Gemeinsam in eine friedliche Zukunft

Letztes Jahr am 1. August habe ich mit einem Blog-Eintrag auf den 44. Jahrestag des ersten Benefizkonzerts der Rockgeschichte hingewiesen. Mit der 45 könnte ich das wieder machen. Heute wird der Sender MTV 35 Jahre alt. Auch darüber könnte man philosophieren. Mir steht der Sinn aber nach etwas anderem. Der 1. August ist nämlich auch ein Tag für friedliche und überaus dauerhafte Bündnisse, die ich hier mit einer Top-Five-Liste ehren und den EU-Mitgliedstaaten ins Stammbuch schreiben möchte.

  1. Der Schweizer Gründungslegende nach trafen sich am 1. August 1291 Vertreter der drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden auf dem Rütli am Vierwaldstättersee, um einen heiligen Eid zu schwören. Der lateinische Bundesbrief beginnt mit den Worten: In Gottes Namen. Amen. Das öffentliche Ansehen und Wohl erfordert, dass Friedensordnungen dauernde Geltung gegeben werde. Ein Austrittsszenario wird nicht gestaltet. Es heißt vielmehr: „Entsteht Krieg oder Zwietracht zwischen Eidgenossen und will ein Teil sich dem Rechtsspruch oder der Gutmachung entziehen, so sind die Eidgenossen gehalten, den andern zu schützen. – Diese Ordnungen sollen, so Gott will, dauernden Bestand haben.“ Seit 1891 – zur 600-Jahr-Feier dieses Bundes – wurde der Schweizer Nationalfeiertag auf den 1. August gelegt.
    Vorher galt ein anderer Schwur als Gründungsdatum der Schweiz, der Bundesbrief von Brunnen vom 9. Dezember 1315, der im Gegensatz zum Bundesbrief von 1291 sehr wahrscheinlich historisch ist. Er ist auf deutsch verfasst und beginnt sehr kenntnisreich: In gottes namen Amen. Wande menschlicher sin blöde und zerganglich, daz man der sachen und der dinge diu langwirig und stete solden beliben, so lichte und so balde vergizzet, dur daz so ist ez nutze und notdurftig, daz man die sachen, die dien lüten ze fride und ze gemache (und) ze nutze und zu eren uf gesetzet werdent, mit schrift und mit briefen wizzentlich und kuntlich gemachet werden.
  2. Am 1. August 1523 bildeten die Landstände Mecklenburgs eine Union, um der Teilung des Landes nach Erbstreitigkeiten zu entgehen – mit Erfolg und über den 30-jährigen Krieg hinaus. Die Landständische Union wurde erst im Zuge der Novemberrevolution am 3. Dezember 1918 aufgelöst.
  3. Am Vorabend des 1. August 1907 begann das erste Pfadfinderlager auf Brownsea Island mit einem Lagefeuer, um das General Robert Baden-Powell 22 Jungen aus unterschiedlichen sozialen Milieus versammelte. Am Morgen wurde die Pfadfinderbewegung offiziell gegründet. Ein Jahr später brachte Baden-Powell das Buch Scouting for Boys heraus. Aus diesem Buch stammt der seitdem oft kopierte pädagogische Grundsatz des Learning by Doing. Er schuf damit ein ideales Angebot für Kinder und Jugendliche, das auch heute noch die 1980 vom Pädagogen Peter Friedrich beschriebenen Lückekinder auffangen kann. Lückekinder sind zwischen 9 und 14 Jahren, für den Schulhort zu alt und für den Jugendklub zu jung.
  4. Zu Beginn habe ich von friedlichen Bündnissen gesprochen. Doch an dieser Stelle nehme ich den Beginn des Warschauer Aufstandes durch die Polnische Heimatarmee am 1. August 1944 mit in die Reihe. Es kommt doch darauf, gegen wen man Kämpft. Und ein Aufstand gegen das unmenschliche Naziregime gilt mir als ein Akt des Friedens. Die Rote Armee war bereits am rechten Weichselufer, als die Polnische Heimatarmee den Aufstand begann. Leider unterstützte die Rote Armee nicht die Aufständischen. Der Aufstand wurde letztendlich von den Nazis niedergeschlagen, die Heimatarmee aufgerieben und Warschau fast vollständig zerstört. Polnische Pfadfinder beteiligten sich als Boten und Sanitäter am Aufstand. Ihnen ist in Warschau das Denkmal des Kleines Aufständischen des Bildhauers Jerzy Jarnuszkiewicz gewidmet.
  5. Seit dem 1. August 2001 dürfen Schwule und Lesben mit der Eingetragenen Lebenspartnerschaft auch einen Bund fürs Leben schließen, der in vielen Punkten der Ehe gleichgestellt ist. Doch ist es keine Ehe für alle, wie sie mittlerweile in anderen, fortschrittlicheren Ländern geschaffen wurde.

Geburtstag von Gottfried Benn

Heute würde Gottfried Benn 130 Jahre alt. Das sagt man ja so, wenn eine historisch bedeutsame Person Geburtstag hat. Man nimmt den Konjunktiv, als stünde zwischen dem Menschen und diesem Jubiläum nur eine kleine Bedingung, die in diesem Fall einmal nicht erfüllt wurde. Eigentlich soll man diese Formulierung nur gebrauchen nach einem unzeitigen Tod.

70 Jahre wurde Benn. 1956 starb er in Berlin. Er war Arzt, Essayist und Dichter. In meiner Schulzeit ergötzte ich mich an seinen frühen Morgue-Gedichten. Das waren auch für uns noch Schocker. Heute bevorzuge ich seine späten Werke: Jena vor uns im lieblichen Tale …

Rom, Bangkok, Brasília

Am 21. April im Jahre 753 v. Chr. soll Romulus auf sieben Hügeln am Tiber die Stadt Rom begründet haben. Selbstverständlich ist das Datum nur Legende. Aber heute ist ein guter Tag, um sich ihrer zu erinnern. Romulus war nicht nur der erste König Roms, er war auch der erste Brudermörder der römischen Geschichte. Aber der Brudermord scheint bei vielen Geschichten eine Art Anfang zu markieren.

Ebenfalls an einem 21. April, nämlich 1782, wurde Bangkok zur Hauptstadt Siams (heute Thailand) erhoben. 15 Tage vorher hatte Rama I. den Thron bestiegen. Feierlich krönen ließ er sich erst 1785, nachdem er das Land durch erste Reformen konsolidiert sah. Rama I. begründete die Chakri-Dynastie, die bis heute in Thailand herrscht.

Die dritte Hauptstadt, die mit dem 21. April verbunden bleibt, ist Brasília. Sie wurde 1960 gegründet, nachdem der Bau der Planstadt vier Jahre zuvor von Lúcio Costa und Oscar Niemeyer begonnen wurde. Dieser Neubau einer Stadt mitten im brasilianischen Regenwald wurde sehr unterschiedlich bewertet. Niemeyer selbst bezeichnete 2001 in einem Interview das Experiment als gescheitert. 1987 wurde die Stadt in die Liste des UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.

Terezin/Theresienstadt im Frühling

Ich bin dieser tage ein wenig blogschreibfaul geworden. Auch heute wird es keinen langen Eintrag geben, nur eine kurze Wasserstandsmeldung. Am Wochenende war ich in Tschechien gemeinsam mit dem neuseeländischen Dichter David Howard, der sich für zwei Monate in Prag aufhält. Ich habe ihm zwei Orte zeigen dürfen, die ich für wichtige Stätten der tschechischen Geschichte halte: Litoměřice (Leitmeritz) und Terezín (Theresienstadt).

In Litoměřice besuchten wir eine Kunstausstellung. Arbeiten von Josef Lada (1887–1957). Den Namen werden wohl nur sehr wenige kennen. Einige seiner Bilder sind aber recht bekannt. Tschechische Kinderbücher wurden von ihm geschrieben und gemalt, z.B. die Geschichte vom Kater Mikesch. Und von ihm stammen auch die sehr bekannten Bilder zu den Abenteuern des braven Soldaten Schwejk von Jaroslav Hašek.

20160402_155125David und mich hat die Besichtigung des KZ Theresienstadt sehr bedrückt. Auf dem Bild sind Pappurnen zu sehen, in denen die Asche der verbrannten Insassen aufbewahrt wurden. Theresienstadt war eine besondere Perversion der Nationalsozialisten. Es wurde als Muster-Anlage sogar der internationalen Öffentlichkeit vorgeführt. Eine Delegation des Roten Kreuzes inspizierte 1944 das Lager, ohne jedoch mit den Häftlingen zu sprechen. Die Nazis machten daraus einen Propagandafilm über das KZ: Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet. Bekannt ist daraus der schäbige Satz: „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt.“

Es ist so passend, gerade heute darüber zu schreiben. Heute vor 75 Jahren wurde der NS-Propagandafilm Ohm Krüger in Berlin uraufgeführt. Darin werden die südafrikanischen Buren als edle Opfer britisch-imperialistischer Gewaltherrschaft stilisiert. Emil Jannings spielt die Titelfigur Paul Krüger. Der Film wird im Rahmen von Bildungsveranstaltungen heute noch gezeigt. Vor 25 Jahren verstarb Max Frisch, der sich in seinem Stück Biedermann und die Brandstifter mit unserem Verhalten bei vorhersehbarem Unheil beschäftigt. Man sollte das Stück in Sachsen mal wieder inszenieren.

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Dann fuhren wir weiter nach Prag. Ich habe es genossen, mit dem Dichter, den ich auch schon übersetzt habe, endlich ganz entspannt einen Wein zu trinken und über Gott und die Welt – und natürlich die Lyrik – zu reden. Ein gutes und volles Wochenende war das.

 

 

Links
http://www.litomerice-info.cz/de/
http://galerie-ltm.cz/
http://www.terezin.cz/
http://www.bookcouncil.org.nz/writers/howarddavid.html

Leipziger Buchmesse 2016

Die Buchmesse in Leipzig hat heute begonnen. Ich war mit meiner Kollegin und guten Freundin Kathleen Stemmler unterwegs. Meine Erzählung Lucias Aufbrüche ist eine der vielen Neuerscheinungen, die auf der Messe 2016 vorgestellt werden. Ein anderes ist die Masterarbeit von Robert Steinmüller, die ich zu lektorieren die Ehre hatte. Ein weiteres Bild zeigt mich im Gespräch mit Schülern des Paulsen Gymnasiums in Berlin-Steglitz. Ich bin gespannt auf ihren Beitrag von der Buchmesse.

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Die Fotos wurden von Kathleen gemacht. Vielen Dank!
Morgen geht es wieder auf das Messegelände.

Links
leipziger-buchmesse.de
kathleenstemmler.de
robertsteinmueller.de
paulsengymnasium.de

Jazz in der St.-Canisius-Kirche

Letztes Wochenende war ich in Berlin, um den Entwicklungsstand meines kleinen Neffen zu begutachten, aber auch um Freunde in Berlin zu besuchen, die leider demnächst nach Süddeutschland ziehen werden. Wenn ich bei ihnen in Berlin war, haben wir oft die halbe Nacht Scrabble gespielt – bei Wein und Knabberkram und natürlich mit vielen Gesprächen und guter Laune. Man sagt das daher: gute Laune. Tatsächlich fühle ich mich selten so wohl wie in diesem Kreis.

Zu unserem letzten gemeinsamen Berlinwochenende luden mich meine Freunde zu einem Konzert in der St.-Canisius-Kirche in Berlin-Charlottenburg ein. Die Kirche wurde erst 2002 geweiht. Der Neubau war notwendig geworden, weil der Vorgängerbau von 1957 am 30. April 1995 durch ein Feuer zerstört wurde. An die alte Kirche erinnert lediglich ein Christuskorpus von Gerhart Schreiter, der den Brand leicht lädiert überstanden hatte. Insgesamt zeichnet sich die Canisiuskirche durch eine schlichte, sparsame aber gut akzentuierte Einreichtung aus, einen hohen Raum und eine wirklich gute Akustik. Bevor ich mir nun aber einen abbreche beim Beschreiben des Sakralbaus, verweise ich lieber auf die 360-Grad-Panoramen auf der Website der Gemeinde.

Wir waren aber nicht wegen der Architektur an diesen gekommen. Joachim Gies, der sich selbst ein Schamane des Saxophons nennt, gab ein Konzert, begleitet von Gerhard Kubach (Kontrabass) und Denis Stilke (Perkussion). Gies spielt aber nicht nur Saxophon, er ist außerdem ein Sammler – und Nutzer – exotischer Instrumente. Ich muss gestehen, ich braucht etwas Zeit, um mich in das Konzert hineinzuhören. Aber beim dritten Lied, das Zartes Rütteln hieß, war ich drin. Tiefrot, Kreis und Zeichen, Erdnah. Das waren die nächsten Kompisitionen von Joachim Gies, die das Trio intonierte. Die gefielen mir auch am besten an diesem Abend. Von Erdnah habe ich bei YouTube eine Aufnahme gefunden, von einem anderen Konzert, ebenfalls in der St.-Canisius-Kirche.

Links
st.canisius-berlin.de
joachimgies.de

10 Jahre Wiederaufbau der Frauenkirche

Heute vor 10 Jahren wurde mit einem Festgottesdienst die Frauenkirche in Dresden nach ihrem Wiederaufbau geweiht. Das in der Nacht zum 14. Februar 1945 zerstörte Gotteshaus blieb zu DDR-Zeiten Ruine. Nach der Wende wurde sie bald als ein Symbol für die Wiedervereinigung Deutschlands auserkoren. 1994 begann der der Wiederaufbau. Die Mittel dazu kamen durch Spenden aus der ganzen Welt zusammen.

Ich glaube, ein Blog-Eintrag reicht bei weitem nicht aus, die Dimension dieses Ereignisses und seine Implikationen ausreichend zu erörtern. Zunächst fällt natürlich auf, dass weltweite Unterstützung einer Stadt zugute kam, die heute – also gerade mal 10 Jahre später – durch besondere Fremdenfeindlichkeit auffällt.

Andererseits ist der Wiederaufbau 1:1 weder kunsthistorisch noch architektonisch besonders einfallsreich. Vielmehr kann man bereits darin revanchistische Tendenzen ausmachen, zu denen dann die Pegida-Demonstrationen ganz gut ins Bild passen.

Sollte Gott noch einmal wie im Alten Testament Feuer regnen lassen auf Städte, die das Gastrecht missachten, träfe es wohl zuerst die Frauenkirche in Dresden.

Fünf Highlights aus London

Es war die letzten zwei Wochen still auf dieser Website; denn ich war in London. Über diese Millionenstadt lässt sich natürlich immer viel sagen und schreiben. Aber ich möchte jetzt nicht meinen gesamten Urlaub inklusive Hin- und Rückreise mit Auto und Fähre schildern. Der Linksverkehr auf der Insel ist auch kein bemerkenswert großen Problem: es fahren ja alle links; da macht man einfach mit. Das neue Paar Clarks im Herstellerland gekauft, die vielen DVDs zu Sonderpreisen, die ich hier nur als teure Importware bekomme, das Abendgetränk im Pub, die Refugees-Welcome-Party, auf der die britische Regierung aufgefordert wurde, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, und Deutschland als ein gutes Beispiel benannt wurde, das alles werde ich jetzt nicht weiter ausführen. Ich schreibe jetzt keinen Reisebericht.

Ich möchte aber doch eine Top-Five-Liste erstellen mit den Highlights meiner Reise. Die Reihenfolge ist rein zeitlich bestimmt. Eine Wertung untereinander traue ich mir noch nicht zu.

  1. Promenadenkonzert in der Royal Albert Hall
    Es ist schlicht das größte Klassische Musikfestival der Welt, was da von Juli bis September in der Royal Albert Hall stattfindet. Und ich war am 3. September mit dabei. Das BBC National Orchestra of Wales spielte unter der Leitung von Thomas Søndergård. Wir hörten Auszüge aus Aladin von Carl Nielsen und Mahlers Sinfonie Nummer 4 in G-Dur. Der Höhepunkt aber war für mich die Weltpremiere von Pan, einer Komposition des 1964 geborenen B. Tommy Andersson. Das Konzert wurde von der BBC übertragen und ist auf der Website noch immer zu hören: bbc.co.uk
    Genau heute findet übrigens der Abschluss der Promenadenkonzertsaison statt – die berühmt-berüchtigte Last Night of the Proms. Ab 21:45 Uhr überträgt der NDR das Ereignis live, wie auch in den letzten 34 Jahren schon. Zum letzten Mal wird der heutige Abend dem deutschen Zuschauer von Rolf Seelmann-Eggebert erklärt. Hier geht es zum ndr.de.
  2. Me and Earl and the Dying Girl
    Wir sind einfach so ins Kino gegangen. Das ist ja im Vergleich zu den Proms nicht unbedingt highlightverdächtig. Aber der Film hat mir in der Tat sehr gut gefallen und soll deshalb doch in diese Liste aufgenommen werden. Vielleicht hilft es ja, dass der junge Hauptdarsteller Thomas Mann (sic) heißt. Der Regisseur Alfonso Gomez-Rejon gewann in diesem Jahr beim Sundance Filmfestival den Großen Preis der Jury und den Publikumspreis.
    In die deutschen Kinos wird der Film unter dem Titel Ich und Earl und das Mädchen kommen. Aber auch in der Synchronfassung wird das Mädchen höchstwahrscheinlich sterben. Thomas Manns Synchronstimme ist auf jeden Fall zum Sterben. Ich empfehle, den Film im Original zu sehen. Der englische Trailer findet auf youtube.com
  3. BP Portrait Award 2015
    Die National Portrait Gallery ist sowieso einen Besuch wert. Schließlich hängt hier eines der bekanntesten Portraits, welches William Shakespeare zeigen soll. Und die berühmten Gemälde Hans Holbeins, der die gesamte Tudor-Familie malte und das Bild Henrys VIII. entscheidend prägte, sind hier ausgestellt.
    Im September – und daher immer in meiner London-Reisezeit – werden in einer Sonderausstellung die Bilder des von British Petrol finanzierten Portrait Award gezeigt. Ich bin in diesem Jahr nicht gerade der Meinung der Jury. Aber eine Ausstellung dieser Qualität mit freiem Eintritt gehört auf jeden Fall auf diese Liste: npg.org.uk
  4. Essen im Aqua Shard
    The Shard bei London Bridge ist mit fast 310 m das höchste Gebäude innerhalb der EU. Es wurde 2012 fertiggestellt. Im 31. Stockwerk ist das Restaurant Aqua Shard, das mit einem herrlichen Ausblick über ganz London wirbt. Schon als Kind war ich im Tower und an der Tower Bridge. Als Jugendlicher und junger Erwachsener bin ich bei meinen Besuchen nur noch am Tower vorbeigegangen, weil mir der Eintritt einfach zu hoch ist. Nun habe ich von oben auf den Tower hinuntergeblickt. Ich darf nicht so viel über den Ausblick schreiben. Sonst denkt man noch, ich wolle vom Essen ablenken. Das hat das Essen aber nicht verdient. Es war vorzüglich – and quite pricey. Aber es war der Geburtstag meiner Tante. Da kann man das schon einmal machen: aquashard.co.uk
  5. Billy Elliot the Musical
    Der Film Billy Elliot ist im Jahre 2000 nicht an mir vorbeigegangen und an Elton John auch nicht. Der hatte die Idee, dass die Geschichte um den Bergarbeitersohn, der im von M. Thatcher gebeugten England, nicht Boxer sondern Tänzer werden möchte, durchaus musicalfähig sei, und schrieb gemeinsam mit dem ursprünglichen Drehbuchautor Lee Hall das Musical, welches im Mai 2005 im Victoria Palace Theatre seine Premiere feierte und seitdem beinahe täglich aufgeführt wird.
    Die größten Hits waren wohl Merry Christmas, Maggie Thatcher und die Singleauskopplung Electricity. Elton Johns Version findet sich hier: https://www.youtube.com/watch?v=AfWFZ3iL7NA. Liam Mower, den man im Video als den 12-jährigen Billy Elliot tanzen sieht, steht heute, zehn Jahre später natürlich nichtmehr auf der Bühne. Aber im ersten Jahr sah die Szene so aus: https://www.youtube.com/watch?v=zO0oa_hEx9g. Am letzten Dienstag stand der heute 12-jährige Nat Sweeney auf der Bühne. Ob für ihn Billy Elliot ein Sprungbrett sein wird, wie für andere, die sich mittlerweile auch bis zu Games of Thrones hochgedient haben, können wir wohl erst nach weiteren zehn Jahren beurteilen.
    Das Musical hat einen eigenen YouTube-Kanal: BillyElliotMusicalUK und eine eigene Website: billyelliotthemusical.com

Der Anfang ist nah!

Ich hatte schon vor einigen Monaten durch einen Freund den Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi kennenlernen dürfen. Seitdem schaue ich mir immer mal ein Video von denen bei YouTube an. Und immer habe ich bessere Laune danach, fühle mich gut und geistreich unterhalten und ein wenig beschwingt oder – wenn ich das so sagen darf – intellektuell durchgegroovet.

Da ich heute mit einem irgendwie positiven Lebensgefühl aufgewacht bin und außerdem für einen anderen Freund gerade ein wichtiger neuer Lebensabschnitt beginnt, möchte ich mit den Worten des Käptns sagen: „Hallo!“ und: „Der Anfang ist nah!

Verfassungstag der Weimarer Republik

Am 11. August 1919 wurde die am 31. Juli des gleichen Jahres vom Reichstag verabschiedete Verfassung der sogenannten Weimarer Republik vom sozialdemokratischen Reichspräsidenten Friedrich Ebert unterzeichnet. Drei Tage später trat sie in Kraft. Viele Artikel sind der Paulskirchenverfassung von 1849 entnommen und fanden nach der Niederschlagung des Faschismus auch wieder Eingang in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Diesen Traditionsstrang sollten alle aufrechten deutschen Demokraten nicht aus dem Blick verlieren. Er kann Kraft und Mut spenden, gerade in unseren Zeiten.

Als Nationalfeiertag wurde der 11. August ab 1921 begangen. Er war aber nicht im gesamten Reich ein gesetzlicher Feiertag. Das Foto zeigt die letzte Verfassungsfeier am 11. August 1932 vor dem Reichstag in Berlin. Das Bild ist vom Bundesarchiv (Bild 102-13744 / CC-BY-SA).

Die grosse Verfassungsfeier der Reichsregierung am 11. August 1932 in Berlin ! Blick von der Siegessäule auf den flaggengeschmückten Platz vor dem Reichstag während der Verfassungsfeier.
Die große Verfassungsfeier der Reichsregierung am 11. August 1932 in Berlin.