufeneren. Für mich persönlich geht damit ein wichtiger Lebensabschnitt zu Ende. Helmut Schmidt war der erste Bundeskanzler, den ich bewusst als solchen erlebt habe. Außerdem ist heute der Geburtstag Martin Luthers. Aber der 10. November hat für Deutschland heute eine neue, zusätzliche Bedeutung erlangt.