Archiv des Monats: May 2026

Trinitatis

Trinitatis, zu Deutsch Dreifaltigkeit. Das ist das besondere Mysterium des Christentums. Im Trialog der abrahamitischen Ökumene ist das oft der Vorwurf, das Christentum sei im Kern keine monotheistische Religion, weil es die Dreifaltigkeit gibt. Doch diese Drei sind Ausprägungen des einen Gottes.

Die Serafim, eine Klasse der Engel, singen vor dem Thron Gottes, der hier von Lucas Cranach dem Älteren (1472–1553) als Gnadenstuhl mit Gottvater, gekreuzigtem Christus und dem Heiligen Geist als Taube dargestellt ist: “Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth!” — Wäre ich ein ernstzunehmender Komponist, würde ich mich hier liebend gern einreihen.

Links
https://www.kunsthalle-bremen.de/

Pfingstmontag

Der Heilige Geist wird oft entweder als Taube oder als Flamme dargestellt. Wenn wir in einer Kirche für einen lieben Menschen in Not beten, entzünden wir eine Devotionalienkerze gegen eine kleine Spende wie hier im Bremer Dom St. Petri.

Beten funktioniert nicht wie eine Amazon-Bestellung. Und in manchen Situationen sollten wir lieber direkt helfen, als für eine göttliche Intervention zu bitten. Aber das Kerzenmeer auf diesem Foto tut mir gut: Diese vielen Menschen, denen das Wohlergehen anderer Menschen so viel bedeutet, dass sie hier eingekehrt sind, um ein Gebet zu sprechen. So Gott will, werden sie in Erfüllung gehen.

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https://dommuseum-bremen.de/
https://stpetridom.de/

Pfingstsonntag

Der Satz ist so einfach, da muss ich wohl nicht viel dazuschreiben.

Als ich die Kunsthalle Bremen besucht hatte, war das abgebildete Werk ganz frisch. Seit dem 6. Februar 2025 kann man durch den Pixel Forest Wisera der schweizer Künstlerin Pipilotti Rist (*1962) wandeln. In einem Foto ist er nicht erschöpfend darstellbar. Aber Wahrheit und Licht findet man darin…

Links
https://www.kunsthalle-bremen.de/
https://pipilottirist.net/

Uncivilized – Miniserie

In der ZDF-Mediathek habe ich eine kleine Entdeckung gemacht, die mit dem geneigten Leser meines Blogs gerne teilen möchte. Die Miniserie Uncivilized (2024) über den Alltag postmigrantischer Menschen in Deutschland im Schatten historischer Ereignisse wie 9/11, dem Ukraine-Krieg oder dem Attentat auf die Redaktion von Charlie Hebdo. In fünf Folgen und einer kurzen Dokumentation wird dieses wichtige Thema aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

Die Idee stammt von Bilal Bahadır (*1983) und Çağdaş Eren Yüksel (*1994). Beide sind in Deutschland geboren, aufgewachsen und ausgebildet. Bahadır hat auch Regie geführt und hauptverantwortlich am Drehbuch mitgeschrieben, während Yüksel die Serie im Rahmen des ZDF – Das kleine Fernsehspiel und des Kollektiv Zwo sowie Cocktailfilms produziert hat.

In der ersten Folge “Hanau” spielt in einem insgesamt hervorragenden Cast auch Mert Dincer (*2003) mit, den ich als Kinderstar aus Willkommen bei den Hartmanns (2016) und vor allem in der Titelrolle in Zoros Solo (2019) kenne. Schon dort war er bemerkenswert. Mittlerweile ist er erwachsen geworden und ich möchte ihn gern in vielen weiteren Filmen sehen.

Bis dahin empfehle ich Uncivilized!

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https://www.zdf.de/serien/uncivilized-102

Christi Himmelfahrt

Die Himmelfahrt Christi ist in der Bildenden Kunst schon oft recht unbeholfen dargestellt worden. Und spätestens seitdem es Fahrstühle, Skilifte und Flugzeuge gibt, ist unsere Vorstellung von der Himmelfahrt stark auf das Körperliche beschränkt und so dem vernünftigen modernen Menschen kaum vermittelbar.

Jesus lebt nicht mehr unter uns, sondern ist im Himmel beim Vater. Das lässt uns erstmal etwas unsicher zurück. Aber löst uns auch von der Ortsbindung. Wir müssen nicht sein, wo Jesus ist. Wir können in der ganzen Welt leben und wirken, wie Christus uns aufforderte zu tun. Diese neue Freiheit ist genauso eine neue Verpflichtung. Dafür kommt uns in zehn Tagen der Heilige Geist zu Hilfe.

Mein Foto zeigt eine transzendente Lesart, die dann auch schon in Richtung Pfingsten weist. Wir sehen die alten Gemäuer des St. Petri Doms zu Bremen, eine Plexiglasscheibe mit einer zweisprachigen Aufforderung zu verweilen und einen modernen Menschen, der mit einem Smartphone ein Foto schießt. Ob dieses Foto von Anfang an ein Selfie werden sollte oder den Text der Plexiglasscheibe festhalten, um die Informationen weiterzusenden, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen.

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https://dommuseum-bremen.de/
https://stpetridom.de/

Kalender 2026-05

Gott stellt Abraham
Auf eine schwere Probe:
»Opf’re deinen Sohn!«

Doch hat der Erzvater nun
Bestanden oder gefehlt?

Abraham (2. Jt. v. Chr.); Stammvater Israels, Symbol des Glaubens und des Gehorsams gegenüber Gott; seine Opferprüfung prägt das Bild des „Glaubensvaters“ bis heute.
Bildvorlage: »Die Opferung Isaaks«, Michelangelo Merisi da Caravaggio, ca. 1603, Uffizien, Florenz.

Mein Kalender für 2026 stellt unter dem Titel “Heilige” wichtige Menschen des Glaubens vor – aus allen drei Religionen der Abrahamitischen Ökumene. Die Collagen bestehen vollständig aus Artikeln und Anzeigen der Wochenzeitung »Die Zeit« und des Zeit-Magazins. Natürlich wurden die Artikel vorher gelesen.