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Karfreitag

Am heutigen Karfreitag gedenken Christen auf der ganzen Welt des Leidens und des Todes Jesu. Das Kreuz ist zum Symbol der Nachfolge geworden, auch wenn sich heute kaum ein Mensch den Martertod am Kreuz vorstellen mag.

Vor der Kreuzigung steht der Prozess mit dem römischen Statthalter Pontius Pilatus als Richter. Ihm ist es unheimlich, diesen offensichtlich unschuldigen Menschen hinrichten zu lassen. Nach einer Geißelung und Verhöhnung durch römische Soldaten präsentiert Pilatus der Menge den Geschundenen mit den Worten (Johannes 19, 5):

Seht, welch ein Mensch!

Diese Situation ist zu einem bedeutenden Bildmotiv in der christlichen Kunst geworden, meist mit der lateinischen Übersetzung Ecce Homo betitelt. Die abgebildete Figurengruppe aus dem frühen 16. Jahrhundert habe ich im Nationalmuseum in Wrocław gesehen. Pilatus scheint hier wahres Mitleid mit dem Schmerzensmann Jesus zu empfinden.

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Das bekannteste Bildmotiv zu Karfreitag ist selbstverständlich das Kruzifix, der Leichnam Jesu Chrsiti am Kreuz. Auch dieses habe ich in einem Museum in Wrocław gemacht. DAs Kruzifix stammt aus dem 14. Jahrhundert.

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Und zuletzt das dritte Bildmotiv zu Karfreitag: die Pietà – Maria mit ihrem verstorbenen Sohn nach der Kreuzabnahme. Alle drei sind in Polen zu sehen. Die erste ist aus Danzig, die beiden anderen wieder aus Breslau (14. Jahrhundert).

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Weihnacht in Corona-Zeiten

Silvester

Der Name Silvester ist so sehr mit dem Jahresende verbunden, dass man den Hl. Silvester als Namenspatron kaum noch wahrnimmt, sondern mehr über die Endlichkeit des Lebens, der Welt oder zumindest des Jahres sinniert. Auch ich werde gleich darauf zurückkommen.

Der Hl. Silvester war Papst und starb am 31. Dezember 335. Er soll den Kaiser Konstantin getauft und somit von Aussatz geheilt haben. Vorher sollen heidnische Priester dem Kaiser geraten haben, im Blut unschuldiger Kinder zu Baden. Diese rettete Silvester vor einem sinnlosen Sterben.

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Das Bild für den heutigen Tag ist ein wahrlich ungewöhnliches. Gemalt wurde es von Hans Memling (vor 1440–1494), dessen Werke vor allem in ehemaligen Hansestädten zu finden ist wie Brügge, Lübeck und Danzig, wo ich 2018 diese Aufnahme gemacht habe.

Der Flügelaltar zeigt aufgeklappt das Jüngste Gericht mit Jesus auf dem Thron und dem Erzengel Michael, der mit Waage und Schwert die auferstandenen Seelen wiegt. Auf dem rechten Flügel sieht man die Hölle und auf dem linken das himmlische Jerusalem. Auf den Außenseiten der Flügel sind die Stifter dargestellt.

Im Hintergrund der Stifter ist einerseits der Erzengel im Kampf mit dem Teufel und andererseits Marie mit dem Jesuskind und einem Vogel dargestellt. Das Besondere ist, dass diese Figuren als Standbilder gemalt sind. Das lässt die betenden Stifter davor seltsam einsam erscheinen in ihrer Lebenswirklichkeit.

Der Vogel in den Händen Jesu korrespondiert mit der Vorderseite des Altars. Denn der Vogel steht für die Seele eines Verstorbenen. Das Jesuskind geht zwar kleinkindtspisch etwas grob mit den Flügeln des Tieres um. Doch können wir annehmen, dass Maria dafür sorgen wird, dasss dem Vogel nichts Arges geschieht.

Ich wünsche uns allen einen guten Rutsch!