John Nash ist tot

Der Mathematiker und Wirtschaftsnobelpreisträger John Forbes Nash ist gestern, am 23.05.2015, in New Jersey bei einem Autounfall in einem Taxi gemeinsam mit seiner Frau tödlich verunglückt. Der 86-Jährige war auf dem Rückweg von der Verleihung des Abelpreises, eines Mathikpreises, der seit 2003von der Norwegischen Akademie der Wissenschaften in Anwesenheit des Norwegischen Königs verliehen wird und einem Nobelpreis für Mathematik nahekommt.

Wer den Namen Nash hört und nicht zu den mathematischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fachkreisen gehört, denkt wohl zuerst an das Gesicht von Russell Crowe; denn dieser spielte Nash 2001 im Oscar-prämierten Spielfilm A beautiful Mind. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sylvia Nasar, die damit nur knapp den Pulitzer Preis verfehlte. Im Film wird sehr geschickt und einfühlsam das schizophrene Leiden des Mathematikers beschrieben. Außerdem erhält man augenzwinkernd Einblick in den Inhalt seiner Doktorarbeit, die mit dem nach ihm benannten Nash-Gleichgewicht einen wichtigen Lösungsansatz innerhalb der Spieltheorie liefert.

Nash selbst sah diese Arbeit allerdings nicht als seinen größten Beitrag zur Wissenschaft an. Ihm waren beispielsweise die partiellen Differentialgleichungen und das 19. Hilber-Problem ein weitaus größeres Herzensanliegen. Zuletzt beschfätigte er sich mit der Geldtheorie.

Ich selbst zitiere gerne in meinem Unterricht aus dem Film, um eine Klasse zum Diskutieren zu bringen. Natürlich dringen wir nicht vor bis in die Weiten seines Werkes. Aber zu den allgemeinen Sätzen kann sich auch ein Normalsterblicher eine Meinung bilden.


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