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Die Auferstehung und ein Todestag

Heute ist Ostersonntag. Normalerweise wäre dieser Tag ein Tag der Gemeimschaft mit Gottesdiensten zu Sonnenaufgang und Osterfrühstück, Spaziergängen in Parks und Kaffeetrinken mit Verwandten und Freunden. In diesem Jahr aber nicht. Das soll uns selbstverständlich nicht von der Theologie hinter dem Festtag abhalten. Gerade Jesu Überwindung des Todes ist eine Botschaft, die wir in Zeiten von Corona gut gebrauchen können.

Mir gefällt in diesem Jahr ein Kunstwerk besonders gut, das ich im August 2016 in einer Ausstellung in Wrocław/Breslau entdeckt habe. Das war im unteren Kirchenraum der zweigeschossigen Doppelkirche zum Heiligen Kreuz und St. Bartholomäus auf der Dominsel.

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Das Werk Est profundum crucis wurde 2016 von Rafał Werszler geschaffen. Er arbeitet am Institut für Informations- und Bibliothekswissenschaft der Universität Wrocław in der
Abteilung für Buchtheorie und Geschichte. Und sein wichtigster Werkstoff in der Kunst ist bedrucktes Papier, aus dem er Röllchen formt, die er verwebt oder anders strukturiert.

Meist erstellt Werszler mit diesem Papierröllchengewebe Masken, die mal einem Animationsfilm enstiegen scheinen, mal an grimmige Totemmasken erinnern. Sie sind zugleich albern, grotesk und beklemmend. Dazu habe ich ein Video auf dem Kanal des Künstler gefunden. Die Reden sind auf Polnisch, aber die Masken versteht man doch wohl international.

Das Bild vom aufbrechenden Kreuz ist da ganz anders, wenn sich auch die Technik gleicht. Für mich ist Est profundum crucis ein perfektes modernes Osterbild. Auch und gerade für die Menschen, die sich mit der leiblichen Auferstehung Christi schwertun.

Das österlich leere Grab wird hier symbolisiert durch ein aufbrechendes, leeres Kreuz. Das lässt mich an Dorothee Sölle denken, deren Gott-ist-tot-Theologie eben keine Abkehr von Jesus darstellt, sondern eine tätige Nachfolge. „So gehe hin und tu auch du!“, sagt Jesus am Ende seines Gleichnisses über den Barmherzigen Samariter. Das meint jeden von uns.

Wenn uns Leid in der Welt begegnet, können wir nicht von Gott fordern, dass er in seiner Allmacht dieses Leid beendet. Wir müssen das Leid unseres Nächsten lindern. Das Grab ist leer, das Kreuz ist leer: „Gott hat keine anderen Hände als unsere.“

Links
http://rav.wro7.pl/ – Website von Rafał Werszler
https://www.youtube.com/channel/ – YouTube-Kanal von Rafał Werszler
https://www.dorothee-soelle.de/ – Zum Gedenken an Dorothee Sölle


Noch ein ganz anderes Thema, was aber für mich so wichtig ist, dass ich es  mit in die Überschrift geschummelt habe. Heute ist auch der Todestag von Ernst August Schwerdtner. Unter seiner Ägide wurde der Neubau des königlich sächsischen Lehrerseminars in Annaberg durchgeführt, dessen Schulleiter er auch war. Heute trägt auch eine Straße in Annaberg seinen Namen.

Ich möchte hier auch nicht zuviel verraten. Nur soviel: Schwerdtner spielt in meiner gerade entstehenden Geschichte eine kleine, wenn auch äußerst passive so doch treibende Rolle.

Vor 97 Jahren starb der Oberschulrat. Am Sonntag, den 15. April 1923 fanden sich im Annaberger Wochenblatt folgende Traueranzeigen, die ich gestern auch auf Wikipedia in meinem Artikel zu Schwerdtner ergänzt habe:

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Link
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Schwerdtner

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