Die Geschichte von Jesus ist voll von feministischen Ansätzen, bevor die katholische Kirche zu einem Klub von alten Männern gerann und diese über Jahrhunderte unterdrückte. Ein besonderes Beispiel ist Maria Magdalena, die als Erste den Auferstandenen am Ostermorgen sah. Ihre Frömmigkeit kann uns ein Beispiel sein.
1626 haben Peter Paul Rubens (1577–1640) und Jan Breughel der Jüngere (1601–1678) diesen Augenblick eingefangen. Rubens malte die Personen, Breughel die Pflanzenwelt.
Jesus ist nicht tot. Jesus lebt. Und wenn wir ihn bei den Toten suchen, werden wir ihn nicht nur nicht finden können, sondern auch unser eigenes Leben vertun. In der Nachfolge des Auferstandenen aber liegt die Hoffnung auf ein sinnerfülltes Leben.
Dieser Ausschnitt aus einem unbetitelten Werk, welches 2022 von der Ulmer Künstlerin Elif Celik (*1997) geschaffen wurde, drückt für mich dieses österliche Wunder aus, den Wandel vom Toten zum Lebendigen. Mehr schreibe ich heute nicht.
Der Karsamstag heute ist so ein schmuckloser Tag dazwischen – noch nicht Ostern, aber auch nicht mehr der Karfreitag als Todestag. Es ist ein stiller Tag, an dem wir eingeladen sind, die Trauer und Leere Jesu Jünger nachzuspüren.
Es gibt seltene Darstellungen Jesu im Grab, die zu diesem Tag passend sind, und Darstellungen Jesu als Schmerzensmann wie diese von Lucas Cranach dem Älteren (1472–1553). Es ist weniger konkret in die Erzählung eingebettet als der Ecce homo, dem der titelstiftende Pilatus zur Seite gestellt sein kann, sondern eher eine entrückte Meditationshilfe mit allen Marterwerkzeugen und den Wunden der Kreuzigung.
Mit Palmsonntag beginnt die letzte und zentrale Woche der Fastenzeit, welche auch die Karwoche genannt wird. Kar kommt vom althochdeutschen chara und bedeutet Wehklage oder Trauer. Das englische Verb care ist damit verwandt und das deutsche Adjektiv karg.
Heute beginnt es also, das Leiden Jesu Christi, mit dem Einzug in Jerusalem. Doch der Anfang ist triumphal! Wie ein König wird Jesus begrüßt, Palmenzweige und Tücher werden vor ihm auf dem Boden ausgebreitet. Freude und Erwartung, wie wir sie aus dem Frühling immer wieder kennen.
Mein Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Gemälde Blaugrüner Klang, das 1917 von Johannes Itten (1888–1967) in Wien gemalt wurde. Das Bild ist ein Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem Zwölfton-Komponisten Josef Matthias Hauer. Sie fragten sich, ob man Klänge und Farben auf ähnliche, gar gemeinsame Grundprinzipien zurückführen könne. Zwei Jahre nach der Entstehung dieses Gemäldes wurde Itten ein wichtiger Mitstreiter und Gestalter des Bauhauses in Weimar. Bis heute wird sein Farbkreis in der Kunstpädagogik verwendet.
Das vollständige Bild ist heute in der Kunsthalle Bremen zu sehen.
Während ich an meinem Kalender für 2026 gearbeitet habe, kam mir die Idee für ein Postkartenmotiv, um für Spenden für den VILLA e.V. zu werben. Die Karte liegt seit heute im Café der VILLA in der Lessingstr. 7 aus. Dort kann man mit einer kleinen Umfrage auch sein restliches Bargeld spenden.
BTW: Im Café hängen nun auch meine Kalenderbilder aus. Wenn das kein Grund ist, dort mal eine gute Tasse Kaffee zu trinken…
Was für ein schöner Sonntag! Erst begleite ich meinen Verein, den FC Mohajer Leipzig e.V., zum Auswärtsspiel in Großpösna. Dann besichtige ich mit einer guten Freundin das Schloss Rochsburg mit einer Führung durch den Leiter der jüngsten Restaurierungsarbeiten. Aber jetzt bin ich schreibfaul wie die steinerne Dame, der zum Tintenfass irgendwie die Feder fehlt.
Über die Kathedrale von Llandaff ließe sich viel schreiben. Schließlich ist sie eine der ältesten christlichen Stätten auf dem Gebiet des Vereinigten Königreichs überhaupt. Doch ich bin bei meinen Besichtigungen in so großer Eile, dass ich die Reflexion nicht schaffe. Nur ein kleines Detail möchte ich hier gerne vorstellen.
Ein Kniepolster war mir aufgefallen. Ich hatte es fotografiert, weil ich später über Digitalisierung, Bildpixel und klassische Stickkunst nachdenken wollte.
Dann erst fiel mir auf, was dort dargestellt ist: Links sieht man Abraham, der drauf und dran ist, seinen Sohn zu opfern, und einen Engel, der ihm Einhalt gebietet, indem er auf einen Schafbock weist. Die Schrift auf dem Opferaltar mahnt uns „Gott wird es sehen“. Rechts sieht man Mariä Verkündigung mit Engel und Maria und dem Heiligen Geist in symbolhafter Gestalt einer Taube.
Warum nun die beiden Bilder auf einem Kniepolster? Ich habe keine abschließende Antwort. Es sind wichtige Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament. Die Verteilung der beiden Bilder auf dem Polster entspricht exakt dem Goldenen Schnitt, einem quasi göttlichen Verhältnis. Auf dem ersten Bild verbietet Gott die Opferung von Menschen zu seiner Ehre. Auf dem zweiten Bild sendet er seinen Sohn, der um der menschlichen Sünden willen leiden und sterben wird, wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wird.
Vielen Dank dem (mir) unbekannten Künstler für diese kleine Meditationshilfe!
Das vergangene Wochenende war ich in Mons, Belgien. Ich würde gerne seitenlang über meine Eindrücke schreiben; doch mein Leben strömt weiter. Mir fehlt die Zeit dafür. Damit diese kurze aber schöne Station auf meiner Reise nicht verloren geht, gibt es doch einen kleinen Post mit drei Bildern.
Eine der wenigen Sankt-Waltraud-Kirchen in der Welt. Im Vordergrund die Skulptur Lucie et les papillons vom französischen Künstler David Mesguich (*1979).
Der Hauptbahnhof in Mons von Santiago Calatrava (*1951), der erst in der zweiten Jahreshälfte 2025 offiziell eröffnet wird, aber bereits in Betrieb ist.
Das Vincent-van-Gogh-Haus in Cuesmes (seit 1971 Teil von Mons).
Der FC Mohajer darf zum Jahresende das Taro-Forum hosten, eine Gruppe von Fußball-Enthusiasten, die unter anderem den Taro-Pokal veranstalten. Das passt uns sehr; denn im Café des Soziokulturellen Zentrums „Die VILLA“ hängt dann die Ausstellung zu unserem bald beginnenden Jubiläumsjahr 2025.
Donnerstag, den 12.12.2024 ab 17:30 Uhr im Soziokulturellen Zentrum „Die VILLA“, Lessingstr. 7, 04109 Leipzig Taro-Forum und Ausstellungs-Eröffnung: Spielerporträts des FC Mohajer Leipzig e.V. zum fünfjährigen Vereinsjubiläum
Teilnehmer*innen des Taro-Forums und andere Fußball- oder Kunstinteressierte bekommen von uns als vorweihnachtliches Geschenk einen Kalender 2025 überreicht. Spenden für den Verein nehmen wir natürlich auch gern entgegen.