Den Flug des Kranichs schauten wir
Gemeinsam unterm Flieder.
Und gehst du heut auch fort von mir,
Der Kranichzug kommt wieder.
In der Sommerausgabe von Key West, dem historisch-kritischen Dylan- und Americana-Magazin ist ein Artikel von mir erschienen. Die gesamte Ausgabe ist dem 1978er Album Street Legal gewidmet, das zu meinen Lieblingsalben gehört.
Ich erlaube einen kleinen Einblick in meine Übersetzerwerkstatt; denn seit einiger Zeit arbeite ich an einer kompletten Übersetzung bzw. Übertragung oder Nachdichtung des kompletten Albums. Am Beispiel des Songs Where are you tonight // Wo bist du heut Nacht erläutere ich meine Gedanken zu den Grundlagen des Übersetzens.
Den heutigen Tag habe ich rumgebracht, indem ich mich für eine Serie dem Binge Watching hingab: Alive and Kicking. Es geht um den Ausbruch von 5 Teenagern aus einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt.
Der Schöpfer dieser Serie ist der Spanier Alber Espinosa, der mit der Krankenhausserie Polseres vermelles / Red Band Society / Club der roten Bänder seine eigene frühe Krebserkrankung verarbeitet hat. Neben dem spanischen Original gibt es ein US-amerikanisches und ein deutsches Remake. Ich empfehle aber das Original.
Nun also Alive and Kicking. Was ist es immer wieder mit den Namen? Die Romanvorlage von Espinosa heißt Was ich dir sagen werde, wenn ich dich wiedersehe. Das ist in der Tat etwas sperrig. Die Serie kam in Spanien unter dem Titel Los espabilados heraus, zu Deutsch: Die Eingeschlossenen. So hätte man die Serie gut nennen können. Sie hatte aber bereits den besagten internationalen Titel verordnet bekommen, der dann auch für das deutsche Fernsehen haften blieb. In den Folgen neben die Akteure aber immer wieder auf ihr Eingeschlossensein Bezug und nennen sich auch in der deutschen Synchronisation die Espabilados. Naja, Konsistenz wird überbewertet und alive and kicking wird allgemein übersetzt mit gesund und munter, hat im Englischen aber eine etwas wehrhaftere Konnotation – das passt zu dieser Serie auch ganz gut.
Beim ganzen Meckern über den Titel der Serie kommt viel zu kurz, dass ich sie sehr gut finde und absolut empfehlen möchte. In der ARD-Mediathek ist sie auf Deutsch und im spanischen Original abrufbar.
In der sechsten Folge nimmt die legendäre Hanna Schygulla als Truckfahrerin Verena die Kinder mit in die niedersächsische KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen. Dort angekommen suchen die Kinder mithilfe eines Spürhunds und eines alten Spielzeugs das Grab von Verenas Bruder, der anders als sie das KZ nicht überlebt hatte. Der Hund läuft vorbei am Grab von Anne Frank. Auf Verenas Truck steht aufgedruckt: KINDER – komm spielen wir! Und auch wenn es jetzt nacherzählt doch ein bisschen viel ist, passt es doch so richtig in die Serie hinein, auf mehreren Ebenen.
Links
https://www.ardmediathek.de/sendung/alive-and-kicking/staffel-1
https://losespabilados.movistarplus.es/
https://youtu.be/cIj4jY2yCMg – Titellied der Serie
Noah streckt die Arme aus der Gaube.
Er lässt aus seinen Händen eine Taube.
Nun reingewaschen von dem alten Staube,
Nährt ihn sein unerschütterlicher Glaube.
Bald liegt er bloß und trunken in der Laube,
Berauscht vom Wein der ersten neuen Traube
Und jede alte Planke dient als Daube.
Noch aber schaut er suchend nach der Taube.
Himmelfahrt ist ein weiteres schwieriges Fest. Schon deshalb ist es wohl so früh säularisiert worden, bis es heute lediglich ein Anlass zum kollektiven Besäufnis geblieben ist. Tatsächlich ist dieses Fest die erneute Verbidnung von historisch-kritischem Ansatz und evangelikaler Tradition, nachdem sie durch das Wunder der Auferstehung auseinandergerissen wurden.
Denn nun endet die 40-tägig Frist, in der der Auferstandene mit seinen Jüngern gelebt hat und ihnen die letzten Worte persönlich vermittelte. Ab dem heutigen Tage sind dei ersten Christen auf sich allein gestellt. Der Heilige Geist wird sie zu Pfingsten heimsuchen und inspirieren.
Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Himmelfahrt betitelten Gemälde von Frank Markau (1881–1968) aus dem Jahre 1923. Es hängt im Angermuseum in Erfurt. Dort fand ich es 2018 zu meinem Gebrutstag.
Markau ist in Berlin geboren, war an der Kunstgewerbeschule in Erfurt Professor und lebte ab 1945 bis zu seinem Tod in Weimar. Er liebte es, wenn Farben aus sich heraus leuchteten. Ich denke, das sieht man diesem Bildausschnitt an.
Heute vor 42 Jahren nahm sich Ian Curtis das Leben. Curtis war der Frontmann der post-punk Band Joy Division. Nach seinem Tod blieb die Band zusammen und nannte sich nach einer Umbesetzung New Order.
Joy Division liefern den Soundtrack der No-future-Generation. Ich kann bis heute kaum ein Album durchhören, ohne am Leben zu verzweifeln. Sein Suizid ist so konsequent und folgerichtig. Die letzt Single der Band ist wohl auch die bekannteste:
When routine bites hard and ambitions are low
And resentment rides high but emotions won’t grow
And we’re changing our ways taking different roadsThen love, love will tear us apart again
Love, love will tear us apart again
Gerade dieser Tage habe ich in der neuen Ausgabe der Katapult (Nr. 25 Mai–Juni 2022) gelesen, dass Tieräzte und -ärztinnen eine im Vergleich zur Gesamtbevölkerung vierfach höhere Wahrscheinlichkeit eines Suizids haben. Mögliche Gründe und Tendenzen werden im Artikel besprochen. Hier will ich gar nicht weiter darauf eingehen.
Aufgefallen waren mir die Zahlen für verschiedene Todesursachen, die in diesem Artikel erwähnt werden. Im Jahre 2020 starben in Deutschland 9.206 Menschen durch Suizid. Das sind mehr als durch Verkehrunsfälle (2.724), Totschlag (1.994), Mord (280), illegale Drogen (1.581) und AIDS (380) zusammen.
Das Bundesamt für magische Wesen ist, da muss ich hier auf meinem Blog die Illusion gleich zerstören, natürlich kein offizielles Bundesamt. Hier beginnt auch nicht eine wilde Verschwörungserzählung.
Das BAfmW ist eine Plattform im Netz, ein Verlag (?) und auf jeden Fall eine lustige Idee, im Bereich Horror und Fantasy den Umsatz zu steigern. Der Auftritt im Netz, die Firmenwagen und der Stand auf der Leipziger Buchmesse (wenn es denn mal wieder eine geben wird) erwecken den Eindruck eines offiziellen Amtes, mit Drachen statt Bundesadler als Wappentier. Auf der Website des Bundesamts gibt es ein Autorenverzeichnis. Und gestern habe ich gesehen, dass ich drin gelsitet bin: Fabian W. Williges
Der Eintrag beginnt stilsicher aus magischer Sicht: Fabian W. Williges veröffentlicht Bücher und Romane, die das Bundesamt für magische Wesen als FMSK 18 klassifiziert hat. Zu den Veröffentlichungen gehören Publikationen wie „Lucias Aufbrüche „. Die Bücher erscheinen im Steinkopf, J F und sind im Onlinebuchshop des Bundesamtes für magische Wesen bestellbar.
Später heißt es noch folgerichtig: Das Bundesamt für magische Wesen weist im Sinne des Schutzes von Jugendlichen magischer wie nichtmagischer Herkunft darauf hin, dass Bücher wie „Lucias Aufbrüche “ die geistige, seelische und körperliche Unversehrtheit junger Hexen, Vampire, Elfen und Werwölfe sowie queerer Jugendlicher gefährden können.
Vielleicht hätte des Bundesamt etwas weiter recherchieren sollen. Dann hätte es auch andere Bücher oder Einzelbeiträge von mir gefunden, wie z.B. meine Ballade Der Knappe von Schloss Champtocé, in dem es schließlich um einen historischen Satanisten geht.
Zu finden ist diese Ballade in der 7. Geisterspiegel-Antologie Dark Creatures und in meinem Gedichtband Zeitenwende.
Links
http://www.bafmw.org/
https://www.geisterspiegel.de/
https://www.epubli.de/shop/buch/Zeitenwende